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Enkel und Großeltern - Internet gemeinsam erfahren
Enkel und Großeltern können sich gegenseitig helfen, wenn es um den Einstieg ins Netz geht. Das Internet-ABC zeigt, wie's geht!
(25.06.2010)

Das Internet bestimmt heute in vielen Bereichen unseren Alltag, und gerade für die jüngere Generation ist es scheinbar unverzichtbar geworden. Freunde treffen, sich verabreden, Fotos und Videos austauschen, aber auch lernen, spielen und Informationen suchen, einkaufen, Reisen buchen und vieles mehr findet am Computer statt.
Wie sieht es in ihrer Familie aus? Sind die Großeltern schon online? Die verschiedenen Generationenkönnen heute gemeinsam am Computerbildschirm mit einem Mausklick jede Menge neuer Sachen entdecken oder über das Internet Fotos und E-Mails austauschen.
Sind in Ihrer Familie die Großeltern noch nicht online, dann benötigen sie vielleicht Unterstützung bei den ersten Schritten im Netz. Was halten Sie davon, die Rolle des Senioren-Surflehrers in der Familie ihren Kindern zu überlassen? Wenn ältere und jüngere Menschen miteinander lernen, ist es nicht einfach, den Rollenwechsel zwischen Lernendem und Lehrer zu vollziehen. Gerade erwachsenen Kindern und ihren Eltern fällt das miteinander Lernen oft schwer, weil jahrelang erprobte zwischenmenschliche Grundmuster kaum Raum für Neues lassen. Da kann es hilfreich sein, einfach eine Generation zu überspringen. Kinder wachsen heute mit der neuen Technik auf und eignen sie sich vielfach autodidaktisch an. Sie leben ihren Eltern und Großeltern einen unbeschwerten Umgang mit Computer und Internet vor.
Gemeinsam vor dem Computerbildschirm kann jeder von jedem lernen. Das Selbstvertrauen ihres Kindes wird gestärkt, indem es Oma und Opa den Umgang mit dem Computer erklärt. Einmal eingewiesen in den Umgang mit dem Computer können die Großeltern ihre Enkel besser verstehen. Ihnen wird die Möglichkeit eröffnet,an derjugendlichen Alltagswelt teilzunehmen. Themen, über die die Enkel reden, können die Großeltern mit Hilfe des Internet recherchieren und dann die Kinder mit ihrem Wissen überraschen.Den jungen Internetnutzernsteht gleichzeitig ein erfahrener Ansprechpartner zur Seite, wenn Zweifel an der Authentizität von Inhalten aufkommen.
Zunächst einmal sollte der unbefangene Umgang mit dem technischen Gerät im Vordergrund stehen. Kinder können älteren Menschen leichter die Scheu vor dem Computer nehmen und dabei helfen, den Umgang mit Maus und Tastatur zu lernen. Dass man die Bedienung durch Ausprobieren erlernen kann und nicht erst einmal ein Handbuch oder eine lange Anleitung lesen muss, ist für die ältere Generation eine bisher ungewohnte Erfahrung. Sind die ersten Schritte getan, kann es die Aufgabe der Großeltern sein, das Verhalten ihrer Enkel im Internet zu beobachten und es kritisch, aber auch mit dem Blick des Anfängers zu hinterfragen, um so das Bewusstsein der Enkel für einen sicheren Umgang mit dem Internet zu fördern.
Praktischer Nutzen
Nach der Schule könnten Enkel ihren Großeltern zum Beispiel einen Entwurf ihres anstehenden Referates mailen oder einen Aufsatz für die Schule von Oma und Opa korrigieren lassen. Im Gegenzug stehen die Enkel bei technischen Schwierigkeiten mit dem Computer als Ansprechpartner zur Verfügung und können Auskunft über die Funktionen des Internet geben.
Wenn die Großeltern weiter weg wohnen, können sie im Online-Fotoalbum schnell auf dem neuesten Entwicklungsstand des Nachwuchses gebracht werden oder zahlreiche Aktivitäten im Familienweblog verfolgen. Die Veröffentlichung von Fotos und persönlichen Daten im Internet bietet gleichzeitig die Gelegenheit, sich mit der Frage zu befassen, wie viel Informationen man eigentlich anderen preisgeben will. Fotoalben kann man zum Beispiel ganz gezielt nur denjenigen zugänglich machen, die man an seinem Privatleben teilhaben lassen will, Familie und enge Freunde. Für die Großeltern ist es eine neue Erfahrung, dass man mit Hilfe des Internet auch über weite Entfernung am Leben der Familie teilhaben kann. Für die Enkel ist ein Gespräch über das Teilen und Schützen von Bildern hilfreich, um ein Gefühl für die eigene Privatsphäre zu entwickeln.
Vor dem ersten Zusammentreffen am Computer sollte sich ihr Kind Internetseiten suchen, die für die Großeltern interessant sind, denn Lernen ist am erfolgreichsten, wenn man sich an den Interessen der Lernenden orientiert. Das sind vielleicht neue Kochrezepte oder Gartentipps und fürden Fußballfan die Homepage seines Lieblingsvereins.
Gegenseitiges Verständnis

Beim gemeinsamen Surfen von Enkel und Großeltern ist es wichtig, dass beide geduldig sind und die Perspektive des anderen verstehen lernen. So ist es für ihr Kind sicherlich erst einmal unverständlich, warum Oma oder Opa nicht auf Anhieb den Browser öffnen kann. Der Umgang mit der Maus ist für Anfänger eine ganz neue Erfahrung und der Doppelklick muss gelernt werden. Für Oma und Opa ist es wiederum schwierig zu akzeptieren, dass sie von der Lehrerrolle in die Lernerrolle wechseln und vor einer jüngeren Person, eine sehr komplexe Technik ausprobieren, die sich von ihrem bisherigen Umgang mit Technik stark unterscheidet.
Das Technikverständnis der heute erwachsenen Menschen - seien sie nun 45 oder 65 Jahre alt - stützt sich oft auf Erfahrungen, die für den Umgang mit Computer und Internet nicht mehr zutreffen. Hier sind selbständige Aneignungsstrategien gefragt. Eine intuitive Bedienung ohne vorherige Lektüre der Gebrauchsanleitung ist aber gerade der älteren Generation oft fremd. Anders als bei Geräten wie Fernseher oder Waschmaschine liegt bei der Nutzung von Computer und Internet vieles in der Hand des Nutzers sowohl im Bezug auf die Inhalteals auch im Bezug auf das eigenständige Ausschöpfen der vielfältigen Möglichkeiten und die Gestaltung eines eigenen digitalen Raumes. Diese Erfahrung haben Sie selbst als Internetnutzerin oder nutzer schon gemacht, für ihre Kinder ist sie eine Selbstverständlichkeit, die sie ohne Zögern auch an Oma und Opa weitervermitteln können.
Ist die Neugier bei Oma und Opa erstmal geweckt, können beide auf
www.alle.de/einsteiger einen Interneterfahrungsort in der Nähe der Großeltern suchen, damit sie das neu Gelernte anwenden oder durch den Besuch eines Computerkurses vertiefen.
Erfolgreich verlaufen die ersten Onlinestunden zwischen Enkeln und Großeltern, wenn sich beide Seiten Zeit nehmen und gegenseitiges Verständnis für die andere Person mitbringen sowie Spaß daran haben, voneinander zu lernen. Vermitteln sie und animieren sie den Austausch zwischen ihren Kindern und ihren Eltern. Kinder können im Vergleich zu Erwachsenen komplizierte Dinge in einfachen Worten ausdrücken und somit älteren Menschen die neue Technik verständlicher und anschaulicher vermitteln. Ihre Eltern werden über die Enkel schnell entdecken, dass der Umgang mit Computer und Internet ein Kinderspiel sein kann und einfach erlernbar ist. Von der gemeinsamen Kommunikation über das Internet profitiert dann die ganze Familie.
Weitere Informationen
- Artikel zum Thema für Kinder im Kinderbereich des Internet-ABC
- Stiftung Digitale Chancen
Hier finden Sie einen öffentlichen Internetzugang in Ihrer Nähe!
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