Samstag, 11. Februar 2012

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Private Browsing: Tarnkappe mit Lücken

(24.08.2010)

Privater Modus im Firefox

Ob Internet Explorer, Firefox, Chrome oder Safari: Alle gängigen Browser bieten heute eine "Private Browsing" genannte Funktion an, die es erlaubt, mehr oder weniger anonym im Web unterwegs zu sein. Manche sprechen auch von einer "Tarnkappe", weil der Eindruck erweckt wird, dass man unsichtbar unterwegs ist. Doch in Wahrheit lässt man beim im Privatmodus beim Surfen im Web lediglich weniger Spuren auf dem eigenen Rechner zurück als sonst.

Experten der Stanford University haben gerade eine Studie vorgelegt, die erhebliche Mängel und Lücken in der Privatsphäre aufdeckt. Das spur- und damit folgenloses Ansteuern von Webseiten wird zwar versprochen, aber nicht wirklich eingelöst. Ganz so privat und damit unerkannt surft man im Privatmodus dann doch nicht durchs Web.

Beanstandungen in allen gängigen Browsern

Die Experten der Stanford University haben Sicherheitslecks in allen (!) gängigen Browsern entdeckt. So lassen sich im Privatmodus angesteuerte Webseiten auf dem eigenen PC sehr wohl nachvollziehen. Auch können Webseiten, je nach verwendetem Browser, mitunter durchaus erkennen, wer gerade vorbeisurft. Sage und schreibe 16 relevante Sicherheitslücken dokumentiert die Stanford-Studie bei der Browser-Anonymisierung.

So verwischt Apples Browser Safari beispielsweise lediglich die Spuren beim Surfen, verwendet aber vorhandene Cookies. Die Folge: Indiskretion. Webseiten, die man früher schon mal ohne Privatmodus angesteuert hat, erkennen einen mühelos wieder.

Privatsphäre nicht garantiert

Es gibt noch weitere Sicherheitslecks, einige marginal, andere relevant. Zwar ist mitunter etwas Aufwand nötig, um die vorgegaukelte Privatsphäre aufzuheben, doch letztlich ist die Privatsphäre keineswegs garantiert. Im Gegenteil.

Wichtig zu wissen: Auch im lokalen Netzwerk (LAN) werden Daten gespeichert, die sich später analysieren lassen. Von den zahlreichen Daten, die beim Surfen anfallen (etwa: IP-Adressen), ganz zu schweigen. Der Privatmodus verschleiert nicht die eigene Identität, sondern reduziert bestenfalls die anfallenden Daten auf dem eigenen PC.

Auch Plug-ins spielen eine Rolle

Plugins wie Adobe Flash reduzieren die Privatsphäre weiter, teilweise sogar dramatischer. Da die Mehrheit der PC-Benutzer Flash verwendet, ist der Privatmodus ohnehin nur mit Abstrichen zu realisieren. Denn Flash erlaubt Webseiten, mehr Daten zu speichern und zu verarbeiten als jeder Cookie.

Internetbenutzer dürfen also keineswegs davon ausgehen, unentdeckt im Web unterwegs zu sein, bloß weil sie den Privatmodus im Browser aktiviert haben. Wer anonym unterwegs sein will, muss Dienste wie die Tor-Anonymisierung (www.torproject.org) einsetzen. Dieser bewährte Dienst verschleiert wirklich die Herkunft des Benutzers und verschlüsselt den gesamten Datenverkehr.

(Ein Beitrag von Jörg Schieb)

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