Spiel des Monats (Oktober 2006)
Geheimakte Tunguska






Beschreibung

Das Adventure ist eines der ältesten Genres bei Computerspielen. Wegen seines starken Hangs zu einer richtigen Geschichte und den verästelten und kniffligen Rätseln erfreute es sich lange Zeit großer Beliebtheit. Doch dann war - gerade auch im Zuge immer besser werdender Grafikkarten - Action auf dem Bildschirm angesagt, und für ein paar Jahre erschienen kaum nennenswerte Adventurespiele. Doch seit zwei, vielleichtdrei Jahren gibt es ein Revival mit witzigen Programmen wie "Ankh" oder spannenden Abenteuern wie "Runaway". "Geheimakte Tunguska gehört ebenfalls zu den gekonnten Vertretern seines Genres. Es gefällt nicht nur Erwachsenen, sondern auch Kindern, die das Spiel auf den zweiten Platz beim Kindersoftwarepreis TOMMI wählten.
Worum geht's?

Nina Kalenkows Vater ist spurlos verschwunden. Nina nimmt natürlich sofort die Suche auf. Die Hinweise häufen sich, dass die Expedition ihres Vaters in die sibirische Tunguska-Region irgendwie mit seinem rätselhaften Verschwinden zu tun hat. Auf den Spuren einer geheimnisvollen Explosion trifft Nina den jungen Forscher Max, der sie bei ihren Nachforschungen unterstützt. Ninas Wege führen sie nach Russland, Kuba und China, während Max sich auf den Weg nach Irland macht. Sie treffen Informanten, erkunden eine rätselhafte Irrenanstalt oder dringen in Militärareale ein, bis sie am Ende in der geheimen Forschungsstation landen.
Kombination ist alles

Ob Nina sich im Naturkunde-Museum umsieht oder in einem Zugabteil sitzt: Überall sucht und sammelt sie Gegenstände wie Knochen, Schnüre oder Tüten. Auch ein Stock oder ein Stück Pizza können später wichtig werden. Damit die Geschichte weiter geht, müssen oft Aktionen ausgeführt werden, auf die ein in normal denkender Mensch nicht unbedingt kommen würde. Ein Beispiel gefällig? Nina braucht Kopien. Vor dem Kopierer der Nervenheilanstalt sitzt ein Mann und baut ein Kartenhaus. Damit er weg geht, muss jedoch erst ein Bauarbeiter wieder anfangen, mit seinem Presslufthammer zu arbeiten. Denn nur dann stürzt das Kartenhaus ein. Der Bauarbeiter wiederum arbeitet erst, wenn die Köchin schwarzen Rauch durch den Kamin schickt. Bis Nina also die Plastiktüte ins Feuer steckt, damit der Qualm schwarz wird, schicken die Spieler sie auf dem Gelände hin und her.
Hilfe gibt's auch

Das erste Drittel des Spieles wird haargenau mit dem beiliegenden Lösungsheft erklärt. Danach rätseln die Spieler alleine weiter. Doch es gibt auch noch andere Hilfen. Eine Lupe zeigt auf alle Orte des Bildes, die untersucht werden sollten, und wenn eines der Logik-Rätsel ins Spiel kommt, gibt es einen zusätzlichen Rätselhinweis. So öffnet Nina den Safe nur, wenn sie in richtiger Reihenfolge die aufblinkenden Lämpchen anklickt. Das ist schon recht schwierig, doch wer den Hilfehinweis befolgt, rätselt auf einer sehr leichten Stufe weiter.
In der Menüleiste sind dabei die ersammelten Gegenstände immer zu finden, und die wenigen zusätzlichen Options-Buttons lassen sich einfach und intuitiv bedienen.
Um zu kombinieren, ziehen die Spieler die Gegenstände im Sammelmenü übereinander. Ist eine Kombination möglich, erscheint neben dem Mauszeiger eine Hand. Während des Spiels wechseln die Spieler mit Klick auf den Charakterbutton zwischen Nina und Max hin und her.
Grafik und Fazit
Professionelle Sprecher und die spannend untermalende Musik erzeugen mit anspruchsvollen 3-D-Grafiken und Videos atmosphärische Dichte. Überraschenderweise läuft das Programm trotzdem auch auf durchschnittlich guten Computern. Wie alle modernen Spiele legt es allerdings Wert auf einen aktuellen Grafikkarten-Treiber .
Geheimakte Tunguska ist ein toller Rätselabenteuer-Einstieg für Anfänger mit viel Spannung.










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