Freitag, 10. Februar 2012

Die wichtigsten Fragen

Internet pädagogisch

Wie lange darf ein Kind am Computer sitzen?

Eine bekannte Illustrierte hat einmal Richtwerte veröffentlicht, wie lange Kinder höchstens am PC spielen sollten. Das begann mit zwanzig Minuten bei Kindern bis zu 6 Jahren und steigerte sich langsam mit wachsendem Alter. Zahlen, die wenig mit dem Leben und dem Alltag in den Familien zu tun haben. Denn wer würde ernsthaft den PC abschalten, wenn das Kind gerade kurz vor Spielende und dem erhofften Erfolg ist? Und auch der einstündige Fernsehfilm wird nicht konsequent nach einer halben Stunde gekappt, bloß weil die allgemeinen Empfehlungen für sechsjährige Kinder genau bei dieser Marke liegen. Wenn Kinder also aus Interesse, Begeisterung und Spaß auch schon mal eine oder zwei Stunden vor dem PC verbringen, ist das keine Katastrophe. Erst recht nicht, wenn sie das gemeinsam mit Freunden tun. Problematisch wird es nur, wenn Kinder Tag für Tag Stunden am Computer (oder vor dem Fernseher) verbringen. Dann sollten sich Eltern ernsthaft die Frage stellen, warum das so ist, und Alternativen zur Freizeitgestaltung anbieten.

Ab welchem Alter sollte mein Kind allein surfen?

Gegenfrage: Wann schicken Sie Ihr Kind allein auf die Straße, zum Einkaufen oder auf den Spielplatz? Wahrscheinlich dann, wenn Sie glauben, dass Ihr Kind sich in solchen Situationen sicher fühlt, weil Sie mit ihm das richtige Verhalten im Verkehr geübt oder es auf den Umgang mit anderen Menschen vorbereitet haben. Außerdem sollte es ein bestimmtes Alter erreicht haben, denn wer wird schon ein 3jähriges Kind allein zum Einkaufen schicken?

Genau diese Prämissen gelten auch fürs Internet. Kinder im Vorschulalter sollte man also zunächst behutsam in den Umgang mit PC und Internet einweisen. Sobald sie sicher mit dem Medium umgehen können, dürfen sie sich auch allein auf einer Kinderseite tummeln. Sie sollten Ihrem Kind einige empfehlenswerte Kinderseiten zur Auswahl anbieten. Das hat dann schon - etwas eingeschränkt zwar, aber immerhin - etwas mit Surfen zu tun. Nach und nach wird dann die "Surfleine" gelockert, und ab welchem Alter Ihr Kind tatsächlich allein surft und ob Sie ein Filterprogramm installieren oder nicht, das ist natürlich Ihre Entscheidung.

Kann ich kontrollieren, welche Seiten meine Kinder besucht haben?

Wenn Sie der Ansicht sind "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser", können Sie überprüfen, wo Ihr Kind sich im Internet aufgehalten hat - es sei denn, es hat die entsprechenden Informationen bereits gelöscht, bzw. den Browser so eingestellt, dass er nicht "mitschreibt". Ansonsten gilt folgendes: Wenn Sie den Button "Verlauf" (in der oberen Menüzeile des Internet Explorers) oder der "History" (Netscape, Mozilla) und der "Chronik" bei Firefox anklicken, können Sie nachschauen, welche Internetseiten besucht wurden. Im linken Teil des Bildschirms erscheint eine Liste mit den angesurften Internetadressen. Unter dem Menüpunkt "Ansicht" können Sie dann wählen, ob Sie diese Seiten alphabetisch, nach Datum oder nach der Anzahl der Zugriffe sortiert ansehen wollen. Dieses Verfahren hat allerdings den Hauch von "Spionage" an sich. Besser wäre eine Vertrauensbasis - indem Sie Ihrem Kind klar machen, warum einige Seiten problematisch sind. Hier hilft Ihnen unsere Rubrik LinkpfeilKinder im Netz.

Wie können Kinder den Wahrheitsgehalt von Informationen im Internet erkennen?

Das ist etwas, was auch vielen Erwachsenen schwer fällt. Wenn wir aber selbst kritisch mit Informationen umgehen, werden unsere Kinder auch einen geschärften Blick dafür bekommen. Es ist wichtig für Kinder zu wissen, dass im Prinzip jeder alles mögliche im Netz behaupten kann. Deswegen sollten Eltern für jüngere Kinder gezielt einige seriöse Seiten auswählen und möglichst zusammen mit den Kindern ins Netz gehen. Mit älteren Kindern kann man auch gemeinsam die Informationen überprüfen und sie auf Standards wie Impressum und Adresse der Anbieter hinweisen. Leider wird mit diesen Angaben im Internet noch sehr nachlässig umgegangen. In Wissen, wie's geht: Von Autoren und Datendieben können Kinder Schritt für Schritt lernen, worauf sie achten müssen.

Das Internet als Infopoint - wie können Kinder dieses Angebot nutzen?

Eine der großen Stärken des Internets ist die nahezu unerschöpfliche Ansammlung von Informationen, die mit einem Knopfdruck zur Verfügung stehen - Datenmengen, die Erwachsene nicht selten "erschlagen" und Kinder auf jeden Fall überfordern können. Für sie gibt es eigene Angebote, zum Beispiel Kinderzeitungen im Netz, Informationsangebote von Rundfunkanstalten und Verlagen, in denen speziell für Kinder aufbereitete Informationen und Nachrichten angeboten werden. In den Linktipps auf den Kinderseiten haben wir geeignete Links für Kinder zusammengestellt, die schon mal einen guten Ausgangspunkt für weitere Surftouren darstellen.

Das Internet als Spielplatz - muss das denn sein?

Spielen gehört zur Kindheit. Und Kinderspiele haben immer mit der Zeit zu tun, in denen die Kinder aufwachsen. In Zeiten des Internets also gehört auch das Spielen im Netz dazu. Und da gibt es für Kinder viele Angebote: Sie können sich gemeinsam in Spielen messen, sie können allein Geschicklichkeits-, Geduldsspiele oder sogenannte Jump'n Runs spielen. Es gibt allerdings auch blutrünstige und brutale Spiele im Netz - hier ist wieder elterliche Verantwortung gefragt. Noch eins: Manche Spieleanbieter versuchen ganz schamlos, von den Kindern persönliche Daten abzufragen. Gut, wenn die Kinder dann wissen, dass sie diese nicht preisgeben dürfen, beziehungsweise, dass sie ihre Eltern zu Rate ziehen sollten. Wenn Sie Ihre Kinder lieber offline am PC spielen lassen wollen, schauen Sie doch mal in unsere LinkpfeilSpieletipps. Dort finden Sie altersgerechte Spiele zu vielen Themen und Genres.

Das Internet als Quasselbude: Zeitverschwendung oder wichtige Kommunikation?

Es ist so wie im "richtigen" Leben auch: Vieles was gesagt oder geschrieben wird, ist überflüssig - manche nennen es Zeitverschwendung - etliches aber ist wichtig. Es ist doch toll, wenn ein Kind mit seinem Cousin in den USA, der Urlaubsbekanntschaft aus Portugal oder dem Austauschschüler aus Frankreich per E-Mail, per Chat oder per Instant Messaging direkt Kontakt halten kann. Auch erwerben Kinder soziale und kommunikative Kompetenzen, wenn sie sich in Chaträumen mit anderen treffen. Wichtig ist, dass sie dabei über die Gefahren informiert sind und wissen, dass die Internetverbindung Gebühren kostet. "Wissen, wie's geht" zum Thema Chatten bekommen Kinder Schritt für Schritt erklärt, worauf sie beim Chatten achten müssen.

Braucht mein Kind im Internet bestimmte Umgangsformen?

Auf jeden Fall. Zwar sitzen wir alle vor einer Maschine, wenn wir surfen, mailen oder chatten, aber am anderen Ende der Leitung sitzen Menschen. Das sollte auch Kindern klar sein. Es gibt einen informellen Verhaltenskodex fürs Internet, die sogenannte "Netiquette". Speziell für Chaträume wurde die "Chatiquette" entwickelt. Ausformuliert finden Sie diesen Kodex unter www.chatiquette.de. Drucken Sie sich diesen Text doch einfach aus und gehen ihn gemeinsam mit Ihrem Kind durch.

Beeinträchtigen Computer und Internet die Kreativität?

Computer und Kreativität – für viele ein Widerspruch. Das muss aber nicht sein. Ganz im Gegenteil: Sofern Computer und Internet nicht zum lebensbestimmenden Inhalt werden, können sie sogar Kreativität fördern und fordern. Der Computer lässt viel Raum, um Fantasie und Gestaltungskraft zu entfalten.
Es gibt eine Menge Möglichkeiten und Wege, um mit dem Computer und verschiedenster Software fantasievoll und gestalterisch tätig zu sein. Das kann über Fotos, Bilder, Animationen, Filme oder Musik geschehen, oder auch über Texte, Verse, Geschichten, Kommentare u. v. m.
Im vernetzten Internet lässt sich auch gemeinsam kreativ sein, z. B. über Weiterschreibgeschichten, wie Sie sie hier im Internet-ABC finden.

Warum sollten Computer und Internet auf dem Schul-Stundenplan stehen?

Ab wann sollte der Computer in den Unterricht einbezogen werden? Da gehen die Meinungen auseinander. Unbestritten bleibt aber, dass der routinierte Umgang mit dem Computer heute fast schon als selbstverständliche Kulturtechnik wie Schreiben, Lesen und Rechnen gilt. Längst ist der Computer als Werkzeug und Medium aus Schule, Studium und Beruf nicht mehr wegzudenken.

Für Kinder, die aus den unterschiedlichsten Gründen, seien es finanzielle oder kulturelle Motive, nicht die Möglichkeiten haben, im Elternhaus den Umgang mit dem Computer zu erproben, bietet die Schule ein wichtiges Übungsfeld und eine geeignete Trainingshilfe, um sich Medien- und Internetkompetenz anzueignen. Doch auch für die Kinder, die zuhause mit dem Computer umgehen können und dürfen, ist der sinnvolle und pädagogisch begleitete Einsatz von Computer und Internet in der Schule wichtig und förderlich. Hier können Sie lernen, welche Recherchetechniken es gibt, wie Textverarbeitung vereinfacht wird, wie gemeinsam eine Homepage entstehen kann, oder auch, dass der Computer eine geduldige Lernhilfe ist.

Die Vielfalt an Lernspielen zu allen denkbaren Fächern und Themen bieten für jedes Alter geeignete Unterstützung beim Lernen. Doch nicht nur Lernspiele können den Wissensdurst beflügeln, sondern auch das Internet. Im Netz können sich die Schülerinnen und Schüler miteinander austauschen und kommunizieren oder gemeinsam an Projekten arbeiten. Gerade in der Schule können die Schülerinnen und Schüler anhand von konkreten Projekten erlernen, wie sie den riesigen Informationspool Internet gezielt für die Recherche einsetzen.

Welches sind die wichtigsten Regeln, die ich mit meinem Kind vereinbaren muss, bevor es ins Internet geht?

Für das sichere Surfen im Internet sind erst einmal Sie als Eltern zuständig. Ähnlich wie Sie über den Fernsehkonsum Ihrer Kinder wachen, sollten Sie das auch beim Internet tun und gemeinsame Absprachen treffen. Nach und nach werden die jungen Surfer sich entsprechendes Wissen über das Internet und seine Gefahren aneignen, mehr und mehr Eigenverantwortung übernehmen und bestimmte Regeln verinnerlichen. Sind diese einmal für sie selbstverständlich, ist die beste Grundlage dafür gelegt, dass Internet-Gefahren Ihren Kindern nichts anhaben können.

Für jüngere Kinder sollte gelten: Sie sagen Ihnen vorher Bescheid, wenn sie ins Internet gehen und surfen auf bekannten Internetseiten, über die Sie sich im Vorfeld gemeinsam informiert haben. Neue Internetangebote werden zunächst gemeinsam angesehen.

Zwei entscheidende Regeln für den Aufenthalt im Internet gelten für alle Altersgruppen und sollten von Anfang an selbstverständlich sein: 1. Keine persönlichen Informationen preisgeben und 2. Angebote, die jugendschutzrelevant sind, meiden und über Erlebtes sprechen.

Zu 1:
So, wie die Kinder fremden Menschen im "realen" Leben keine Auskunft geben, dürfen sie auch im Internet niemals persönliche Daten wie Name, Adresse, Telefonnummer oder andere Informationen preisgeben.

Zu 2:
Kinder müssen wissen, dass sie ihre Eltern hinzuziehen können, wenn ihnen etwas komisch vorkommt, ohne dass ihnen gleich eine Tracht Prügel droht oder sie sich schämen müssen. Als Regel sollte dabei gelten, dass die Kinder jugendschutzrelevante Angebote schließen und darüber mit einer Person ihres Vertrauens sprechen, wenn sie die Seite beunruhigt, ängstigt oder verstört hat.

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