Thema des Monats
Das Ende von Digital Rights Management (08.01.2009)
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Alle Welt redet von MP3-Musik und MP3-Playern. Doch in Wahrheit landet Musik nur relativ selten im MP3-Format auf der Festplatte des eigenen PCs und letztlich in den tragbaren Playern. Online eingekaufte Musik wird in aller Regel in anderen Dateiformaten ausgeliefert: Apple stellt Musik bei iTunes im AAC-Format (Advanced Audio Coding) zur Verfügung, andere Onlineshops bevorzugen WMA (Windows Media Audio). Nur sehr wenige liefern Musik tatsächlich als MP3 aus.
Warum die Musikindustrie DRM eigentlich mag

Warum ist das eigentlich so? Warum bieten iTunes, Musicload und Co. Musik nicht im viel praktischeren MP3-Format an, mit dem jeder Computer und jeder Player klarkommt? Warum wird anderen Dateiformaten der Vorzug gegeben? Die Antwort liegt klar auf der Hand, wird von Managern aber ungern laut ausgesprochen: MP3 ist bei Musiklabels und Musikshops unpopulär, weil MP3 keine (oder kaum) Kontrolle ermöglicht.
Proprietäre Formate wie AAC oder WMA hingegen bieten die Möglichkeit, dem Kunden Vorschriften zu machen. So lässt sich etwa festlegen, wie oft er eine gekaufte Musik abspielen, kopieren oder auf CD brennen darf. Bislang war es mehr oder weniger üblich, online verkaufte Musik mit "Digital Rights Management" (DRM) zu versehen. Was fast schon wie ein Feature klingt, meint letztlich aber nur eins: Dass der Kunde nicht Herr der Lage ist. Er darf mit der gekauften Musik nicht anstellen, was er möchte. Der Verkäufer bestimmt die Spielregeln.
Warum Musikkonsumenten DRM nicht mögen
Das allein würde viele nicht mal stören - wenn da nicht die damit verbundenen Konsequenzen wären, die einem in der Praxis das Leben schwer machen können. DRM bedeutet nämlich allzu oft auch Verwirrung, mangelnder Komfort, oft sogar Ärger. Denn kauft jemand in einem Onlineshop Musik, die im WMA-Format zur Verfügung gestellt wird, der verwendete MP3-Player beherrscht dieses Dateiformat aber nicht, bleiben die Kopfhörer stumm. Wer sich mit technischen Dingen nicht so gut auskennt, fragt sich, was los ist - kommt aber nicht weiter.
Darum ist es gut, dass "Digital Rights Management" so ganz allmählich in Rente geht. Auf der Apple-Messe MacWorld Anfang Januar in San Francisco hat Apple bekannt gegeben, dass iTunes nun komplett auf DRM verzichtet. Acht Millionen Songs lassen sich bereits ohne DRM laden - ab April verkauft iTunes alle zehn Millionen Songs ohne DRM. Dann ist iTunes eine DRM-freie Zone. Auch Musicload von der Telekom will so schnell wie möglich komplett auf DRM verzichten.
Das Ende von DRM - endlich
Viele kleinere Onlineshops verzichten von Anfang an auf DRM, vor allem solche Portale, die Musik von unbekannteren Künstlern verkaufen. Auch Amazon USA verzichtet auf Kopierschutz: Amerikanische Kunden können die online gekaufte Musik sogar im MP3-Format beziehen. Die Dämme sind nun endgültig gebrochen: Nicht mehr lange und DRM gehört endgültig der Vergangenheit an. Kein Musiklabel, egal ob groß oder klein, kein Onlineshop wird jetzt noch DRM-geschützte Musik anbieten können.
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