Freitag, 10. Februar 2012

Thema des Monats

Was taugen eigentlich Tuning-Programme? (07.01.2008)

Computerzeitschrift mit Werbung für Tuning-Programme

Eine Frage stellt sich früher oder später wohl jeder PC-Benutzer: Warum wird mein Rechner eigentlich mit der Zeit immer langsamer? Um eine unvermeidliche Alterserscheinung handelt es sich dabei jedenfalls nicht. Auch nicht um die Folge schlechter Pflege.

Schuld daran, dass Programme nicht mehr so schnell geladen werden und der PC insgesamt spürbar träger wird, ist lediglich nur eine gewisse Unordnung. Ein schleichender Prozess: Nicht mehr benötigte Dateien bleiben als Dateileichen auf der Festplatte zurück, die Systembereiche von Windows schwellen unnötig an, Programme werden nicht korrekt deinstalliert und das alles ist zudem nicht optimal aufgeräumt.

Bordeigene Mittel nicht sonderlich effektiv

Dem Laien bleiben die konkreten Gründe für die Trägheit seines PCs ohnehin weitgehend verborgen. Er spürt lediglich den Effekt. Nur Fachleute können mit geeigneten Werkzeugen sehen, welches Datenchaos tatsächlich herrscht. Leider ist es auch nicht so einfach, die Tempobremsen mit Bordmitteln zu lösen. Windows bietet zwar unter "Zubehör > Systemprogramme" Funktionen wie "Datenträgerbereinigung" oder "Defragmentierung" an. Damit lässt sich auch die Festplatte aufräumen und das Arbeitstempo etwas verbessern. Aber besonders effektiv sind die Standardfunktionen leider nicht.

Und da lauert eine gewisse Gefahr, denn es gibt mehrere Dutzend Programme zu kaufen, die Linderung in Aussicht stellen. Sie werben gene mit Schlagwörtern wie "Tuning", "Booster" oder "Power" auf der Verpackung und versprechen vor allem eins: einen deutlich schnelleren PC im Handumdrehen. Allerdings: Viele dieser Programme taugen nicht sonderlich viel. Sie räumen zwar die Festplatte auf, entfernen Dateileichen oder entrümpeln auch den Systembereich "Registry" etwas.

Allerdings ist das Ergebnis dieses "Frühjahrsputzes" nicht besonders beeindruckend: Dasselbe lässt sich eben auch mit Bordmitteln und einigen kostenlos erhältlichen Hilfsprogrammen erreichen. Die Kaufprogramme bieten also bestenfalls etwas mehr Komfort, aber selbst das nicht immer.

Praktisch für Laien: Komplette Optimierung unter einem Dach

Computerbenutzer sollten sich daher informieren, bevor sie sich mit Tuning-Programmen eindecken. Es gibt durchaus einige Programme, die ihren Job ganz gut erledigen. Die Programm "Tuneup Utilities", gerade erst in einer neuen Version 2008 erschienen, hat zum Beispiel schon viele Auszeichnungen erhalten. Denn hier gibt es viele Optimierungsfunktionen unter einem Dach. Sehr praktisch für Laien, denn die "1-Klick-Wartung" erledigt tatsächlich alles auf Knopfdruck. Wer sich etwas besser auskennt, kann aber auch selbst bestimmen, was optimiert werden soll - und was besser nicht. Durchaus empfehlenswert.

Unbestreitbar sinnvoll ist eine Defragmentierung der Festplatte, und das möglichst regelmäßig (alle paar Wochen). Im Laufe der Zeit werden Programme und Daten über die gesamte Festplatte verstreut gespeichert. Es dauert dadurch länger, vor allem große Programme und Daten zu laden. Mit Hilfe einer Defragmentierung werden die Datenfragmente wieder zusammengeführt und der Zugriff darauf so spürbar beschleunigt. Windows hat eine eigene Defragmentierung an Bord, die diese Aufgabe ganz ordentlich bewältigt.

Nur wenige Programme wirklich sinnvoll

Wer seinen PC intensiv nutzt, für den kann sich die Anschaffung eines kommerziellen Defragmentierprogramms durchaus lohnen. Gut geeignet sind Programme wie O&O Defrag, denn diese Programme defragmentieren die Festplatte nicht nur, sondern optimieren sogar noch, in welcher Reihenfolge die Dateien auf der Festplatte gespeichert werden. Dazu analysiert die Software die Gewohnheiten des PC-Benutzer und wählt dann die optimale Platzierung der Dateien. Der Effekt ist verblüffend - lohnt sich aber wirklich nur, wenn ein PC wirklich sehr intensiv genutzt wird und viele Daten gespeichert und geladen werden müssen.

Braucht man also Tuning-Programme? Jein! Man braucht auf jeden Fall Werkzeuge, die einem bei der Analyse und der Optimierung behilflich sind. Einiges hat Windows serienmäßig an Bord, anderes gibt es als kostenlosen Download im Netz. Wer jedoch auf Komfort Wert legt oder besonders ausgefuchste Funktionen schätzt, bekommt die in der Regle nur von Kaufprogrammen geboten. Dann aber auch nur von einigen wenigen, die als Marktführer gelten und von den Fachzeitschriften durch die Bank gut besprochen werden. Von den vielen anderen Programmen von eher kleinen und unbekannten Anbietern sollte man besser die Finger lassen.

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