Dr.Surf
Was ist der Unterschied zwischen IMAP und POP3? (01.08.2005)
Lieber Dr. Surf,
kürzlich habe ich eine neue Version meiner E-Mail-Software auf dem Rechner installiert – und musste erschreckt feststellen: Es gibt in dem Programm deutlich mehr Funktionen und Einstellmöglichkeiten als noch vor zwei Jahren. So fragt mich die Software zum Beispiel am Anfang, ob ich POP3 oder IMAP benutze, um auf meine E-Mails abzuholen.
Ganz ehrlich, lieber Dr. Surf, ich kenne den Unterschied nicht – und weiß deshalb auch nicht, was ich einstellen kann oder muss. Können Sie mir den Unterschied zwischen POP3 und IMAP erklären? Freunde konnten mir auch nicht weiterhelfen. Einer sagt nur, IMAP sei 'einfach besser'. Stimmt das?
Ihre Kerstin Bendmann, Ravensburg
Lieber Frau Bendmann,
das ist eine sehr gute Frage, die recht häufig gestellt wird. Um den Unterschied zu verstehen, muss man wissen: E-Mails landen nicht gleich auf dem Rechner des Empfängers, sondern werden auf einem Server zwischen gespeichert – bis der Empfänger die elektronische Post dort mit seinem E-Mail-Programm abholt.
Genau hier gibt es Unterschiede. Bei POP3 (Post Office Protokoll Version 3) werden eingetroffene E-Mail vom Server auf den PC des Benutzers geholt und in der Regel auch gleich vom Server gelöscht. Einmal herunter geladenen E-Mails sind nur auf diesem einen Rechner vorhanden. POP3 ist die bekanntere Methode des Mail-Abrufs.
IMAP (Internet Message Access Protocol) ist die modernere Art und Weise, die eigenen E-Mails zu verwalten. Die E-Mails verbleiben auf dem Mail-Server und können dort gelesen, verschoben oder auch gelöscht werden. Vorteil: Wer Rechner benutzt, etwa einen PC am Arbeitsplatz, einen zu Hause und ein Notebook für unterwegs, kann auf diese Weise auf allen Rechner auf denselben Briefkasten zugreifen – jede Mail ist auf jeden Rechner vorhanden, ohne Tricksereien.
Das kann man mit POP3 im Ansatz auch hin bekommen, allerdings nicht so elegant – und erst recht nicht so konsequent. Denn bei IMAP sind zum Beispiel auch alle verschickten E-Mails auf allen Rechnern sichtbar – eben weil die Mails auf dem Server lagern. Wer mag, kann auch beliebig viele Ordner auf seinem IMAP-Mail-Server anlegen, quasi als virtuelle Posteingangskörbchen, und die eintrudelnde Post in diese Fächer einsortieren. Auch hier: Das Ergebnis ist auf allen Rechner zu sehen.
Jeder Mail-Dienst bietet POP3 an, aber nicht jeder IMAP – denn bei IMAP muss der Mail-Anbieter zwangsweise mehr Speicherplatz auf dem Server reservieren. Mittlerweile bieten aber die aller meisten Provider auch IMAP an. Einfach mal in den Beschreibungen des Providers nachschauen.









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