Freitag, 10. Februar 2012

Das Thema des Monats

Handyfalle folgt Dialer-Trick (13.07.2005)

Abzocker kennen kein Pardon und haben auch kein Gewissen. Ungerührt legen sie Stolperfallen im Web aus, um arglose Computerbenutzer anzulocken - gerne dürfen es auch Jugendliche sein.

Wer unbedacht auf die falschen Schaltflächen klickt oder sogar 'OK' eingibt, hat sich früher oder später einen Dialer eingefangen. Der verbindet den PC dann über eine teure 0900-Nummer - zu mitunter horrenden Gebühren. Zwar immerhin nicht mehr verdeckt wie früher. Aber die wahren Kosten werden gerne so gut es geht verschleiert.

Gute Nachrichten: Strengere Auflagen für Dialer

und Jugendliche wenden - gleichzeitig am unteren Ende des Angebots in Minischrift ein verschämter Hinweis 'Mindestalter: 18 Jahre' zu lesen ist? Richtig: Nicht viel. Denn hier handelt es sich wohl zweifellos um einen gemeinen Trick. Bilder zum Ausmalen für Volljährige? Hausaufgabenhilfe für Erwachsene? Lächerlich. Die Gebühren von bis zu 50 Euro pro Einwahl werden trotzdem kaltschnäuzig abgebucht.

Zum Glück hat die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP) dieser Abzocke einen weiteren Riegel vorgeschoben. Wer mit Dialern Geld verdienen will, muss die Kosten heute noch deutlicher benennen als früher und darf auch keine Tricks mehr anwenden. Dialer-Fenster müssen zum Beispiel in der Mitte des Bildschirms erscheinen und eine gewisse Mindestgröße haben. Außerdem muss der Besucher die Kosten mehrfach bestätigen.

Neue Masche: Zahlen per Handy

Einige 'Anbieter', die mit Dialern ihr Geld verdienen, haben nun aufgrund der strengen Auflagen offensichtlich keine Lust mehr: Sie haben ihre Webseiten kurzerhand geschlossen und bieten die wohl klingenden Domains (Internetadressen) zum Verkauf an. Andere wollen sich hingegen nicht geschlagen geben und wenden neue Tricks an, um den Menschen - und eben allzu oft Jugendlichen - in die Tasche zu greifen.

Die neueste Masche: Bezahlen per Handy. Das haben die meisten Jugendlichen ohnehin in der Tasche. Nach dem Ansteuern der Webseite taucht ein Bezahlfenster auf dem PC-Bildschirm auf, das zur Eingabe der eigenen Handynummer auffordert. So weit, so harmlos. Wer seine Nummer eintastet, erhält kurze Zeit eine SMS mit seinem Bezahlcode. Sobald dieser Code in die Webseite übertragen ist, gilt das als Vertragsabschluss. Das Handykonto wird belastet: mit Beträgen von bis zu 9,90 Euro.

Vorsicht Abo: Wer nicht aufpasst, zahlt nicht nur einmal

Dagegen wäre noch nichts zu sagen - schließlich gibt es auch Angebote im Web, die durchaus ein paar Cent oder sogar Euro wert sind -, wenn nicht gleichzeitig der gute alte Abo-Trick angewendet würde. Im Kleingedruckten erscheint nämlich nicht nur der eigentliche Preis für die 'Leistung'. Es findet sich auch der Hinweis 'Abonnement' sowie zum Beispiel 'Buchung alle 3 Tage'. Was im Klartext bedeutet: Der angegebene Preis erscheint alle drei Tage erneut auf der Handyrechnung. Oder per E-Mail oder Brief. So lange, bis man kündigt.

Viele Kunden lesen in der Eile den Abo-Hinweis nicht - und werden so ungewollt mehrmals zur Kasse gebeten. Im Abo eben. Formal scheint alles korrekt, denn bei jeder Abbuchung trudelt eine neue SMS mit einer Bestätigung ein. Wer sich aber gar nicht bewusst darüber ist, ein Abo abgeschlossen zu haben, der kann mit einer solchen SMS in der Regel nicht viel anfangen, vermutet womöglich einen Werbetrick oder hält die SMS für einen Irrläufer - und ignoriert die Meldung.

Jugendliche weiterhin im Visier

Dialer haben es schwerer. Aber die Abzocker sterben deshalb noch lange nicht aus. Das Ganze ist nicht mal illegal, aber doch wohl zumindest unmoralisch. Wer Ärger vermeiden möchte, macht sich der neuen Stolperfallen bewusst - und versucht sie zu meiden.

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