Samstag, 11. Februar 2012

Wissen, wie's geht

Ungeschützte Datenflut auf sozialen Netzwerken

Was passiert mit den persönlichen Daten?

Kreative Werkzeugkiste und unerwünschter Fettnapf: Soziale Netzwerke können beides sein. SchülerVZ und Co. lassen Raum für Selbstdarstellung, Austausch und Interaktivität - und damit gleichzeitig auch für Missbrauch und Risiken. Soziale Netzwerke wimmeln von persönlichen Daten, die die Nutzer veröffentlichen, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Warum sollte ich nicht meine E-Mail-Adresse, ICQ-Nummer oder Vorlieben veröffentlichen, wenn es meine Freunde tun? Jugendliche geben so große Teile ihrer Intimsphäre preis. Persönliche Daten und Bilder können aber leider von Dritten genutzt und missbraucht werden.

Das Internet vergisst nicht

Das Internet vergisst nichts, was einmal dort veröffentlicht wurde. Daten werden von Anderen vervielfältigt und gespeichert und von Suchwerkzeugen gesammelt. Jahrelang können Inhalte erhalten bleiben, denn das Löschen einmal publizierter Daten ist eine schwierige und langwierige Angelegenheit. Anschaulich zeigt das die WayBackMachine, die Milliarden von Webseiten archiviert, obschon die Ursprungsdaten längst nicht mehr im Netz sind. Über Personensuchmaschinen wie Spock, Yasni, Stalkerati oder 123People lässt sich einiges über netzaktive Menschen herausfinden, die ihre persönlichen Daten freigiebig in Netzwerkprofilen angeben.

Jugendliche, die in die Berufswelt eintreten möchten, treffen auf Arbeitgeber, die das Internet als Informations- und Reputationsquelle einsetzen: 30% verschaffen sich einen Einblick in das Leben ihrer zukünftigen Mitarbeiter, indem sie gezielt recherchieren, nach Namen googlen und die Aktivitäten ihrer Bewerber im Netz überprüfen: Wie präsentiert der Bewerber sich im Netz? Brüstet er sich mit Alkoholgeschichten und pflegt er Kontakte zu fragwürdigen Personen?

Spezielle, kostenpflichtige Dienste (z.B. www.reputationdefender.com/mychild) bieten bereits an, nach Datenspuren zu suchen, die von Ihrem Kind im Netz zu finden sind.

Machen Sie den Test und überprüfen Sie, wo der Name Ihres Kindes im Internet auftaucht: Geben Sie in Suchmaschinen und in die Suchfelder auf Netzwerkplattformen probeweise Namen ein und recherchieren Sie, was sich herausfinden lässt.

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