Medienzeiten für junge Kinder

Junges Kind am Tablet; Bild: Internet-ABC / Enrico Duddeck
Junges Kind am Tablet; Bild: Internet-ABC / Enrico Duddeck

Ein Großteil (70 Prozent) der Kinder im Kita-Alter beschäftigt sich täglich mehr als eine halbe Stunde mit dem Smartphone oder Tablet (Quelle: Blikk-Studie 2018). Laut der "Kinderwelten"-Studie von Super RTL und IP-Deutschland verbringen Drei- bis Fünfjährige sogar bereits 74 Minuten täglich mit Bildschirmmedien. Tendenz steigend. Erschreckend? Oder alles halb so wild? Wie gehen Sie mit den Medienzeiten Ihrer Kinder um? 

Viele Experten raten davon ab, Kindern unter drei Jahren ein Smartphone in die Hände zu geben. Doch die Realität sieht anders aus. Manche Eltern nutzen das Smartphone oder das Tablet gerne mal als Babysitter-Ersatz. Und was spricht schon dagegen, wenn der Nachwuchs sich dort – statt im Fernsehen – ein, zwei Sendungen anschaut? Oder ein Spiel spielt, das für sein Alter geeignet ist?

Braucht es feste Regeln? 

Auch das Internet-ABC empfiehlt, dass Kinder unter sechs Jahren in der Regel nicht mehr als 30 Minuten am Tag mit Handy & Co. verbringen sollten. Doch das sind nur Richtwerte. Entscheiden müssen die Eltern selbst. 

Fest steht: Regeln helfen, Konflikte zu vermeiden. Im besten Fall werden sie von Eltern und Kindern gemeinsam festgelegt. Dabei sollte auch gleich vereinbart werden, was passiert, wenn diese Regeln gebrochen werden. Vielleicht kann dies auch in einem kleinen Vertrag spielerisch festgelegt werden (siehe rechte Spalte: Mediennutzungsvertrag).

Alternativen bieten

Gerade junge Kinder müssen den Umgang mit Medien erst lernen. Dabei ist die vertrauensvolle Begleitung durch ihre Eltern besonders wichtig.

Eine wichtige Aufgabe der Eltern besteht darin, ihren Kindern auch Alternativen und zeitliche Freiräume abseits von Fernsehen oder Computer zu bieten: Gemeinsame Ausflüge, Sport, Freunde treffen. Der Bildschirm sollte nicht im Mittelpunkt des Kindes stehen, sondern eines von vielen Aktivitäten sein.

Wie machen Sie das?

Nicht zu unterschätzen ist auch die Vorbildfunktion der Eltern, wenn es um die Nutzung von Medien geht. Sind Sie in diesem Bereich ein gutes Vorbild für Ihr Kind? Leben Sie vor, dass man zu gewissen Zeiten ohne Probleme auch mal ohne Internet und Smartphone auskommen kann – zum Beispiel beim Spielen mit dem Kind und beim Abendessen? Wie wichtig ist das für Sie?

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Wie sehen Sie Ihre Vorbildfunktion?

Anette, 39 Jahre 14.12.2018 13:27
Meine Tochter merkt selbst, dass "alle auf der Straße auf das Handy glotzen" und findet das nicht gut. Ich versuche auch für mich handyfreie Zeiten einzuplanen, gerade wenn wir essen oder gemeinsam was machen und um diesen "immer erreichbar sein Modus" zu entfliehen. Das wird ja fast schon erwartet. Mich nervt das bisweilen schon und ich sage meiner Tochter immer wieder, dass man auch nicht direkt zum Handy greifen muss, wenn es mal blinkt, bimmelt oder sich sonst wie meldet. Natürlich darf sie mit Handy und Tablet auch mal spielen oder was gucken, aber das grenze ich ein. Ist natürlich auch immer ein Streitthema. Ich finde es schwierig, damit umzugehen, die Entwicklung lässt sich nicht aufhalten. Man muss schauen, dass die Kinder auch andere Anreize haben.
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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 18.12.2018]


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