Newsletter Nr. 13
Social Networking - Community-Plattform MySpace

Für Jugendliche wird es immer wichtiger, sich neben der realen auch eine digitale Identität zu schaffen. Nahezu jeder Teenager in den USA ist bei einer Social-Networking-Plattform registriert. Basis des "Social Networking" bildet das Veröffentlichen von Persönlichkeitsprofilen. Um sich eine Profil-Homepage anzulegen, registriert man sich kostenlos, wählt seine Texte, Fotos oder Videos aus und lädt sie hoch. Darauf aufbauend knüpft man Kontakte und tauscht sich aus. So entsteht eine "Online-Gemeinde", die sich stetig vergrößert je mehr Kontakte und Freunde man verlinkt.
Erfolgreichste Community-Plattform ist
MySpace. Wie der Name schon andeutet, kann hier jeder seinen eigenen Platz im Internet anlegen: Nach Anmeldung erstellt man sein persönliches Profil, bestückt die Seite mit Fotos, Videos oder Musik. Gleichzeitig erhält man Zugriff auf Kommunikationsmöglichkeiten mit anderen Usern, kann Nachrichten senden, sich Gruppen anschließen, andere auf die eigene Seite einladen oder andere Seiten bewerten.
Öffentliche Profile mit Folgen - Selbstdarstellung im Internet
Das Hinterlassen digitaler Fußspuren kann Konsequenzen für die berufliche Zukunft mit sich bringen. Aus den USA kommt das Beispiel der angehenden Pädagogin Stacy Snyder, die sich auf MySpace mit einem Partyfoto präsentierte, untertitelt "drunken pirate". Ihre Universität reagierte prompt und versagte ihr die Zulassung zum Lehramt. Obwohl Stacy ihren MySpace-Account löschte, tauchte das Foto erneut im Netz auf - Vernetzung, Zwischenspeicher von Suchmaschinen und Archive sorgten dafür. Über die Wayback-Machine von
Archive.org beispielsweise, lassen sich rund 2 Milliarden Seiten Webseiten aus der Vergangenheit aufrufen. Das Netz ist ein gigantischer Datenspeicher mit gutem Gedächtnis. Was einmal gepostet wurde, lässt sich so leicht nicht wieder entfernen.
Das Beispiel von Stacy verdeutlicht, wie nachhaltig sich die eigene Online-Identität auswirken kann. Personalchefs, die nach Einträgen im Internet googeln, um den Werdegang von Bewerbern zu überprüfen, sind längst keine Zukunftsvision mehr. Impulsive Äußerungen in Foren können Jahre später gegen einen verwendet werden. Fehltritte und Offenbarungen in den weitläufig vernetzten Blogs sind nachhaltig. Vom Einzelnen lässt sich kaum steuern, welche Informationen über ihn langfristig gespeichert werden. Über Community-Netzwerke erfährt man über den einzelnen, mit wem er befreundet ist und Kontakte pflegt. Video-, Foto- und Musik-Communitys verraten etwas über die Vorlieben der Registrierten. Das Internet ist keineswegs nur virtuell, es ist realer als mancher Jugendlicher sich denkt.
"Dieses Profil ist privat. Dieser Benutzer muss dich als Freund hinzufügen, damit du sein Profil lesen kannst."
Bei allen Kommunikationsplattformen sollten immer die höchst möglichen Einstellungen zur Wahrung der Privatsphäre gewählt werden. So lässt sich bei MySpace z.B. angeben, dass die eigenen Seiten nur von geschlossenen Benutzerkreisen eingesehen werden können.
MySpace dient leider auch Erwachsenen, die sich als Gleichaltrige ausgeben und so Kontakt zu Minderjährigen anbahnen. In den USA verklagten Eltern MySpace in mehreren Fällen, in denen es zu sexueller Belästigung Jugendlicher kam. Verurteilte Sexualstraftäter müssen sich in den USA bei ihrer lokalen Behörde melden. Aus diesen Daten entstand eine landesweite Datenbank auf deren Grundlage MySpace im Sommer 2007 die Accounts von 29.000 registrierten Sexualstraftätern löschte, die sich ein Community-Profil angelegt hatten.
Unterrichtseinheit für die 7./8. Klasse
Weitere Social-Communitys
- Schüler VZ - das Schülerverzeichnis
- Musiknetzwerk Last.fm
Im Musiknetzwerk Last.fm lässt sich ein persönliches Musikprofil erstellen und auf der Basis Leute mit ähnlichem Musikgeschmack finden. - Twitter
Bei Twitter veröffentlichen User Momente ihrs Lebens, sie schicken kurze Text-Updates via SMS, Web oder Messenger, berichten, wo sie sind und was sie machen.










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