Montag, 21. Mai 2012

Thema des Monats

IP-Nummern bald aufgebraucht (18.06.2008)

Dem Internet gehen die IP-Adressen aus. Rund 85 Prozent des verfügbaren Adressraums wird bereits genutzt. Spätestens in ein paar Monaten, so aktuelle Schätzungen, ist der komplette Adressraum des Internet belegt - und dann wird es langsam eng im Netz.

IP-Nummern vor PC-Bildschirm; Rechte: Internet-ABC

Eine neue Adressierungstechnik namens IPv6 soll das sich anbahnende Problem beseitigen. IPv6 muss schleunigst kommen, sagen Experten, anderenfalls drohe dem Netz der baldige Kollaps. Auch die EU-Medienkommission hat die Notwendigkeit erkannt, schleunigst vom alten, bisherigen IPv4 auf IPv6 umzustellen. Das Ziel der EU: Bereits im Jahr 2010 sollten rund 25 Prozent aller EU-Bürger das neue IPv6 nutzen.

Das alte Protokoll hat ausgedient

Angesichts solcher Schlagzeilen stellen sich ganz normale Internetbenutzer die Frage, was das für sie bedeutet: Müssen neue PCs und Programme angeschafft werden, kann man beim bisherigen Provider bleiben? Und welche Vorteile bringt IPv6 denn nun konkret? Berechtigte Fragen. Die gute Nachricht lautet: Der Umstieg auf IPv6 erfolgt mehr oder weniger schleichend - auch jetzt schon. Die meisten Computerbenutzer werden kaum etwas von der Umstellung bemerken.

Um verstehen zu können, worum es eigentlich geht, ist ein Abstecher in die Vergangenheit nötig: Als die Urväter des Internet überlegt haben, wie sie das Netz organisieren können, haben sie sich einen cleveren Schachzug einfallen lassen: Jeder Computer im Netz bekommt eine eindeutige Nummer zugewiesen, die so genannte IP-Adresse, über die er jederzeit und von überall im Netz erreichbar ist. Diese IP-Nummer besteht aus vier Zahlen zwischen 0 und 255 und sieht etwa so aus: "192.68.2.1". Jeder Server hat so eine IP-Adresse, aber auch jeder PC, der mit dem Internet verbunden ist.

Bei 4,3 Milliarden Rechnern ist Schluss

Dieses Konzept hat lange wunderbar funktioniert. Allerdings wächst das Internet derart schnell, dass nun die IP-Adressen knapp werden. Schon lange kann nicht mehr jeder Computer eine IP-Nummer bekommen, die immer gleich bleibt. Stattdessen erhalten vor allem private Datensurfer bei jeder Einwahl eine neue IP-Adresse aus dem Pool des jeweiligen Providers zugewiesen. Das Problem: In den Adresspools wird es langsam eng. Theoretisch lassen sich mit der aktuellen Technik 4,3 Milliarden Rechner oder Geräte mit dem Netz verbinden.

Doch der verfügbare Adressbereich ist ziemlich ungerecht aufgeteilt: Rund 70 Prozent aller Adressen stehen den USA zur Verfügung. Allein die Stanford University, eine der ersten Unis im Netz, kann über verschwenderische 16,8 Millionen Adressen verfügen. Auch Europa ist noch relativ großzügig ausgestattet. Problematischer sieht es bei Internet-Nachzüglern wie Asien, Südamerika oder Afrika aus. Diese Länder haben sich erst spät mit dem Internet verbinden lassen und haben deshalb nur noch kleine Adressräume zugeteilt bekommen. Indien mit seinen 1,1 Milliarden Menschen zum Beispiel muss sich mit zwei Millionen IP-Adressen bescheiden. Auch in China sieht es nicht viel besser aus. Ein Grund, weshalb IPv6 in Asien bereits viel weiter verbreitet ist.

Gut gerüstet: IPv6 wird für immer reichen

Anfang der 90er Jahre wurde deshalb entschieden, die alte Adressmethode durch moderne 128-Bit-Adressen abzulösen, von Technikern "IPv6" genannt. Bereits seit Jahren werden Hardware und Software auf IPv6 vorbereitet. Moderne Betriebssysteme wie Windows Vista, Mac OS X oder Linux haben IPv6 längst serienmäßig an Bord. Allerdings wird die neue Technik noch nicht konsequent genutzt: Nur wenn alle mitmachen, PCs, Betriebssysteme, Software, Netz-Hardware, Provider, Webseiten, Suchmaschinen, kann der Wechsel in die nächste Ära klappen.

Für den Benutzer ist dieser Wechsel weitgehend unsichtbar, aber "hinter den Kulissen" muss alles umgestellt werden. Die Mühe lohnt sich aber: Denn wenn erst mal das gesamte Netz auf IPv6 umgestellt ist, kann jeder Rechner, jedes Handy, jeder Organizer, jede Mikrowelle eine eigene Nummer zugeteilt bekommen, die sich nie wieder ändert. Platzprobleme wird es nicht mehr geben, da mehr Adressen vergeben werden können, als jemals gebraucht werden: Mit IPv6 lassen sich 340 Sextillionen unterschiedliche Adressen verwalten, eine Zahl mit 37 Nullen.

zurück

Zum türkischen Bereich
Ausschnitt aus dem Poster zum Kongress

Der Medienpass NRW in der Grundschule
Am 16. Juni 2012 von 10 bis 16 Uhr im Haus der Technik, Essen: Kongress "Der Medienpass NRW in der Grundschule"

weiter

 

Service & Presse

 

RSS

 

Mitglieder

 

Über uns / About us

 

E-Mail an die Redaktion

E-Mail an die Redaktion

 


Newsletter abonnieren


Schirmherrschaft: www.unesco.de
 
www.klicksafe.dewww.seitenstark.de

Themen

Online-Communitys  Computerspiele  Jugendschutz  Mobbing  Lernsoftware  Schule  Spieletipps