Wissen, wie's geht
Instant Messaging
Auch wenn Ihnen der Begriff "Instant Messaging" (kurz: "IM") vielleicht noch nicht bekannt sein sollte, die drei Buchstaben "ICQ" oder "MSN" sind Ihnen sicherlich schon einmal zu Ohren gekommen.
Besonders bei Jugendlichen, aber auch schon bei vielen Kindern sind Instant Messenger wie ICQ sehr beliebt. Sie nutzen es, um mit ihren Freunden zu plaudern, Verabredungen zu treffen oder Dateien auszutauschen.
Übersicht
Was ist Instant Messaging?
"Instant Messaging" heißt soviel wie "sofortige Nachrichtenübermittlung". Dem Chatten im Webchat ähnlich, ermöglicht Instant Messaging, nahezu in Echtzeit Nachrichten zwischen den Teilnehmern auszutauschen. Dazu muss ein spezielles Programm, der Instant Messenger, installiert werden. Er zeigt dem Nutzer u.a. an, welche seiner Freunde ebenfalls zur gleichen Zeit online sind. Die Person, der man schreiben möchte, kann einfach in der so genannten "Kontaktliste" angeklickt werden und schon kann man seine Nachricht verfassen. Beim Empfänger öffnet sich umgehend ein kleines Fenster auf dem Bildschirm, in das dieser auch sofort seine Antwort tippen kann.
Abgesehen von reinen Textnachrichten bieten die meisten Messenger noch zusätzliche Funktionen, wie Dateitransfer, Voice- und Videochats, Grußkarten, SMS-Versand (kostenpflichtig) oder kleine Online-Spiele, die mit anderen Nutzern gespielt werden können.
Bekannte Messenger
Unter Jugendlichen sehr beliebt und viel genutzt ist ICQ. Laut der JIM-Studie 2007 des medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest ist ICQ mit 88% der meistgenutzte Messenger unter den 12- bis 19-Jährigen. Die drei Buchstaben stehen in Lautschrift für "I seek you" (= Ich suche dich).
Die grundsätzlichen Funktionen der Messenger sind im Prinzip alle ähnlich. In der Regel wird von Jugendlichen der Messenger bzw. das Netzwerk genutzt, bei dem die meisten anderen Freunde angemeldet sind. Die stückweise Zusammenführung der Netzwerke (zum Beispiel über ICQ und AOL können auch netzwerkübergreifend Nachrichten ausgetauscht werden) und die Existenz von so genannten Multi-Protokoll-Clienten macht es inzwischen jedoch nicht mehr zwingend notwendig, den gleichen Messenger zu nutzen.
Weiterhin viel verwendete Programme sind AIM (von AOL), MSN bzw. Windows Live Messenger (von Microsoft), Yahoo! Messenger und Jabber (viel genutzt von Linux-Anwendern).
Aufgrund der starken Verbreitung des Instant Messaging kommen nach und nach immer mehr Anbieter dazu. So haben inzwischen auch gmx, web und google eigene Messenger im Programm.
Gmx und web sind MultiMessenger, ähnlich wie die werbefreien Messenger Trillian, Miranda IM und Pidgin (ehem. Gaim), die von unabhängigen Produzenten angeboten werden. Sie alle sind Multi-Protokoll-Clienten. Diese stellen kein eigenes Instant Messaging-Netzwerk zur Verfügung, sondern nur die Messenger-Programme. Der Vorteil ist, dass man mit dieser Software in mehreren Netzwerken gleichzeitig aktiv sein kann, d.h. man kann damit parallel bspw. im ICQ- und AOL-Netzwerk angemeldet sein.
Unterschied zum Web-Chat: Risiken und Vorteile
Im Unterschied zu herkömmlichen Webchats läuft das Instant Messaging nicht über eine öffentliche Plattform eines Chatbetreibers im WWW. Vielmehr sind die Computer quasi direkt miteinander verbunden. Die Unterhaltungen spielen sich in der Regel nur zwischen zwei Personen ab, die sich wie bei einem Telefonat oder einer E-Mail gezielt adressieren.
Dies kann sowohl Vor- als auch Nachteile haben, je nachdem wie und wozu Kinder und Jugendliche den Messenger nutzen und welche Sicherheitseinstellungen vorgenommen werden.
Der klare Nachteil dieses Chats im kleinen Kreis ist, dass es keine Möglichkeit gibt, Moderatoren oder Filter als kontrollierende Instanzen einzusetzen. Sollten Kinder oder Jugendliche von Fremden angeschrieben und ggf. belästigt werden, können also weder ein Chat-Moderator noch andere Chatter helfend einschreiten.
Der Vorteil am Instant Messaging ist, dass die Wahrscheinlichkeit einer Ansprache durch Fremde gegenüber öffentlichen Chats noch recht gering ist, da man sich ganz gezielt an eine bestimmte Benutzerkennung (den Benutzernamen oder die ICQ-Nummer) wenden muss und sich hier nicht – wie im Chat – viele unbekannte Menschen in einem Raum tummeln.
Instant Messaging ist weniger darauf ausgelegt, neue Leute kennen zu lernen, sondern wird eher als billige und schnelle Alternative zu Telefon, E-Mail und SMS genutzt, um sich mit bekannten Schulfreunden, Verwandten oder Kollegen auszutauschen. Vor diesem Hintergrund ist es als positive Eigenschaft anzusehen, dass die Freunde hier entsprechend privat unter sich sein können und keine Fremden die Gespräche öffentlich in einem Web-Chat verfolgen und sich einmischen können.
Um dennoch dem Risiko von Fremdansprachen entgegen zu wirken, ist es inzwischen bei allen Messengern möglich, entsprechende Einstellungen vorzunehmen. So lässt sich beispielsweise festlegen, dass generell nur Nachrichten von in der Kontaktliste stehenden Personen angenommen werden.
Die wichtigsten Tipps und Sicherheitseinstellungen
Um Kinder und Jugendliche vor problematischen oder gefährlichen Inhalten sowie vor Belästigungen zu schützen, können und sollten einige Sicherheitseinstellungen vorgenommen und einige grundsätzliche Regeln beachtet werden. Die verschiedenen Messenger bieten dazu – in unterschiedlicher Ausprägung – diverse Einstellungen an. Die Voreinstellungen der Software bzgl. Sicherheit sind in der Regel auf einem sehr niedrigen Level und müssen vom Nutzer selbst hoch gesetzt werden.
Allgemeine Tipps
- Wählen Sie nur einen Messenger aus, der Sicherheitseinstellungen zulässt.
- Grundsätzlich sollten Messenger so eingestellt werden, dass neue Kontakte vorher akzeptiert werden müssen, bevor sie in die Kontaktliste aufgenommen werden.
- Die eigene Messenger-Kennung (Benutzername, ICQ-Nummer, Yahoo-ID etc.) sollte nicht leichtfertig an fremde Personen weitergegeben werden (zum Beispiel in öffentlichen Foren oder Chaträumen). Auch Nummern von Freunden sollten nicht ohne deren Einverständnis weiter gereicht werden.
- Man sollte nur wirklich gute Freunde in die Kontaktliste aufnehmen und vor allem auch nur diesen erlauben, einen selbst in deren Liste zu setzen (bei einigen Messengern lässt sich dies nämlich nicht rückgängig machen).
- Öffentlich einsehbare Messenger-Profile von Kindern sollten möglichst sparsam und zurückhaltend ausgefüllt werden: keine Adresse, Telefonnummer, Alter, Bilder - am besten nur einen Spitznamen!
- Unliebsame Kontakte sollten gelöscht bzw. mit der "Ignore-Funktion" gesperrt werden.
Sicherheit
- Folgende Einstellungen sollten vorgenommen werden:
- Nur Nachrichten von Personen in der Kontaktliste annehmen.
- Aufnahme in die Kontaktliste nur mit Erlaubnis zulassen.
- Öffentliche Statusanzeige abschalten.
- Nachrichtenverlauf automatisch speichern.
- Anzeigebild und Webcam-Übertragung ausschalten bzw. auf autorisierte Personen begrenzen.
Eine detaillierte Beschreibung dieser Einstellungen finden Sie bei
Klicksafe.de oder
chatten-ohne-risiko.net - Es sollten grundsätzlich keine Dateien von unbekannten Personen angenommen werden, da diese Viren, Trojaner etc. enthalten können. Ebenso wie die Video- oder Telefonübertragung lässt sich dies leider nicht bei allen Messengern automatisch blockieren. In diesem Fall sollte Kindern ausdrücklich erklärt werden, dass sie immer auf "ablehnen" klicken sollen.
- Klicken Sie keinesfalls auf einen erhaltenen Link im Nachrichtenfenster, ohne sich vorher abgesichert zu haben, dass die jeweilige Person diesen auch tatsächlich willentlich geschickt hat. Wie bei E-Mail-Würmern können sich eingefangene Schädlinge selbstständig an die Personen aus den Kontaktlisten verschicken. Auch wenn Links von Bekannten kommen, können sich dahinter also Gefahren verbergen und der Sender weiß selbst nichts davon.
- Die Messenger-Software sollte immer auf dem aktuellen Stand gehalten werden, da bekannt gewordene Sicherheitslücken vom Anbieter behoben werden. Besonders die allgemein viel genutzten Messenger-Netzwerke sind häufiger Ziele von Angriffen.









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