Mittwoch, 08. Februar 2012

Newsletter Nr. 15

Die Ursachenforschung steht noch am Anfang

Da es bisher keine abgeschlossene Ursachenforschung gibt, kann die Frage warum der einzelne in eine Sucht hinein gerät, bislang nicht eindeutig beantwortet werden. Die Forschung zu exzessiver Onlinenutzung liefert aber zumindest einige Ansätze zur Erklärung.

Die Gründe für übermäßiges Onlineverhalten sind sicher vielschichtig und im Einzelfall genau zu diagnostizieren, mehrere Faktoren können entscheidend sein. Wissenschaftler und Therapeuten gehen davon aus, dass u.a. das soziale Umfeld, fehlende Aufmerksamkeit und Persönlichkeitsfaktoren eine Rolle spielen könnten.

Einzelne Erfahrungen therapeutischer Einrichtungen zeigten, dass sozialstrukturell benachteiligte Menschen, Außenseiter und Einzelgänger tendenziell eher zu übermäßigem Konsum zu neigen scheinen als Personen, die in ein lebendiges Sozialleben eingebunden sind.

Eine besondere Rolle bei der Ursachenklärung nimmt möglicherweise das Selbstwertgefühl ein. Im Web kann man Held sein und hat ein Gefühl der Macht. Daher schreibt man auch Jugendlichen eine Anfälligkeit für exzessives Onlineverhalten zu, denn als Heranwachsende, die sich gegenseitig bewerten und untereinander behaupten müssen, stehen sie unter Druck. Ängste und eigene Schwächen können in der virtuellen Welt, in der man in eine andere Rolle schlüpft, ausgeblendet werden. Dies würde auch für die These sprechen, dass diejenigen, die in der realen Welt einen Mangel an Anerkennung erfahren, eher gefährdet sind. Fühlt sich ein Kind vernachlässigt und unzufrieden mit sich selbst, könnte es eher empfänglich für Zuwendung über das Internet sein, wo es die Befriedigung seiner Bedürfnisse erfährt und fehlende Anerkennung kompensiert. Wer von der realen Welt enttäuscht ist, kann sich über den Aufbau einer virtuellen Identität einen Ersatz schaffen.

Eine Studie von dem Psychiater Bert te Wildt von Medizinische Hochschule Hannover hat ergeben, dass sämtliche internetabhängige Betroffenen eine andere bekannte psychische Störung aufweisen. Die exzessive Internetnutzung lässt sich demnach als Symptom einer anderen psychischen Störung (mehrheitlich handelt es sich um Depressionen) verstehen.

Eine andere Theorie basiert auf einem geschlechtsspezifischen Erklärungsansatz: Suchtforscher Ralf Thalemann geht z.B. davon aus, dass Jungen aufgrund ihres Stressbewältigungsverhaltens häufiger von exzessivem Onlinespiel betroffen sind als Mädchen. Während Mädchen bei Problemen eher Unterstützung bei einer Freundin suchen, reagieren Jungen vermeidend und möchten sich der Situation entziehen. Das Abtauchen in eine andere Welt, wie es beim Computerspiel passiert, kommt ihrer Strategie zur Stressverarbeitung entgegen.

weiter

zurück

Zum türkischen Bereich
Logo zum Safer Internet Day 2012; Rechte: klicksafe.de

Gemeinsam spielen - gemeinsam lernen!
Zum Safer Internet Day am 7. Februar 2012: Mit dem Internet-ABC das Internet generationsübergreifend erkunden!

weiter

 

Service & Presse

 

RSS

 

Mitglieder

 

Über uns / About us

 

E-Mail an die Redaktion

E-Mail an die Redaktion

 


Newsletter abonnieren


Schirmherrschaft: www.unesco.de
 
www.klicksafe.dewww.seitenstark.de

Themen

Online-Communitys  Computerspiele  Jugendschutz  Mobbing  Lernsoftware  Schule  Spieletipps