Freitag, 10. Februar 2012

Wissen, wie's geht

Zeitung lesen und Radio hören im Netz

Sie gehört zum Frühstück wie die frischen Brötchen und der heiße Kaffee: Die gute alte Tageszeitung. Jedenfalls in der gedruckten Form. Mehr und mehr aber werden Zeitungen und Zeitschriften (auch) am Bildschirm gelesen. Denn mittlerweile sind beinahe alle deutschen Zeitungen online. Und auch das zweite große Informationsmedium, das Radio, erfreut sich im Netz immer größerer Beliebtheit. Lassen sich doch viele Sendungen bereits als Livestream am PC hören oder als Podcast auf dem MP3-Player mitnehmen. Praktisch: Gehört wird die Sendung dann, wenn der Hörer Zeit hat und nicht, wenn es das Radioprogramm vorsieht.

Zeitung lesen im Netz

Weltweit waren 1995 etwa 200 Zeitungen im Netz, die meisten davon in USA. Mittlerweile zählt der Bund deutscher Zeitungsverleger (BdVZ) mehr als 600 Zeitungen mit Onlineangeboten – allein in Deutschland. Die aktuelle Liste ist beim unter BdVZ abrufbar.
Eine ähnliche Übersicht bietet das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg. Ergänzt wird sie mit einer Linkliste zu deutschen, anderen europäischen und amerikanischen Zeitschriften

Das Angebot: Sehr unterschiedlich

Manche Onlineausgaben der Zeitungen und Zeitschriften bieten lediglich ausgewählte Artikel der gedruckten Ausgabe, andere hingegen stellen das komplette Printangebot ins Netz oder locken mit diversen Zusatzleistungen: Sie aktualisieren mehrfach am Tag oder bieten ergänzende regionale Berichterstattung wie zum Beispiel Live-Ticker über regionale Sportveranstaltungen oder örtliche Wettermeldungen. So wird die Onlinezeitung für eine sichere regionale Informationsquelle im World Wide Web.

Ein weiterer Service: RSS-Feed (Really Simple Syndication). Damit kann sich der Surfer eine praktische Übersicht aller Nachrichten (etwa aus dem Bereich Sport, Politik oder Kultur) zusammenstellen, die ihm in regelmäßigen Abständen aktuell präsentiert wird. Und das funktioniert ganz einfach.

Man benötigt nur einen der zahlreichen Newsreader. Eine umfangreiche Liste der meist kostenlosen Programme gibt es beim RSS-Verzeichnis. Dort wählt man nach dem Download die gewünschten Seiten aus, von denen man Nachrichten empfangen möchte und schon ist man immer auf dem Laufenden – zumindest solange der PC online ist. Oder man wählt den RSS-Feed direkt auf der Internetseite der Zeitung aus. Dort findet sich meist ein Symbol oder ein Hinweis wie "RSS" oder "Newsfeed" mit den entsprechenden Erläuterungen. Mit modernen Browsern wie Firefox oder dem Internet Explorer 7 geht es noch einfacher. Dort erscheint das Logo dann in der Adresszeile und einmal angeklickt, ist der Newsfeed aktiviert.

Überregional

Auch an überregionaler Berichterstattung herrscht im Netz kein Mangel. Süddeutsche, FAZ, Stern, Focus, Spiegel oder die ZEIT versorgen den Surfer mit einem Großteil ihres Printangebots, oft sogar noch mit zusätzlichen aktuellen Meldungen oder einem Newsletter. Die ZEIT zum Beispiel mailt Woche für Woche allen Interessierten die neuesten Infos zum Thema Reisen – von Last-Minute-Angeboten bis zu ausführlichen Reportagen und berichtet jeden Freitag im Kulturbrief über Premieren, Konzerte, Ausstellungen und Bücher. Und das alles ohne Zusatzkosten für den User.

Wer nach aktuellen Nachrichten – unabhängig vom einzelnen Medium sucht – ist bei Diensten wie Google News, MSN Nachrichten, Paperball oder Yahoo! Nachrichten gut aufgehoben. Hier genügt ein Stichwort und die Spezialsuchmaschinen durchforsten die verschiedenen Nachrichtengeber nach entsprechenden Inhalten und listen alle Ergebnisse auf. Wer will, kann diese Ergebnisse – etwa bei Google – auch per Mail abonnieren. Auf Vollständigkeit sollte man allerdings bei diesen Diensten nicht setzen, denn es werden längst nicht alle Onlinemedien berücksichtigt.

Die Kosten

Noch werden die meisten Angebote kostenfrei zur Verfügung gestellt. Schließlich ist bekannt, dass die Nutzer kaum bereit sind, für die Inhalte zu zahlen. "Pay for content" – diese Selbstverständlichkeit für gedruckte Medien – hat sich im Internet bisher nicht durchsetzen können. Nur zaghaft verlangen deswegen die verschiedenen Zeitungs- und Zeitschriftenanbieter im Netz Geld für ihre Inhalte. In erster Linie tun sie das derzeit für Archivmaterial. So der Spiegel, die Süddeutsche Zeitung oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Spiegel online stellt überdies für aktuelle Themen aus der gedruckten Version Dossiers im Netz zur Verfügung. Kostenpunkt derzeit: 2 Euro.

Lesen wie gedruckt

Darüber hinaus bieten die großen Zeitungen und Zeitschriften auch so genannte E-Papers an. Das sind Zeitungen im Internet, die komplett und in gleicher Ansicht der gedruckten Ausgabe entsprechen. Dazu kommen praktische Navigationshilfen und Suchoptionen. Manche Verlage bieten ihren Abonnenten diesen Zusatzdienst kostenlos an, andere nehmen dafür eine Gebühr. Und Nicht-Abonnenten müssen für dieses Zusatzangebot immer bezahlen.

Bei der Netzeitung, zu der es kein gedrucktes Pendant gibt, kann sich der Leser seine eigene Tageszeitung zusammenstellen lassen. Für diese MyNZ wählt er die gewünschten Ressorts aus und entscheidet, welche davon auf der Titelseite erscheinen. Das kann auch wechseln, beispielsweise vom Sport am Montag zum Kino am Donnerstag. Die Zeitung kommt dann per E-Mail ins Haus, kann am Bildschirm gelesen oder ausgedruckt werden. Eilmeldungen werden direkt aufs Handy geschickt. Abo-Kosten: monatlich 7 Euro, halbjährlich 30 Euro.

Radio hören – am PC und MP3-Player

Lange schon stellen die Rundfunkanstalten eine Auswahl ihrer Sendungen auch als Livestream ins Internet. Da genügt – etwa bei WDR 5 – ein Klick auf den Lautsprecherbutton und schon kann man am Rechner Radio hören. Unterdessen bieten die meisten Rundfunkanstalten auch einen Podcasting-Service an. Dabei werden die Audio-Dateien herunter geladen und können dann auf einen MP3-Player übertragen werden. So ist man nicht mehr von der Sendezeit abhängig und kann sich zum Beispiel Nachrichten, Feuilleton-Beiträge oder auch die 20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau beim Joggen oder in der U-Bahn anhören. Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Download finden sich auf den Seiten der Rundfunkanstalten. Weitere Informationen über Podcasts gibt es bei Podcast und Podster.

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