Dienstag, 22. Mai 2012

Newsletter Nr. 11

Eine eigene Schreibkultur: Blogs und Journalismus

Ein Blog lebt von der Dynamik: Blogger füttern das Web regelmäßig und aktuell mit neuen Einträgen. Ein Blog ist niemals 'fertig' wie ein Zeitungsartikel, den der Journalist zum Redaktionsschluss abgibt, es wächst vielmehr mit seinen Autoren und Lesern. Der Blogger kann Kommentare seiner Leser in die folgenden Postings (= Einträge) einfließen lassen oder direkt dazu Stellung nehmen.

Eine Zeitung selektiert und bestimmt, was für den Leser interessant und lesenswert sein könnte. Blogs tun dies auch, sind aber in ihrem Ansatz unabhängiger. Ein Blogger ist souverän und schreibt, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Charakteristisch für Weblogs ist ein unredigierter und freier Schreibstil.

Blogs stellen keine Konkurrenz, noch einen Ersatz für die klassischen Medien Zeitung, Radio oder Fernsehen dar. Sie erweitern das Spektrum und lassen auch Privatnutzer und 'kleine Leute' zu Wort kommen.

Die Reichweitenverteilung der Blogs variiert stark. Die Mehrheit wird nur von einem sehr überschaubaren Leserkreis besucht. Fünf- oder sechsstellige Besucherzahlen verzeichnen die wenigsten Blogs. Diese sind meist in ein enges Geflecht aus Verlinkungen eingebunden und nehmen immer wieder aufeinander Bezug. So untereinander vernetzte Blogs haben politisches Potenzial.

Auch die traditionellen Medien betreiben mittlerweile eigene Weblogs, zum Beispiel

Blogs und freie Meinungsäußerung

Weblogs können ein wichtiges Instrument zur freien Meinungsäußerung darstellen. Der deutsche Auslandssender Deutsche Welle vergibt jährlich die 'Best of Blog Awards'. Der Preis wird an interessante Blogs mit politischer Dimension vergeben. Meinungsfreiheit und Völkerverständigung sollen gewürdigt werden. So gewann 2006 z.B. eine Bloggerin, die im Kibbuz in Israel lebt und aus persönlicher Alltagssicht über die angespannte Lage in der Region berichtet.

Das Blog der Sunlight Foundation, das mittels Informationen, Berichten und Kampagnen für mehr Transparenz innerhalb der Politik in den USA sorgt, wurde als bestes Weblog überhaupt gekürt.

Besondere Popularität genießen Blogs in Ländern mit eingeschränkter Meinungsfreiheit.

Mehrere Millionen Blogs stammen allein aus Korea und China. China konnte trotz oder gerade wegen der dortigen Zensur zur weltgrößten Blogger-Nation aufsteigen.

Bloggen und Bildung: Das Blog als Lernumgebung

Blogs bieten interessante Einsatzmöglichkeiten für die Bildung. Ein Blog bietet sich insbesondere für kooperatives Lernen und für Projektarbeit an. Sowohl im Unterricht als auch in der außerschulischen Jugendarbeit kann mit Hilfe eines Blogs gemeinsam an einem Projekt gearbeitet werden, in dem sich Lehrende und Lernende das Thema schrittweise diskursiv erarbeiten. Solche 'Edu-Blogs' wurden nicht nur in den USA bereits erfolgreich an Universitäten und Schulen realisiert.

Linktipps:

Im schulischen Kontext kann ein Blog auch den informellen Austausch zwischen Lehrern und Schülern beleben. Als Beispiel sei hier das Blog des Pädagogen Rau genannt, ein bekanntes Lehrerblog, das die Eindrücke des Schulalltags aus Lehrersicht wiedergibt und von Schülern gelesen und kommentiert wird.

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Ausschnitt aus dem Poster zum Kongress

Der Medienpass NRW in der Grundschule
Am 16. Juni 2012 von 10 bis 16 Uhr im Haus der Technik, Essen: Kongress "Der Medienpass NRW in der Grundschule"

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