Samstag, 11. Februar 2012

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Abstand zwischen Bildungsschichten bei der Internetnutzung verringert

(N)ONLINER Atlas 2009: Digitaler Graben aber noch nicht überwunden

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(01.07.2009)

Der Abstand zwischen den Bildungsschichten bei der Internetnutzung hat sich auch in diesem Jahr verringert. Besonders erfreulich ist dabei das überdurchschnittliche Wachstum von 5,3 Prozent bei der Gruppe mit einfachem Bildungsabschluss (Volks-/Hauptschule). Damit ist zum ersten Mal überhaupt die Internetnutzung in allen Bildungsgruppen über die 50 Prozentmarke geklettert.

Die Zahlen des (N)ONLINER Atlas 2009 zeigen, dass insbesondere bei den Befragten zwischen 14 und 49 Jahren der Einfluss der Bildung auf die Internetnutzung weiter abnimmt. Die Erklärung dafür ist ebenso schlicht wie positiv: Die Gruppe derjenigen mit hoher formaler Bildung nutzt beinahe vollständig das Internet, Wachstum findet in anderen Gruppen statt. 97,6 Prozent der Hochschulabsolventen und 96,3 Prozent der Personen mit Abitur haben in dieser Altersgruppe bereits den Weg in die digitale Welt gefunden.

Dementsprechend fallen auch die Steigerungen im Vergleich zum Vorjahr (Studium: 0,4 Prozentpunkte, Abitur: 1,1 Prozentpunkte) gering aus. Überdurchschnittliche Zuwachsraten verzeichnen bei den 14 bis 49 Jährigen die Befragten mit einfachem Bildungsabschluss. Nutzten bei Volksschülern ohne Lehre im letzten Jahr mit 68,2 Prozent noch zwei von drei Befragten das Internet, so sind es aktuell mit 75,7 Prozent immerhin schon drei Viertel, die zu den Onlinern zählen. Alle anderen Bildungsgruppen bis 49 Jahre nutzen zu über 80 Prozent das Internet.

Die Gruppe der Schüler/-innen hebt sich mit 97 Prozent besonders hervor. Sie sind Teil der ersten Generation, die ein Leben ohne das Internet kaum noch kennt.

Dr. Rainer Esser, Vizepräsident der Initiative D21 und Geschäftsführer des ZEIT Verlags, kommentiert die Entwicklung so: "Das Internet ist die Bibliothek, die ich mir bereits während meines Studiums gewünscht hätte: Unendlich groß und unschlagbar schnell in der Informationsbeschaffung. Ein fantastisches Bildungsinstrument, das von vielen aber erst noch als solches entdeckt und genutzt werden muss. Qualität im Netz muss gefördert werden, aber auch der Zugang dazu."

Gerade die Analyse der "Best Ager" (über 50 Jahre) in Kombination mit dem Bildungsabschluss zeigt, dass die grundsätzlich positive Entwicklung bei der Internetnutzung noch nicht alle Menschen erreicht hat. Während der Einfluss in der Altersgruppe der 14 bis 49-Jährigen auf die Internetnutzung tendenziell sinkt, verbuchen die Best Ager mit hoher formaler Bildung immer noch hohe Zuwachsraten (4,2 Prozentpunkte). Von den über 50-Jährigen mit Hochschulabschluss sind 74,6 Prozent online, während bei befragten Personen mit Volksschulabschluss ohne Lehre trotz Zuwachs von 3,1 Prozentpunkten nur 13,6 Prozent das Internet nutzen. Die enorme Differenz von 61,0 Prozentpunkten verdeutlicht, dass sich gerade bei der älteren Generation noch ein tiefer digitaler Graben entlang der Bildungsgrenze zieht.

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