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Jeder kann Datenkrake spielen: Spielerisch mehr Verständnis für Datenschutz
(03.05.2012)
Eigentlich sollte es sich mittlerweile herumgesprochen haben: Persönliche Daten sind äußerst sensibel. Man sollte sie nur sehr sparsam verraten. Gleichzeitig sind persönliche Daten aber auch ein begehrter "Rohstoff". Viele Unternehmen und Onlinedienste versuchen, an solche Daten heranzukommen. Welche Tricks Datensammler dabei anwenden und was mit den Daten am Ende passiert, ist vielen Usern noch immer nicht so richtig klar.
Wer die Tricks der Datensammler kennt und versteht, fällt nicht mehr so leicht darauf hinein. Das ist die Idee und das überzeugende Konzept eines ungewöhnlichen Onlinespiels namens "Data Dealer". Hier kann sich jeder auf spielerische Art und Weise dem Thema nähern. Das Browser-Game vermittelt humorvoll wichtiges Know-how rund ums Thema Datenschutz. Das Spiel erinnert von Konzept und Gestaltung an Spiele wie Farmville. Ziel des Spiels: "Als Data Dealer sammelst Du alle privaten Details über Freunde, Nachbarn, Bekannte und den Rest der Welt".
Überall werden Daten gesammelt
Dazu schlüpft der Spieler in die Rolle eines Datenhändlers, er muss versuchen, an möglichst viele Daten zu kommen. Namen, Geburtsdaten, Fotos, Krankheiten, sexuelle Orientierung, Videos - alles, was sich speichern lässt und was dabei helfen könnte, ein Profil der Menschen anzufertigen, soll gesammelt, gehortet und später auch ausgewertet werden. Datenquelle sind soziale Netzwerke, Gewinnspiele oder Partnerbörsen. Bis zu 30 Profildetails werden im Spiel gesammelt. Je mehr man über eine Person in Erfahrung bringen kann, umso besser, und je mehr Daten sich mit einem Projekt sammeln lassen, umso mehr lässt sich am Ende verdienen.
Wie bei einem Aufbaustrategiespiel muss der Spieler Geld einsetzen, um seine Datensammel-Projekte an den Start zu bringen. Später werden die gesammelten Daten geerntet, je mehr, desto besser. Es bieten sich verschiedene Möglichkeiten, was mit den gesammelten Daten angestellt werden kann: Entweder, die Daten werden seriös verkauft, das gibt zwar weniger Geld, dafür aber auch weniger Ärger, oder man wendet sich an unseriöse Daten-Schwarzhändler, was deutlich mehr Geld einbringt.
Methoden der Industrie aufdecken
Entwickelt wurde das Browser-Game von einem mehrköpfigen Team aus Wien. Die Entwickler haben sich vorgenommen, die Menschen über die Methoden der Industrie aufzuklären und für den Datenschutz zu sensibilisieren. Über 3.000 Arbeitsstunden sollen bereits im Game stecken - und es ist längst noch nicht fertig. Derzeit kann man nur eine Demoversion spielen, mit eingeschränkten Möglichkeiten. So ist es zum Beispiel noch nicht möglich, den aktuellen Spielstand zu speichern.
Eine außerordentlich gute Idee. Das Spiel vermittelt anschaulich und unterhaltsam, wie das mit dem Datensammeln funktioniert. Im Spiel wird nichts beschönigt, aber auch nichts dramatisiert. Wer sich durch die Level von "Data Dealer" kämpft, begreift recht schnell, wie das mit dem Datensammeln funktioniert. Im Spiel - und in der Realität.
[Ein Beitrag von Jörg Schieb]













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