Wie sicher sind Kinder im digitalen Raum?

Jugendmedienschutz – Neue FSM-Studie zur Analyse und Weiterentwicklung

Screenshot der Website zur Befragung; Bild: FSM
Screenshot der Website zur Befragung; Bild: FSM

Seitdem Kinder das Internet nutzen, machen sich Eltern Sorgen, ob sie dort sicher unterwegs sind oder in gefährliche Situationen geraten könnten. Zum Beispiel in Zusammenhang mit verstörenden Inhalten, Gewalt oder Pornographie, Cybermobbing, Datenklau oder Viren. Um Kinder vor solchen Gefahren zu schützen, wurde vor 20 Jahren die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) gegründet. Die FSM ist ein gemeinnütziger Verein, der sich – in Anlehnung an die Freiwillige Selbstkontrolle in der Film- und Fernsehbranche – um den Jugendschutz bei den Anbietern kümmert.

Ihr Jubiläum hat die FSM zum Anlass genommen, Eltern und Kinder zu befragen, inwieweit Maßnahmen, die Kinder vor negativen Surf-Erlebnissen schützen sollen, bekannt sind und genutzt werden. Ein Ergebnis: Fast alle befragten Eltern halten es für ihre Pflicht, ihre Kinder vor unangenehmen oder gefährlichen Erlebnissen zu bewahren. Je jünger die Kinder sind, desto mehr beunruhigt die Möglichkeit, auf verstörende Inhalte zu stoßen. In Hinblick auf ältere Kinder steht die Sorge im Vordergrund, die Interaktion mit Gleichaltrigen könne Risiken wie beispielsweise Mobbing bergen. Die klassischen Instrumente des Jugendschutzes können allerdings im letzteren Fall nicht helfen.

90 Prozent der Eltern und fast drei Viertel der befragten Heranwachsenden finden es richtig, wenn nicht alle digitalen Angebote für Kinder und Jugendliche frei verfügbar sind. Sie befürworten eine Alterskennzeichnung, merken aber kritisch an, dass eine solche Grenze auch einen besonderen Reiz ausüben könne. Technische Lösungen wie der Einsatz von Filtersoftware finden Zustimmung, auch wenn die meisten Eltern wissen, dass das keine vollständige Sicherheit bietet. Außerdem sind die meisten Eltern davon überzeugt, dass Heranwachsende diese Barrieren knacken können.

Sowohl in den Augen der Eltern als auch der befragten Heranwachsenden überflügeln Jugendliche ab 13 Jahren ihre Väter und Mütter in Bezug auf ihre Online-Fähigkeiten. Lediglich bei der Einschätzung von Risiken schätzen sich die Eltern als kompetenter ein. Anlaufstellen, bei denen problematische Online-Angebote gemeldet werden können, kennen nur ein Drittel aller Erziehungsberechtigtem – bei den Kindern und Jugendlichen ist dies noch deutlich weniger. Kaum jemand unter den Befragten hat sie je in Anspruch genommen.

Meist setzen Eltern bei der Medienerziehung auf Regelungen, die die Auswahl der Angebote oder die Zeit der Nutzung begrenzen. Je jünger die Kinder, umso aktiver werden sie online von den Eltern begleitet. 

Zusammenfassend kommt die FSM-Studie zu dem Ergebnis, dass sich die Eltern von 11- bis 12-jährigen die meisten Sorgen über mögliche problematische Erfahrungen machen. Zu Recht, wie die Befragung ihrer Kinder ergibt, die mit zunehmendem Alter mehr risikobehaftete Erfahrungen machen. Gleichzeitig nimmt dann aber auch die elterliche Begleitung ab.

Übergreifendes Fazit dieser Bestandsaufnahme: Die Eltern sind sich ihrer wichtigen Rolle in der Medienerziehung bewusst, wünschen sich aber auch, dass die zuständigen Behörden, die Bildungseinrichtungen und die Medienanbieter sie mit dieser Aufgabe nicht alleine lassen.

Weitere Informationen:

0 Bewertungen
0 Kommentare

[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 15.12.2017]


Diesen Artikel bewerten
absenden
Fragen?
Haben Sie Fragen oder Anregungen zum Internet-ABC oder zu einzelnen Themen und Materialien? Wir helfen Ihnen gerne weiter! ​
button-icon
Abschicken
button-icon
E-Mail schreiben