Samstag, 11. Februar 2012

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Höchststand bei Verstößen gegen den Jugendschutz im Internet

Jahresbericht 2007 von Jugendschutz.net veröffentlicht

(28.08.2008)

Neue Kontakte über soziale Netzwerke wie SchülerVZ knüpfen, selbst gedrehte Filme auf Plattformen wie YouTube hochladen: Kinder und Jugendliche fasziniert das Mitmach-Internet. Vor den Risiken warnt jetzt jugendschutz.net. Die zentrale Kontrollstelle für den Jugendschutz im Internet fordert mehr Rücksicht auf Kinder und Jugendliche im Web 2.0. Die neuen Dienste sind eine besondere Herausforderung für den Jugendschutz, weil unzählige User ihre Beiträge online stellen. Die Betreiber müssen Mindeststandards einhalten und Minderjährige besser vor Inhalten schützen, die sie überfordern oder ängstigen können.

Gegen 2.883 Verstöße vorgegangen

Jugenschutzbericht 2007; Bild: Jugendschutz.net

Auf Videoplattformen konnte jugendschutz.net 2007 die Löschung von 700 Exekutions- und Nazi-Filmen erreichen, in Sozialen Netzwerken waren vor allem pornografische Beiträge und sexuelle Belästigungen zu beanstanden. Insgesamt ist die Kontrollstelle gegen 2.883 neu erfasste Verstöße (plus 10 Prozent) vorgegangen. Dabei handelte es sich vor allem um pornografische Seiten (52 Prozent) und rechtsextreme Propaganda (14 Prozent). Im Ausland stieß jugendschutz.net vermehrt auf Kinderpornografie (plus 25 Prozent).

Drei Viertel der Verstöße schnell beseitigt

Drei von vier Verstößen wurden nach einem Hinweis von jugendschutz.net schnell beseitigt, ohne dass Aufsichtsbehörden eingreifen mussten. Dabei setzt die Stelle vor allem auf die Zusammenarbeit mit der Internetindustrie und Partnern in internationalen Netzwerken gegen Kinderpornografie (INHOPE) oder Hass im Netz (INACH). Erfolgreich sind die Aktivitäten auch bei ausländischen Angeboten, wenn Anbieter von Speicherplatz oder Betreiber von Suchdiensten, Plattformen und Communitys über schwere Verstöße informiert werden.

9.200 Beschwerden und Anfragen bearbeitet

Auf unzulässige Angebote stößt jugendschutz.net über Hinweise und gezielte eigene Recherchen. 2007 bearbeitete das Team 9.200 Beschwerden und Anfragen (plus 22 Prozent), überprüfte 7.164 Websites auf Verstöße (plus 32 Prozent), beobachtete regelmäßig die 65 wichtigsten Chats und Communities und wertete systematisch tausende Suchanfragen in Suchmaschinen und Plattformen aus.

Unterstützung bei der Medienerziehung

In Zeiten des Web 2.0 ist es noch wichtiger, dass jugendliche User die Risiken kennen und auf ihre Sicherheit achten. Die Experten von jugendschutz.net nutzen ihre Erfahrungen, um Kinder, Jugendliche, Eltern und pädagogische Fachkräfte beim kompetenten Umgang zu unterstützen. So informiert "Chatten ohne Risiko?" über die sichere Kommunikation via Chat und Messenger, die Broschüren "Ein Netz für Kinder" und "Handy ohne Risiko" klären über Gefahren auf und leisten praktische Hilfestellung. Und die "Klick-Tipps" liefern aktuelle Empfehlungen der besten Kinderseiten, die mit einer Kinderredaktion erarbeitet werden.

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