Thema des Monats
Aktueller Trend: Cloud Computing (07.12.2009)
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Derzeit macht ein neues Schlagwort die Runde, das so genannte "Cloud Computing". Viele bekannte Firmen setzen bereits auf die neue Technologie, Google zum Beispiel, aber auch Amazon, Adobe, Apple - und Microsoft, um nur die wirklich großen Player zu nennen.
Übersetzt bedeutet Cloud Computing so viel wie "Rechnen in der Wolke". Was erst mal nach einer wolkigen Formulierung klingt, trifft die Sache jedoch ganz gut. Denn Cloud Computing bedeutet, dass man seine Daten irgendwo im Netz speichert und verarbeitet, ohne konkret zu wissen, auf welchem Computer nun genau. Das Textdokument, die Zahlentabelle oder die Fotosammlung landen also nicht mehr auf der eigenen Festplatte, sondern irgendwo im Web - und werden auch da bearbeitet, verändert und eben dauerhaft gespeichert.
Rechnen in der Wolke
Die meisten von uns nutzen Cloud Computing längst, wenn auch in der Regel ohne es zu merken. Wer zum Beispiel ein Mail-Postfach bei Google Mail hat, nutzt Cloud Computing. Die E-Mails sind nicht auf dem eigenen Computer gespeichert, jedenfalls erst mal nicht. Keiner weiß, wo sie wirklich gespeichert sind, das könnte irgendwo auf der Welt sein (Wolke). Außerdem kommt eine Software zum Einsatz, die man nicht installieren muss, um auf die Nachrichten zuzugreifen. Auch das ist ein wesentlicher Aspekt des Cloud Computing.
Auch Online-Fotoalben wie flickr.com oder Videoplattformen sind Cloud-Computing-Dienste, aber da kennt man es nicht anders. Ein weiteres, sehr praktisches Beispiel für Cloud Computing sind Online-Textverarbeitungen wie Google Text und Tabellen (docs.google.com) oder Adobes wirklich gelungene Online-Textverarbeitung Buzzword. Hier muss der Benutzer nichts installieren, keine Updates einspielen, es gibt keinen Ärger mit Speicherplatz oder Softwarefehlern. Um die Online-Textverarbeitung zu benutzen, ist nur ein ganz normaler Browser nötig, egal welcher. Software und Daten sind im Netz gespeichert. Server erledigen die ganze Arbeit, die sonst der eigene PC erledigt hätte.
Cloud Computing hilft, Kosten zu sparen
Das Konzept des Cloud Computing bringt durchaus eine Reihe Vorteile, birgt allerdings auch Risiken. Für Firmen ist Cloud Computing eine praktische Sache, denn sie müssen keine Hardware kaufen, keine Infrastruktur aufbauen, keine Netzwerkspezialisten anheuern, selbst um das Einrichten von Software muss sich niemand kümmern. Firmen können so viel Rechenkapazität und so viel Speicherplatz mieten, wie sie gerade brauchen - das spart Kosten und schafft mehr Flexibilität.
Für Privatleute sind solche Überlegungen nicht so wichtig. Die in einem modernen PC eingebaute Festplatte reicht in der Regel völlig aus, um alle Programme, Dokumente, Fotos, Texte oder Videos zu speichern. Privatleute haben aber ein anderes Dilemma: Die meisten benutzen längst mehrere Computer, etwa am Arbeitsplatz, zu Hause, im Wohnzimmer - und unterwegs, denn auch Smartphones sind heute eigentlich portable Computer.
Immer und überall auf seine Daten und Programme zugreifen
Und wer möchte nicht von jedem dieser Rechner auf gespeicherte Daten zugreifen? Niemand will alle Texte, Fotos oder Videos immer auf alle Rechner und Handys kopieren. Das wäre zeitaufwändig - und irgendetwas würde immer fehlen. Hier erweist sich das Konzept des Cloud Computing als eine große Stärke. Wer seine Daten in der Wolke speichert, kann von jedem Rechner, mit dem Handy darauf zugreifen. Da fängt es an, praktisch zu werden.
Weiteres Problem bisher: Man hat eine Software gekauft, darf sie streng genommen aber nur auf einem Rechner benutzen, so sehen es die üblichen Lizenzvereinbarungen vor. Wer eine Software im Web benutzt, zahlt entweder gar nichts (die meisten Anwendungen sind noch gratis), oder eben einen festen Monatsbeitrag. An wie vielen Rechnern mit der Software gearbeitet wird, spielt keine Rolle. Selbst Microsoft bietet künftig sein Microsoft Office (auch) als Web-Anwendung an.
Kehrseite der Medaille: Datenschutz
So weit, so praktisch, zumindest wenn immer und überall schnelle Datenleitungen zur Verfügung stehen. Das Konzept des Cloud Computing hat aber auch Nachteile. Der wohl größte: Datenschutz. Nicht jedem ist wohl bei dem Gedanken, seine Daten auf einem anonymen Server zu speichern, irgendwo, ohne kontrollieren zu können, wer darauf zugreift (im Zweifel könnten das sogar Geheimdienste oder Behörden sein).
Hier liegt eine der großen Herausforderungen der nächsten Zeit: Die Anbieter müssen einen Weg finden, die potenziellen Kunden aufzuklären, sie müssen ihnen Wege aufzeigen, die Daten sicher zu speichern, so dass niemand ohne entsprechende Berechtigung auf die Daten zugreifen kann (etwa durch entsprechende Verschlüsselung). Aber selbst dann bleibt es letztlich eine Frage des Vertrauens. Jedenfalls gehören besonders sensible Daten eher nicht in die Wolke, sondern auf die eigene Festplatte. Bei weniger sensiblen Daten lassen sich Bedenken sicher eher ignorieren oder ausräumen.
Zwei Säulen: Online und Offline
Cloud Computing stellt die Art und Weise, wie wir mit Programmen und Daten umgehen, derzeit mächtig auf den Kopf. Das Konzept wird sich fest etablieren, aber das bisherige Modell (Programme und Daten auf dem eigenen Rechner oder im eigenen Rechenzentrum) nicht ablösen, sondern ergänzen. So kann dann jeder das Modell wählen, das optimal passt - in jedem Einzelfall. Während die Familienfotos in der Wolke vielleicht gut aufgehoben sind, ist es die Steuererklärung oder der Schriftverkehr des Rechtsanwalts eher nicht.
Ihre Meinung ist gefragt!
Was halten Sie vom Cloud Computing? Sind Ihre Daten im Netz gut aufgehoben? Oder lieber nicht? Sagen Sie uns Ihre Meinung!









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