News
Schule 2.0 noch nicht in Sicht
Ergebnisse des Internet-ABC-Meinungsbarometers zum Thema "Internet in der Schule"
(19.11.2007)
Wie gut funktioniert das "Lernen und Lehren mit dem Internet" in der Praxis? Die Medienkompetenz-Initiative Internet-ABC hat in einer bundesweiten Umfrage bei den Beteiligten nachgehört. An der Meinungsbarometer-Aktion haben sich über 1.200 Schüler, Lehrer und Eltern aus ganz Deutschland beteiligt. Tenor: Das weltweite Datennetz hat in den meisten Schulen in Deutschland einen festen Platz. Fast die Hälfte der befragten Kinder (45 %) gab an, das Internet etwa einmal pro Woche in der Schule zu nutzen.

Wenn das Internet in der Schule eingesetzt wird, dann vor allem "um Informationen für den Unterricht zu suchen" (88 %). Gerade das Recherchieren im Netz kommt bei Schülern gut an. 43% der Befragten sagten, die Suche nach Infos im Internet mache mehr Spaß als die Lösungen in Schulbüchern nachzulesen. Doch auch negative Erfahrungen im Netz haben viele Schüler und Lehrer bereits gemacht. Die Online-Inhalte vermögen nicht immer zu überzeugen: Viele Seiten seien unverständlich (30%), oft fehle es an einer vernünftigen Orientierung im Netz (25%), oder man stoße bei der Suche nach Informationen häufig auf Gewalt- und Sexseiten (27%).
Dabei bietet sich den Schülern offenbar durchaus Gelegenheit, beim Surfen auf dem Schulcomputer auch potentiell gefährliche oder anstößige Seiten aufzurufen: So gab von den befragten Pädagogen weniger als die Hälfte (44 %) an, dass an ihrer Schule Filterprogramme am Computer eingesetzt werden, die unerwünschte Seiten abblocken (40 % der befragten Pädagogen gaben an, der Zugang werde über Absprachen mit den Schülern geregelt). Oft genug scheitert der Einsatz aber bereits an der Technik. Fast jeder fünfte der Befragten (18 %) gab an, es gebe im Unterricht keine technischen Voraussetzungen, online zu gehen.
"Es besteht Handlungsbedarf!"
"Auch wenn dies keine repräsentativen Ergebnisse sind, unterstreichen sie, dass der Einsatz des Internets im schulischen Umfeld große Chancen birgt, aber auch zahlreiche Probleme bei der Umsetzung", erklärt Mechthild Appelhoff, die Vorsitzende des von zwölf Landesmedienanstalten getragenen Vereins Internet-ABC. "Hier besteht noch Handlungsbedarf, sowohl bei der Ausstattung der Schulen als auch bei Schulungen für Pädagogen und Informationsveranstaltungen für Eltern".
So gaben nur 37 Prozent der befragten Eltern an, dass die Schule Ihrer Kinder ein Medienkonzept hat bzw. im Rahmen von Elternabenden über den Internet-Einsatz informiert. Knapp 50 Prozent der Eltern sagten, sie wüssten gar nicht, wie das Internet in der Schule ihres Kindes genutzt wird. 42 Prozent gingen zumindest davon aus, dass ihre Kinder in der Schule Informationen per Internet suchen. Für die heimische Nutzung wiederum nannten 44 Prozent der Eltern, dass ihr Kind im Internet überwiegend für die Schule recherchiert.
Viele Schüler bringen sich den Umgang mit dem Internet selbst bei
Optimierungspotential gibt es laut der Umfrage auch in Bezug auf die Vermittlung der "Online-Kompetenz" in den Schulen. Fast jedes zweite Kind bringt sich den Umgang mit dem Internet selbst bei. Nur ein Viertel der befragten Schüler gab an, das notwendige Wissen im Unterricht selbst erfahren zu haben (selbst beigebracht: 44 %, von Eltern beigebracht: 25 %, von Lehrern beigebracht: 26 %, von sonstigen, z.B. Freunden oder Zeitschriften beigebracht: 5%).
Auch bei den Pädagogen herrscht das "Selbst beigebracht"-Prinzip vor (61%). Nur jeder fünfte Lehrer (19 %) gab an, Fortbildungsveranstaltungen zum Umgang mit den Internet besucht zu haben.
An der "Schule und Internet"-Umfrage auf www.internet-abc.de hatten sich insgesamt 1.248 Kinder, Pädagogen und Eltern beteiligt. Die größte Resonanz kam aus dem Grundschulbereich. Der Aufruf zur Teilnahme am Meinungsbarometer ging einher mit der Neugestaltung der Internet-ABC-Homepage. Zum Themenschwerpunkt "Internet und Schule" finden Kinder, Eltern und Pädagogen auf dem Online-Portal umfassendes Material und hilfreiche Features wie den "Schulfachnavigator" oder Anleitungen zur Gestaltung von Elternabenden.









Verdächtige Seiten
Die wichtigsten Fragen
Sitemap
Impressum



