Montag, 21. Mai 2012

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Die Games Convention - ein (persönlicher) Rückblick

185.000 Besucher, 503 Aussteller aus 31 Ländern, über 12.000 Fachbesucher - dies sind die äußeren Daten zur Games Convention, die am Sonntag (26. August) zu Ende ging. Auch das Internet-ABC war auf der Messe vertreten, im Familienbereich (GC-family), Halle 5. Internet-ABC-Redakteur Michael Schnell wirft einen Blick zurück auf die große Computer- und Videospielmesse:

Jung und laut

Besucher der Games Convention 2007; Rechte: Internet-ABC

Schon im Eingangsbereich der Glashalle, einem beeindruckenden Konstrukt auf dem Messegelände, wurde mir am Samstag klar, was mich hier erwartete: Ein lautes, grelles, aber auch faszinierendes Spektakel unter Menschen, die doch zum größten Teil erheblich jünger waren als ich. Da passte die Abschluss-Pressemitteilung der GC-Veranstalter: Bei der Beschreibung des Altersprofils wurden die Besucher lediglich in "unter 20" und "über 20" (Umfrage des Leipziger Instituts für Marktforschung) unterschieden! (Beide Gruppen waren übrigens in ungefähr gleichem Maße vertreten.)

Besucher der Games Convention 2007; Rechte: Internet-ABC

Die Menschenmassen verteilten sich hauptsächlich auf die Hallen 2, 3 und 4. Bedenkt man, dass die meisten Besucher durchaus einen kompletten Tag auf der Messe verbrachten, so bedeutete dies: In den genannten drei Hallen tummelten sich im Durchschnitt ca. 45.000 Menschen pro Tag, in jeder Halle also 15.000. Da war Drängeln, Schlangestehen und Schwitzen angesagt. Und Pausemachen! In jede Ecke sowie in die Außenbereiche verkrochen sich erschöpfte Jugendliche.

Unter "Kontrolle gehalten" wurden diese Menschenmassen durch zahlreiche schwarz gekleidete Security-Personen: "Du darst hier nicht rein!", "Bitte dort herum!", "NICHT stehenbleiben!", "Wie alt bist Du?", war überall zu hören.

Stillstand und Bewegung

Rallyspiel mit herkömmlichen Lenkrad; Rechte: Internet-ABC

Den meist jugendlichen oder jugendlich wirkenden Besuchern wurde aber auch eine ganze Menge geboten: vor allem natürlich Bildschirme, Controller und Spiele. Manche Spiele boten nicht viel Neues: Ego-Shooter, Rally-Simulationen, Tierpensionen. (Fans dieser Genres mögen mich freilich eines Besseren belehren - Grafik und Inhalte einzelner Spiele dürften durchaus mit Neuem daher gekommen sein.)

Aus dem Rahmen der meisten Spiele fielen meines Erachtens jedoch die Games heraus, die auf eine ganz andere Art des Spielens setzen. Statt Controller, Maus, Tastatur oder Lenkrad sah ich Tanzmatten, Mikrofone, Plastikgitarren, weiße kleine Kästchen, die aussahen wie Fernbedienungen, und kleine Kameras, die eine greifbare Verbindung herstellten zwischen Karten- und Bildschirmspielen.

WiiFit auf der Games-Convention; Rechte: Internet-ABC

Wer hat nicht schon bei einem Rally-Spiel in Kurven den Controller mitgedreht, obwohl doch nur der Stick bewegt werden musste, um heil durchzukommen? Diese intuitive Bewegung macht sich die weiße Fernbedienung der Wii-Konsole von Nintendo zunutze. Sie reagiert tatsächlich auf solche Bewegungen. Doch nicht nur das Handgelenk ist gefragt, sondern bei einigen Spielen der gesamte Körper: Der Aufschlag beim Tennis und der Abschlag beim Golfen erfordert die richtige Ausholbewegung - und nicht nur die richtige Länge beim Drücken eines Knöpfchens. Nintendo wird auf diesem Gebiet noch kräftig nachlegen: 2008 erscheint WiiFit mit einem Board, auf das man sich stellen muss, um Gymnastikübungen und Gleichgewichtsspiele durchzuführen oder aber Ski zu springen. Da verwundert es auch kaum, dass sich an den Nintendo-Ständen sogleich eine bekannte Krankenkasse mittels Info-Zetteln zeigte …

Guitar Hero auf der Games-Convention; Rechte: Internet-ABC

Für verschiedene Konsolen erschien bekanntlich bereits im letzten Jahr "Guitar Hero" - und noch immer rocken sich groß und klein mit der Plastikgitarre durch harte Beats. Das ist witzig anzuschauen - und macht tatsächlich auch richtig Spaß.

Auf der Tanzmatte und am Mikrofon der Playstation waren eher Mädchen, aber auch einige fröhliche Erwachsene mit ihren Kindern zu sehen. Überhaupt bestätigte sich auf der diesjährigen Games Convention, was im letzten Jahr bereits begann: Wenngleich noch weit in der Unterzahl, besuchen immer mehr Familien die Messe - sicherlich auch eine Folge der "neuen" Spiele, die durchaus dazu beitragen können, das Video- und Computerspielen von Vorurteilen (Gewalt und Vereinsamung) zu befreien.

Kartenspiel "Eye of Judgment" mit Kamera; Rechte: Internet-ABC

Zurück zur herkömmlichen sitzenden Art des Spielens: Bei "Eye of Judgment" legt man Karten auf eine Unterlage mit neun Feldern. Eine Kamera erkennt diese Karten und erweckt die Monster zum virtuellen Leben. Das ist schön gemacht und sieht klasse aus - ob es jedoch tatsächlich das Magic- oder Yu-Gi-Oh-Spielen mit Freunden zuhause oder in Card-Shops ersetzen kann, ist fraglich.

Kurz: Mir machte es Spaß - und, ehrlich gesagt, beruhigte es mich auch ein wenig - zuzusehen, dass sich Kinder und Jugendliche durchaus nicht nur für die sogenannten Ballerspiele interessierten. Natürlich standen auch vor den Spielen "ohne Jugendfreigabe" zum Teil lange Schlangen und fasziniert stand so mancher 12-Jährige vor den großen Unreal-Tournament-Plakaten. Doch auch der gute alte Super Mario wusste noch viele junge Spielfans um sich zu scharen!

Ruhezonen

Vater und Sohn vor einem Rally-Spiel; Rechte: Internet-ABC

Nach drei Stunden Beschallung durch laute Musik und Marktschreiern bot es sich an, den Ruheraum aufzusuchen: Halle 5. Hier war der Family-Bereich der Games Convention. Im Vergleich zu den anderen Hallen schlecht, im Vergleich zu manch anderer Messe gut besucht war dieser Bereich des Familiy-Entertainments: Hier wurden Kinder- und Familienspiele vorgestellt, auf die Förderungsmöglichkeiten von Medienkompetenz eingegangen und der Jugendschutz näher erörtert.

Etliche junge Leute verirrten sich aufgrund der Ruhe hierhin - oftmals "bewaffnet" mit großer Skepsis gegenüber allem, was mit Jugendschutz zu tun hat. Manche äußerten ihr Unbehagen diesbezüglich mit kleineren Störungen bei einzelnen Vorträgen.

Junge Familien hingegen waren in dieser Halle oft anzutreffen. Gemeinsam vor den Bildschirmen sitzend oder stehend, war so manchem jungen Vater die Begeisterung für ein Rennspiel gegen den Sohn deutlich anzusehen.

Fazit

Die Games Convention ist eine Reise wert. Die Präsentation einzelner Spiele ist ebenso sehenswert wie die Begeisterung der Jugendlichen.

Nur mein Hotel: Es lag offiziell "in Messenähe" und doch war die Messe vom Hotel aus zu Fuß oder mit dem öffentlichen Nahverkehr nahezu unerreichbar.


Von Michael Schnell, Projektleiter "Internet-ABC"

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Am 16. Juni 2012 von 10 bis 16 Uhr im Haus der Technik, Essen: Kongress "Der Medienpass NRW in der Grundschule"

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