Wissen, wie's geht
Fotos und Fotografie im Internet

Unser "Wissen, wie's geht" gibt Einblicke in die digitale Welt der Fotografie. Vorgestellt werden Fotocommunitys und die kreativen Möglichkeiten der Bildbearbeitung. Aber auch die Gefahren, die vor allem im Zusammenhang mit dem Jugendschutz diskutiert werden müssen, sind Thema.
Übersicht
Hardware: PC und Kamera
Für die Bearbeitung von hochauflösenden Fotografien am PC ist in erster Linie ein großer Arbeitsspeicher von 1 GB aufwärts zu empfehlen. Sinnvoll ist darüber hinaus eine Grafikkarte der neueren Generation. Und auch die Farbwiedergabe des Monitors ist von Bedeutung. Diese wird allerdings erst im professionellen Bereich wirklich interessant, da entsprechende Geräte sehr teuer sind.
Die Wahl der richtigen Kamera

Vor dem Kauf einer Kamera sollten verschiedene Punkte geklärt werden. Denn nicht nur auf die Auflösung kommt es an, sondern auch auf die vorgesehene Nutzung und die vorhandenen Funktionen. Von der Minikamera für die Hemdtasche bis zur professionellen digitalen Spiegelreflexkamera ist in gut sortierten Fachhandlungen alles zu haben - hier einige Tipps, auf die es beim Kauf zu achten gilt:
Ist es die erste Kamera für ein Kind? Dann sollte die Wahl auf ein Modell mit einfacher Handhabung fallen. Zudem ist eine gewisse Stabilität hilfreich. Das Objektiv sollte mittels Schieber verschließbar sein. So überlebt die Kamera auch einen ruckeligen Transport in der Tasche.
Wichtig ist, dass gemeinsam mit dem Kind besprochen und entschieden wird, welche Kamera infrage kommt. Denn es weiß am besten, wofür sie genutzt werden soll. Ansonsten gilt: Da in der Regel Kameras vor dem Kauf nicht ausführlich getestet und vor allem die Bildergebnisse nicht verglichen werden können, empfiehlt sich vorab eine gründliche Recherche im Internet oder in Fachzeitschriften. Nutzen Sie dazu unsere Linktipps am Ende.
Software für die Bildbearbeitung
Für die Fotografie gibt es zahlreiche kostenlose Programme. Das Angebot reicht von einfachen kleinen Tools zum Beseitigen der roten Augen bis hin zum Profiprogramm. Diese Programme sind besonders zu empfehlen:
- Irfan View
Irfan View ist ein Klassiker und für Einsteiger, die etwas mehr wollen als es das altbekannte Windowszubehör Paint liefert, ideal. Die kostenlose Software bringt vom "Rote Augen Entferner" über "Farbkorrektur" bis hin zu diversen Effekten alles für einen guten Einstieg in die Bildbearbeitung mit. Eine übersichtliche Bedienung und die komfortable Diashowfunktion runden die Software ab.
Bildbearbeitung: Erste Schritte mit Irfan View - Gimp
Für angehende Fotokünstler, die Wert auf umfangreichere Bearbeitungsmöglichkeiten legen, jedoch die Kosten eines professionellen Programms scheuen, ist Gimp die richtige Wahl. Doch Vorsicht: Hier ist etwas Einarbeitungszeit gefordert, die dann allerdings vollkommen neue Spielräume offenbart. Ähnlich Adobe Photoshop können in einem Bild mehrere Ebenen angelegt, zahllose Effekte und Filter aktiviert werden. Auch das Arbeiten mit einem großen Fundus an Werkzeugen ist möglich: So kann zum Beispiel ausgeschnitten, kopiert oder radiert werden. Mit dem Farbsystem CMYK (Cyan, Magenta, Yellow, Key/Schwarz) bietet es sogar die Möglichkeit, Bilder für den professionellen Druck zu bearbeiten. Darin erschöpft sich aber längst nicht das ganze Potenzial dieser Software.
Bildbearbeitung: Erste Schritte mit Gimp
Am Ende dieser Seite haben wir noch ein paar Linktipps zum Thema Foto-Software zusammengestellt.
Fotos im Netz - Nicht ohne Brisanz
Das Internet ist ein weltumspannendes, multimediales Gemeinschaftsmedium. Hier kursieren Milliarden von Bildern, die jederzeit und von jedem angeschaut und heruntergeladen werden können. Einmal betrachtet, wenn auch nur für einen kurzen Moment, setzt sich ein Bild schnell im Kopf fest.
Dies gilt leider besonders für ungewohnte Darstellungen wie pornografische oder gewalttätige Inhalte. Eltern müssen ihrer Verantwortung gerecht werden, die Kinder auf diese Gefahren hinweisen und Verhaltensregeln für die Nutzung des Internets festlegen.
Mit wenigen Klicks ist heute eine eigene Online-Präsenz auf MySpace geschaffen oder sind die lustigen Partyfotos auf StudiVZ hochgeladen. "Das ist doch normal, macht doch jeder!", ist die kurze aber bestimmte Antwort, wenn leise angemerkt wird, dass die ganze Welt jetzt theoretisch Zugriff auf diese Daten hat.
Richtig ist: Nicht jeder macht es, denn so manchem sind die möglichen Folgen bekannt: Längst werden beispielsweise Agenturen damit beauftragt, Job-Bewerber im Internet zu durchleuchten. Und dabei geht es längst nicht mehr nur darum, eventuelle Lücken im Lebenslauf aufzudecken. Spezielle Software durchforstet beispielsweise sämtliche Internetdatenbanken nach mehr oder weniger peinlichen Fotos. Das kann beim Vorstellungsgespräch dann zu unangenehmen Situationen führen. Oder gar dazu beitragen, dass das Gespräch erst gar nicht zustande kommt.
Die Rechtefrage
Für viele Nutzer des Internets ist das WWW zu einem Selbstbedienungsladen geworden. Wer ein Bild für eine Präsentation oder für die eigene Website sucht, ruft die Google-Bildersuche auf und kopiert sich die benötigten Bilder von anderen Internetseiten einfach auf seinen PC.
Das ist schlicht und ergreifend verboten, sofern nicht ausdrücklich erwähnt wird, dass die Bilder frei verwendet werden dürfen. Denn auch für das Internet gilt: Selbst geschossene und ins Internet gestellte Bilder gelten als Eigentum. Daher sollte es selbstverständlich sein, den Betreiber der Website um Erlaubnis zu fragen, wenn man ein Bild von ihm verwenden möchte. Oder man schaut sich einfach im Internet nach Angeboten um, die, unter bestimmten Bedingungen, legal Bilder zum Download anbieten.
Fotocommunitys

Fotoplattformen sind ungeheuer praktisch und fördern neben der Kommunikation manchmal durchaus die kreative Ader. Einige Gruppen schließen sich zusammen, um sich bestimmten Motiven zu widmen, andere legen eher Wert auf besonders kunstvoll aufgenommene und nachbearbeitete Aufnahmen. Das Internet bietet hier die einzigartige Möglichkeit, Gleichgesinnte zu finden und sich auszutauschen, Wissen und Können miteinander zu teilen.
Werden dabei einige Regeln beachtet sowie Nutzen und Gefahren gründlich gegeneinander abgewogen, ist beim visuellen Austausch nichts zu befürchten. In wenigen Schritten können Fotos für einen ausgewählten Nutzerkreis freigegeben werden. Und um unerlaubter Nutzung vorzubeugen, empfiehlt es sich, ein Wasserzeichen in das Bild zu integrieren.
Im Internet finden sich zahllose Fotocommunitys. Hier die Passende zu finden, erfordert ein wenig Stöbern und Probieren im Netz. Da die Anmeldung und Nutzung der Communitys in der Regel kostenlos ist, steht einem sorgfältigen Vorabtest nichts im Weg.
- Photocase.com
2001 von vier Grafikern in Berlin gegründet, zählt diese Community heute zu den bestbesuchten deutschen Foto-Internetseiten. Photocase hebt sich aufgrund verschiedener Aspekte deutlich von anderen Communitys ab. Eine Jury überprüft jedes hochgeladene Foto vor der Freigabe. Die Kriterien, die ein Foto für eine Fraigabe erfüllen muss, sind sehr streng. Dadurch steigt zum einen deutlich der Anteil an qualitativ hochwertigen Bildern, zum anderen ermöglicht dieses Vorgehen, Bilder, bei denen rechtliche Bedenken bestehen, im Vorfeld auszusieben.
Einmal online gestellt ist die Nutzung von Fotografien sowohl im privaten als auch im kommerziellen Bereich möglich. Für das Herunterladen eines Fotos benötigt der User "credit points". Diese werden entweder durch das Hochladen und Veröffentlichen eigener Fotos oder einfach käuflich erworben. Für jedes heruntergeladene Foto wiederum bekommt der jeweilige Fotograf dann einen Obolus. - Flickr.com
2002 in Vancouver, Kanada, gegründet zählt Flickr heute zur weltweit größten Foto-Community. Einige Tausend User pro Minute, über drei Milliarden Bilder und sieben Millionen registrierte Nutzer machen deutlich, wie beliebt dieses Portal ist.
Diverse Features des modernen Web 2.0 kommen bei Flickr zur Anwendung. Es besteht die Möglichkeit, Inhalte des Portals in die eigene Homepage zu integrieren, Fotos mit Kommentaren oder Bubbles (Sprechblasen) zu versehen und sogar Videos hochzuladen. Der User bestimmt selbst, wer die Bilder sehen darf. Über verschiedene
Creative Commons-Lizenzen kann er zudem festlegen, in welcher Weise die Bilder genutzt werden dürfen: Dürfen sie kopiert, weitergegeben, bearbeitet werden? Dürfen sie nur zum privaten Gebrauch oder auch zu kommerziellen Zwecken verwendet werden?
Flickr setzt bei der Entdeckung und Anzeige rechtlich bzw. inhaltlich bedenklicher Bildinhalte auf seine Community und prüft erst auf Hinweis hin - nicht aber vor einer Veröffentlichung. So kann es durchaus vorkommen, dass Kinder auf für sie ungeeignete Fotos stoßen. - Picasaweb.google.de
Wie die URL bereits verrät, handelt es sich bei dem Portal um einen der zahlreichen Dienste des Google-Konzerns. Picasaweb kann als Spätzünder bezeichnet werden, denn erst 2004 ging Google mit diesem Dienst online. Nicht zuletzt daher scheint das Portal bei den Usern bisher eher eine zweitrangige Rolle zu spielen, obgleich es gerade für Einsteiger aufgrund seiner einfachen Handhabung gut geeignet ist.
Verwendet man bereits Googlemail, kann sofort auch der Fotodienst genutzt werden. Praktisch ist die Verknüpfung zu Googlemaps: Hier ist eine unkomplizierte Verknüpfung der Aufnahmeorte mit den Fotos möglich. So lassen sich schöne Reisetagebücher erstellen, die anschließend mit einem Klick als Diashow präsentiert werden können. Auch Google setzt bei der Kontrolle der Inhalte auf die wachsame Community, was leider nicht immer funktioniert. Zudem sollte der Nutzer dieses Angebots bedenken, welche Inhalte er Google zur Verfügung stellt.
Siehe dazu:
Google und der Datenschutz
Es gibt allerdings auch kritische Einwände gegen das Mitwirken in Fotocommunitys: Olaf Bathke, Fotograf aus Kiel, liefert einige bedenkenswerte Argumente, warum die Beteiligung in einer Fotocommunity das eigene fotografische Weiterentwicklung eher behindert als fördert.
Bilddatenbanken
Den Fotoalben ähnlich gibt es noch die Bilddatenbanken. Hier stehen weniger Community-Gedanken im Vordergrund, als vielmehr das Auffinden bestimmter Bildmotive. Zwei Datenbanken, die kostenlos lizenzfreie Fotos anbieten, stellen wir nachfolgend vor. Daneben gibt es selbstverständlich noch zahlreiche weitere Datenbanken, u.a. auch von kommerziellen Agenturen.
- pixelio.de
Eine Bilddatenbank für lizenzfreie Fotos und Bilder bietet die Website www.pixelio.de an. Nach einer Registrierung kann hier jedermann seine Fotos hochladen und anderen Nutzern anbieten. Nicht angenommen werden "schlechte", d.h. verwackelte, unscharfe oder sehr pixelige Bilder.
Gleichzeitig kann man selbst in verschiedenen Kategorien Bilder suchen und downloaden. Hierbei sollten allerdings die Nutzungsrechte beachtet werden, denn nicht jedes Bild darf für alle Zwecke verwendet werden. Die Nutzungsrechte sowie Informationen zum Bild und zum Fotografen finden sich bei jeder einzelnen Fotografie. Die Bilder können zudem bewertet werden. - aboutpixel.de
Diese Bilddatenbank ist ähnlich aufgebaut wie Pixelio.de: Nach Themen sortierte lizenzfreie Fotos können nach einer kurzen Registrierung hoch- und heruntergeladen sowie bewertet werden. Einen Unterschied gibt es bezüglich der Rechte: Alle hier hochgeladenen Fotos dürfen, bei Nennung des Fotografen und aboutpixel.de, auch gewerblich genutzt werden.
Bilder im Netz hochladen
Sind die geschossenen Bilder mit der passenden Software auf den gewünschten Stand gebracht und ist das passende Portal ausgesucht, geht es an den Upload (das Kopieren oder Hochladen des Bildes auf einen anderen Computer). Diese Prozedur ist auf den verschiedenen Portalen ähnlich gestaltet. Voraussetzung ist eine Anmeldung, bei der auf eine Altersverifizierung verzichtet wird. Unbedingt aber sollten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie Informationen über die technischen Bedingungen wie Format- und Dateigröße je Foto gelesen werden.
- Datenschutz und Privatsphäre
Bei der Veröffentlichung der Fotos sollte man sehr genau überlegen, welcher Personenkreis Zugang zu den Bildern bekommen darf. Sollen beispielsweise nur persönlich eingeladene Freunde oder Bekannte das Album bewundern dürfen, muss dies in den Einstellungen angeklickt werden. Gemeinsam mit den Kindern gilt es hier abzuwägen und zu diskutieren, welche Bilder privaten Charakter haben und welche Bilder auch der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden können. - Tags - passende Suchbegriffe
Damit die Fotos im Dschungel der online gestellten Bilder gefunden werden können, ist es sinnvoll, sie mit sogenannten Tags zu versehen. Überlegen Sie, welche Suchbegriffe Sie eingeben würden, um bestimmte Bilder zu finden! Für ein sonniges Karibikfoto mit Palmen und blauem Wasser bietet sich weniger "Mein Urlaub" als Stichwort an. Sinn machen würde hier eher "Sonne", "Karibik" oder "Sandstrand".









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