Newsletter Nr. 20
Wie häufig kommen Mobbing und Cybermobbing vor?
Genaue Zahlen über Mobbing und Cybermobbing liegen nicht vor. Aus verschiedenen Befragungen ließ sich errechnen, dass es in Deutschland 500.000 Mobbingfälle pro Woche an den Schulen gibt.
Im Jahr 2007 hat das Zentrum für empirische pädagogische Forschung an der Universität Landau im Auftrag des Kinderseiten-Netzwerks Seitenstark eine Online-Befragung durchgeführt, die zu noch höheren Zahlen kam:
- Mehr als die Hälfte (54,3 %) der insgesamt 1997 befragten Schülerinnen und Schüler gaben an, innerhalb von zwei Monaten mindestens einmal von direktem Mobbing betroffen gewesen zu sein.
- Jedes 5. Kind wurde innerhalb der vergangenen zwei Monate sogar "sehr häufig" gemobbt.
- Ein Fünftel der Befragten (19,9 %) gab an, schon einmal Opfer von Cybermobbing geworden zu sein.
Wenn man diese Zahlen auf die 12,3 Millionen Schüler in Deutschland hochrechnet, kommt man auf mehr als 750.000 Fälle von direktem Mobbing und 280.000 Fällen von Cybermobbing in der Woche.
Besonders die Fälle von Cybermobbing nehmen offensichtlich rapide zu. Denn schon ein Jahr nach der eben zitierten Studie der Universität Landau stellt die JIM-Studie 2008 des Medienverbunds Südwest in einer Befragung fest, dass jeder 4. Schüler Erfahrungen mit Cybermobbing hat oder Opfer kennt. Besonders häufig stammen diese Erfahrungen aus sozialen Netzwerken wie Wer-kennt-wen oder SchülerVZ, die bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt sind.
In deutschen wie in amerikanischen und britischen Studien zeigt sich, dass Mädchen beim Cybermobbing häufiger Opfer, Jungen häufig die Täter sind. Beim Mobbing per SMS oder per E-Mail liegen dagegen die Mädchen auch als Täterinnen vorne.
Wenn Lehrer gemobbt werden, sind laut einer Befragung von GEW-Lehrern die Täter überwiegend männlich. Acht Prozent der knapp 500 befragten Lehrkräfte gaben in einer repräsentativen Studie an, direkt von Cybermobbing betroffen zu sein. Mehr als 30 Prozent haben von Fällen aus dem Kollegen- oder Bekanntenkreis gehört. Viele der Opfer wehren sich nicht - aus Scham oder weil sie nicht wissen, wo sie Hilfe finden sollten.
Etwa 70 Prozent der Täter sind Schüler und männlich, und, wie die Fälle der letzten Monate gezeigt haben, von abgründigem Einfallsreichtum. Die Vorfälle reichten von Morddrohungen per SMS über Hinrichtungsankündigungen in Internetportalen bis hin zu schamlosen Diffamierungen. So entwarfen etwa Schüler eines Gymnasiums eine fiktive Zeitungsseite im Internet, auf der ihr Lehrer als Pädophiler angeklagt wurde.









Verdächtige Seiten
Die wichtigsten Fragen
Sitemap
Impressum




