Samstag, 11. Februar 2012

News

Daddeln ohne Konsole

(30.06.2010)

Spieler auf einer Spielemesse; Rechte: Internet-ABC

Normalerweise braucht man eine Spielekonsole oder einen flotten PC, um temporeiche Games zu spielen. Für echte Spielefans ein teurer Spaß, denn sie müssen alle paar Jahre eine neue Konsole anschaffen oder permanent den PC aufrüsten, wenn sie Schritt halten wollen.

Doch diese Zeiten könnten bald vorbei sein: Auf der Spielemesse E3 in Los Angeles ist ein Onlinedienst gestartet, der anspruchsvolle Computerspiele auf nahezu jeden PC holt - ganz ohne Konsole oder hochgerüstete Grafikkarte. Die Spiele werden nicht auf CD oder DVD geliefert und müssen eben nicht in die Konsole eingelegt oder auf dem PC installiert werden, sondern kommen als Datenstream nach Hause, via Datenleitung. Ein ganz neues Konzept.

Wer bei Onlive Kunde wird, kann aus einer Vielzahl von Spielen auswählen, darunter aktuelle Bestseller wie Assassins Creed II. Die Spiele laufen nicht auf dem eigenen PC, sondern auf Servern des Unternehmens. Der Spieler steuert das Spiel wie sonst auch. Mit dem Unterschied, dass die Onlive-Server Bilder und Sound berechnen, sie liefern alles per Internet nach Hause. Mit einem kleinen Zusatzgerät soll schon bald nicht mal mehr ein PC erforderlich sein, ein normaler Fernseher reicht dann aus.

Es gibt einige Vorteile: Man muss nichts mehr installieren, benutzt immer die neueste Version der Spiele, man kann kann live mit und gegen andere Spieler antreten und hat eine große Auswahl an Spielen. Nachteil: Wenn die Datenleitung mal ausfällt oder nicht schnell genug arbeitet, kann man entweder gar nicht spielen - oder es macht schlichtweg keinen Spaß.

Die Server von Onlive sollen nach Herstellerangaben in der Lage sein, selbst äußerst flotte Actionspiele verlässlich darzustellen, sogar in HD-Auflösung. Hakt es mal mit der Datenübertragung, wird erst die Ton-, dann die Bildqualität reduziert, damit das Spiel selbst nicht gestört wird.

Ein revolutionäres Konzept: Denn so spielt es keine Rolle mehr, welchen PC man hat - oder welche Spielekonsole im Wohnzimmer steht. Da die Spiele auf Servern laufen, reicht ein betagter PC aus. Kein ewiges Auf- und Umrüsten von Konsole und PC mehr. Für 15 Dollar Abogebühr im Monat und für einen geringen Obolus pro aktiviertes Spiel kann beliebig viel gespielt werden. Für viele Spielefans dürfte das durchaus seinen Reiz haben.

Die Spieleindustrie profitiert, denn bei einem Abomodell wie bei Onlive gibt es keine Raubkopien mehr. Für die Hersteller von Konsolen und PC-Hardware ist das natürlich eine eher schlechte Nachricht, sie verkaufen weniger. Dasselbe gilt für den Einzelhandel, der keine Spiele auf DVD oder BluRay mehr verkaufen kann.
Ob es so weit kommt, steht noch nicht fest. Onlive ist gerade erst gestartet, und das auch erstmal nur in den USA.

(Ein Beitrag von Jörg Schieb)

Diesen Beitrag empfehlen

 

Bewertung dieses Artikels

(ein Stern = nicht so toll, 5 Sterne = spitze!)

Durschnittliche Bewertung:

3 Sterne

21 Bewertungen

Ihre Bewertung:

 

Kommentar

Name:



Titel:



Kommentar:





Zum türkischen Bereich
Klassenzimmer einer Grundschule; Rechte: Internet-ABC

Medienpass NRW
68 Grundschulen erproben ab Anfang des neuen Schulhalbjahres den "Medienpass NRW", ein neues Bildungsangebot für Schüler...

weiter

 

Service & Presse

 

RSS

 

Mitglieder

 

Über uns / About us

 

E-Mail an die Redaktion

E-Mail an die Redaktion

 


Newsletter abonnieren


Schirmherrschaft: www.unesco.de
 
www.klicksafe.dewww.seitenstark.de

Themen

Online-Communitys  Computerspiele  Jugendschutz  Mobbing  Lernsoftware  Schule  Spieletipps