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Mashups sorgen für mehr Vielfalt im Web
(16.11.2010)

Bei einem Mashup werden zwei oder mehr Onlinedienste miteinander kombiniert - oft kommt dabei etwas ganz Neues heraus, etwas, das es vorher noch nicht gegeben hat. Ein Mashup ist die Verknüpfung bereits bestehender Angebote oder Inhalte zu einem neuen Angebot, das es in dieser Form noch nicht geben sollte und auch noch nicht gegeben hat.
Ein schönes Beispiel für ein Mashup ist
Twittervision. Hier ist eine Online-Weltkarte zu sehen, in der im Sekundentakt aktuelle Twitter-Meldungen erscheinen. Der Besucher erfährt nicht nur, was gerade getwittert wird, sondern auch wo. Twittervision zeigt die Herkunft der Twitter-Nachrichten in der Karte an. Twittervision ist in erster Linie ein Mashup aus Twitter und Google Maps. Darüber hinaus erscheinen Fotos, die in den Twitter-Meldungen vorkommen. Weitere Onlinedienste wie URL-Verkürzer oder Online-Fotodienste werden ebenfalls verwendet.
Mashups mit Onlinekarten
Viele Mashups nutzen Onlinekarten wie Google Maps oder Bing Maps und reichern diese Karten mit zusätzlichen Daten an. Die Webseite
www.flightradar24.com zum Beispiel zeigt den aktuellen Flugverkehr an (aus Sicherheitsgründen etwas zeitversetzt). Da kann man dann sehen, welche Flugzeuge gerade in der Luft sind, wo sie sich gerade befinden und welche Flugnummer diese haben. Das Mashup kombiniert online zugängliche Flugdaten mit Onlinekarten.
Attraktiv auch ein Mashup aus Onlinekarten und Online-Fotoalbum wie
www.imapflickr.com: Da kann man dann sehen, wo Fotos aus Fotoalben wie flickr aufgenommen wurden - direkt in der Karte. Hier kann sogar jeder selbst seine eigenen Karten zusammenbasteln, um die eigenen Fotos präsentieren zu können. Ähnliches gibt es auch für hochgeladene Youtube-Videos, etwa unter
www.virtualvideomap.com.
Mashups für Filme und Musik
Es gibt auch Mashups, die ohne Karten auskommen. www.beardscratchers.com beispielsweise bringt Musik, Youtube-Filme und interessante Infos zusammen. Nach Eingabe eines Musikernamens oder Musiktitels erscheinen das offizielle Musikvideo, Background-Infos über die Band oder den Musiker - sowie der jeweilige Songtext. Diese Infos kommen aus Wikipedia und anderen Quellen. Fotos kommen vom Online-Fotoalbum flickr. Besprechungen und Rezensionen bezieht der Dienst von Amazon, ebenso die Plattencover. All das hat niemand manuell zusammengestellt, sondern passiert automatisch - in dem Augenblick, in dem die Daten abgerufen werden.
Anderes Beispiel: www.geobestofyoutube.gmapify.fr. Diese Webseite mischt ebenfalls verschiedene Quellen und Dienste zusammen. Hier kann man sehen, welche Online-Videos in verschiedenen Ländern gerade angesagt und populär sind - und sich diese Videos dann auch gleich anschauen. Die Infos und Videos kommen von Youtube, die Karten von Google Maps, es werden aber auch noch Informationen aus Suchmaschinen oder Onlineshops wie Amazon verarbeitet.
Jeder kann Mashups anfertigen und anbieten
Eigentlich kann jeder Mashups anbieten, denn viele Onlinedienste bieten heute so genannte "offene Schnittstellen" an, die jeder kostenlos nutzen kann. Mashups entstehen in der Regel, indem kleine Programme oder "Skripte" programmiert werden. Deshalb sind gewisse Programmierkenntnisse erforderlich.
Mittlerweile gibt es aber auch Online-Baukastensysteme. Da kann sich dann nahezu jeder nach Belieben bedienen und verschiedene Onlinedienste miteinander kombinieren. Ein Beispiel dafür ist
Yahoo Pipes. Da muss man nicht programmieren können, um neue Mashups auf die Beine zu stellen - aber Spaß an technischen Dingen muss man dann doch schon haben.
(Ein Beitrag von Jörg Schieb)
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