Thema des Monats
Wie ernst meinen wir es mit Green-IT? (04.03.2009)
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Computer sind Energiefresser, das ist allgemein bekannt. Aber wie energiehungrig sind Rechner und Peripherie tatsächlich und konkret? Immer mehr Konsumenten wollen wissen, wie viel Strom ihr PC verbraucht, ob nun eingeschaltet oder im Standby-Betrieb. Viele Anbieter gehen auf den erkennbaren Trend ein. Computerbauer Apple zum Beispiel zeigt derzeit einen TV-Werbespot, der das neueste Notebook mit Apfel-Logo als stromsparend und umweltfreundlich anpreist.

Keine Frage: Allmählich entwickelt sich "Green-IT" zum Massenthema und Dauerbrenner. Auf der diesjährigen Cebit wird bereits zum zweiten Mal über grüne Computer und umweltschonende Peripheriegeräte diskutiert (nachdem die Diskussion im vergangenen Jahr etwas verpufft ist). Rasant steigende Stromkosten und der erkennbare Klimawandel haben die Diskussion beschleunigt. Zu Recht, denn in der IT lässt sich mühelos eine Menge Energie einsparen.
Computer verbrauchen eine Menge Energie
In den meisten Unternehmen zerbricht man sich schon länger den Kopf darüber. Da Computer immer leistungsstärker werden, verbrauchen sie auch immer mehr Energie. Wenn in einer größeren Firma Hunderte oder gar Tausende von PCs jeden Tag acht bis zehn Stunden eingeschaltet sind und arbeiten, was keine Seltenheit ist, summieren sich die Energiekosten zu erheblichen Beträgen. Energie ist ein Kostenfaktor. Da wird es so manchem Controller schwindelig.
Besonders betroffen sind große Provider, die Webspace und Web-Server vermieten. Sie haben Tausende von Servern im Einsatz und achten daher schon länger auf Energieeffizienz. Nicht allein aus ökologischen, sondern vor allem aus ökonomischen Gründen: Denn verbraucht ein Server weniger Strom, entsteht gleichzeitig weniger Abwärme, was wiederum eine geringere Kühlleistung erfordert und abermals Kosten spart - aber natürlich auch die Umwelt entlastet. Ähnliches gilt für große Unternehmen, die Serverparks betreiben.
Erst im Office ein Thema, jetzt auch zu Hause
Im Grunde gelten aber zu Hause dieselben Spielregeln. Ein PC, der rund um die Uhr eingeschaltet ist, kann ohne weiteres Stromkosten von 140€ im Jahr erzeugen. Doch die Kosten lassen sich senken: Wird ein Gerät vollständig vom Strom getrennt, sinkt der Stromverbrauch auf Null. Der Spareffekt ist enorm. Viele Drucker verbrauchen zum Beispiel 6 Watt pro Standby-Stunde, selbst im völlig ausgeschalteten Zustand werden noch 4 Watt verbraucht. Nur das Trennen vom Netz stellt diese Unart ab - oder ein seltenes 0-Watt-Netzteil, das im Standby-Betrieb nur 0,5 Watt verbraucht.
Wer auf stromsparende Rechner und Geräte setzt, kann ohne weiteres 100€ im Jahr sparen. Keine Unsummen, aber durchaus nennenswerte Größen. Deshalb achten tatsächlich immer mehr Menschen darauf, dass die gekauften Geräte sparsam sind. Allerdings wird im Zweifel lieber für ein zusätzliches Feature mehr Geld ausgegeben als für stromsparendes Verhalten. In diesem Punkt müssen Konsumenten einfach aufmerksamer und auch konsequenter sein, denn umsonst ist auch Green-IT nicht: Ein Netzteil, das im Standby-Modus nahezu null Watt verbraucht, ist nun mal (etwas) teurer als ein 0815-Netzteil, das im Standby-Modus auch als Heizung fungiert.
Umweltschonende Herstellung
Auch Geräte umweltschonend herzustellen und schädliche oder gar giftige Stoffe behutsam oder gar nicht einzusetzen, ist oft mit höheren Kosten verbunden - und diese Kosten werden auf die Geräte aufgeschlagen. Hersteller hochwertiger Geräte werden sich zunehmend ihrer Verantwortung bewusst und berücksichtigen den Aspekt, nicht zuletzt, um ihn medienwirksam auszuschlachten. Apple ist ein Beispiel: Das neue Notebook soll ohne Schadstoffe wie Quecksilber auskommen. Allerdings war auch gerade Apple lange in der Kritik, sich um den Aspekt eben nicht gekümmert zu haben.
Es kommt also eindeutig etwas in Bewegung. Grundsätzlich gilt ohnehin: Notebooks verbrauchen deutlich weniger Energie als Tischcomputer. Im Betrieb - aber erst Recht, wenn sie ausgeschaltet sind. Im Notebook ist der Monitor gleich mit eingebaut. Notebooks sind in der Regel so konzipiert, dass sie den Akku nicht über Gebühr belasten. Das macht sich dann auch an der Stromrechnung bemerkbar. Im Zweifel ist ein Notebook also immer die bessere Wahl. Ansonsten sollten Konsumenten beim Kauf neuer Geräte auf Gütesiegel achten, die auf Energieeffizient und umweltschonende Herstellung hinweisen.
Die Macht der Konsumenten
Nur wenn die Verbraucher verstärkt umweltfreundliche Geräte nachfragen, kommt die Sache in Bewegung. Aber auch beim alltäglichen Umgang mit den Geräten kann man was erreichen. So geht zum Beispiel nach wie unnötig vor viel Energie verloren, weil Geräte nachts, am Wochenende oder während der Urlaubszeit nicht ausgeschaltet werden, sondern im Standby-Betrieb bleiben. Dabei wird Strom verbraucht, obwohl die Geräte nichts anderes machen, als darauf zu warten, eingeschaltet zu werden.
Das muss nicht sein. Hier kann jeder einzelne sofort aktiv werden. Moderne Betriebssysteme wie Vista oder Mac OS X unterstützen den Benutzer dabei: Einzelne Komponenten im Rechner lassen sich abschalten, wenn sie nicht benutzt werden. Das spart Energie - und schont den Geldbeutel.









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