Dienstag, 22. Mai 2012

Wissen, wie's geht

Onlinespiele und Jugendschutz (Forts.)

Werbung in der Onlinespielwelt

Auf Spieleportalen platzieren die Betreiber Werbung in fast schon dramatischer Vielfalt. Die bunten Werbebanner fallen oft stärker auf als die eigentlichen Spiele, besonders wenn sie animiert sind. Teils erscheinen bei jedem Aufruf einer Unterseite neue Werbeflächen, die jedes Mal erneut weggeklickt werden müssen. Zudem überdeckt Layer-Werbung den Bildschirminhalt. Sie irritiert, denn die Schließbuttons sind versteckt, vertauscht und teilweise so verlinkt, dass man die Werbung nicht wegklicken kann, ohne neue Fremdinhalte zu öffnen.

Hintergrundfenster, die sich automatisch öffnen, fallen erst später auf. Es kommt vor, dass Audiowerbebotschaften ungefragt abgespielt wird. Beides verwirrt Kinder, da der Ursprung der Werbung nicht gleich ausfindig gemacht werden kann. Beim Spieleportal "Pausenspiele" (www.pausenspiele.net) versteckt sich die Werbung gleich direkt im Menü: So titelt einer der Menüpunkte "Günstiger Kredit".

Werden in einer Rubrik Erotikspiele angeboten, finden sich über das automatisierte Anzeigensystem von Google auch immer Verlinkungen zu Erotikseiten oder gar zu Real-Live-Cam-Seiten, auf denen "Animateure" bei ihren sexuellen Erfahrungen beobachtet werden können - problematisch für Kinder und Jugendliche!

Abgesehen von der generellen Bedenklichkeit der meisten Werbeaussagen, wird zudem mit Rabatten, Gewinnspielen und Geldpreisen geworben. In einem Werbebanner beispielsweise lockt ein niedlicher Hund damit, dass jede Anmeldung garantiert gewinnt. Nutzer werden meist mit "du" angeredet, wodurch sich Kinder angesprochen fühlen.

Darüber hinaus gibt es spielspezifische Werbeformen: Bei Casual Games wird Werbung z.B. gezielt platziert, bevor ein Spiel beginnt. Da steht dann "in 7 Sekunden beginnt ihr Spiel" während sich ein großes Banner ins Bild drängt. Neben kostenlosen Spielen werden Downloadspiele angeboten, die eine Zeitlang kostenlos gespielt, dann aber gekauft werden müssen. Außerdem geben einige Anbieter die Gelegenheit, um echte Geldgewinne zu spielen. Gegen Bargeld können "echte Credits" gekauft und dann im Spiel eingesetzt werden. Voraussetzung zur Teilname ist ein Alter von 16 Jahren. Hier vermischt sich kostenloses Spielen mit Glücksspielelementen.

Aber auch tief inmitten des Spielgeschehens wird der Spieler von Browserspielen mit sog. "Inserts" konfrontiert. "In-Game-Advertising" ist der Fachbegriff für die Einbettung von Marken oder Produkten in ein Spiel. Das geschieht entweder als Werbeunterbrechung im Spielverlauf oder z.B. auf Plakaten oder Kleidung innerhalb der Spielumgebung.

Da sich viele Angebote mit kostenlosen Inhalten über Werbung finanzieren, sollten Eltern Ihre Kinder für "falsche" Aussagen, Lockangebote und andere Probleme von Werbung sensibilisieren. Kinder klicken schnell und unbedacht auf Bilder und Links und probieren gern neue Angebote aus.

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Am 16. Juni 2012 von 10 bis 16 Uhr im Haus der Technik, Essen: Kongress "Der Medienpass NRW in der Grundschule"

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