Vorstellung der Studienergebnisse der "miniKIM 2014" im Rahmen einer Fachtagung des Medienpädagogischen Forschungsbundes Südwest (mpfs) am 14. Juli in Stuttgart

Bereits zum zweiten Mal legt der Medienpädagogische Forschungsbund Südwest (mpfs) in Kooperation mit dem SWR Basisdaten zum Medienumgang der ganz Kleinen vor, der Zwei- bis Fünfjährigen. Neben den aktuellen Daten aus der miniKIM 2014 werden im Rahmen der Fachtagung des  "Ene mene muh - und was schaust du?"  am 14. Juli in Stuttgart ebenso Anschauungsbeispiele präsentiert. Dazu zählen Projekte wie "Medienzwerge" und "Ohrenspitzer".

miniKIM 2014: 54 Prozent der Eltern meinen: "Das Internet ist gefährlich für Kinder!"

Für die miniKIM 2014 wurden knapp über 620 Eltern zum Medienumgang ihrer Kinder befragt. Rund 190 von diesen besitzen ein Tablet-PC im Haushalt. "Nach Einschätzung der Eltern ist vor allem das Buch ein wichtiges Medium, das die Fantasie von Kindern fördert", so die Studie. Gut die Hälfte der Haupterzieher nehme an, "dass das Internet einen Einfluss auf die Gewaltbereitschaft habe, dass ihre Kinder mit ungeeigneten Inhalten in Kontakt kommen und außerdem durch das Internet zu 'Stubenhockern' werden."

Ein Blick in die Studie zeigt weitere interessante Befunde über das PC- und Internetnutzungsverhalten von Klein- und Vorschulkindern:

  • 15 Prozent haben erste Erfahrungen mit dem Computer gesammelt.
  • Sieben Prozent nutzen das Internet, wobei fünf Prozent bereits regelmäßige Nutzer von Online-Diensten sind.
  • 15 Prozent haben schon mal einen Tablet-PC genutzt.

Im Vordergrund bei den Tätigkeiten am PC steht mit 15 Prozent das Spielen. Lediglich fünf Prozent der Kinder benutzen auch Lernprogramme.

Während Computer und Internet eine sehr untergeordnete Rolle in der alltäglichen Nutzung einnehmen, spielen (Bilder-)Bücher neben dem Fernsehen bei der Mediennutzung für Zwei- bis Fünfjährige eine zentrale Rolle. Fast die Hälfte dieser Kinder sehen täglich oder fast jeden Tag fern (44 Prozent). Und 43 Prozent beschäftigen sich so gut wie jeden Tag mit einem (Bilder-)Buch. Kleinkinder können am wenigsten auf ihre (Bilder-)bücher verzichten, für Vorschulkinder ist Fernsehen bereits das Leitmedium schlechthin. Wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um gerade mal Vier- bis Fünfjährige handelt, ist eine tägliche Nutzungsdauer von 52 Minuten recht viel.

"Wozu denn ein Filterprogramm?"

Genauso interessant wie überraschend sind die Aussagen zu Jugendschutzfiltern:

  • Fast die Hälfte der befragten Eltern (49 Prozent) meint, sie würden kein Filterprogramm benötigen, da ihr Kind sich sowieso nicht alleine im Internet bewegen dürfe.
  • 21 Prozent der Eltern kennen gar keine Filterprogramme und
  • zehn Prozent geben an, sie wüssten nicht, wo sie sich über derlei Schutzvorkehrungen informieren können.

Weitere Informationen und Download der Studie

Was hörst du?

Das Projekt "Ohrenspitzer Mini" der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) und der Stiftung MKFS ist für die Medienarbeit mit Drei- bis Sechsjährigen gedacht. So können sich interessierte Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg für kostenlose Praxisfortbildungen bewerben. Mithilfe von Medienpädagogen werden Praxisprojekte gemeinsam mit Erziehern und Pädagogen umgesetzt. Außerdem umfasst "Ohrenspitzer Mini" in Baden-Württemberg die Ausbildung von Studierenden.

Selbsterklärtes Ziel ist, den Kindern dabei zu helfen, "bewusst zuzuhören, eigene Kriterien für gute Hörmedien und einen aktiven Mediengebrauch zu entwickeln". Das Ohrenspitzer-Team bietet zudem noch einen "Ohrenspitzer-Koffer" an, der prall gefüllt ist mit Ideen für den Kita- oder Unterrichtseinsatz ausgewählter Hörspiele.

Auch ein Blick in die Sammlung "Hörbögen" ist lohnenswert. Sie informiert über den Inhalt eines Hörspiels und regen zu Gedanken für die kreative Medienarbeit an.

Was guckst du?

Über ihre Arbeit und Erkenntnisse mit dem Modul "Medienzwerge - aktive Medienarbeit in der Kita" des Projekts "JugendMedienWerkstatt" berichten Anke Enders und Jeanine Wein von "alles mit Medien GbR", einer Agentur für Bildungsmaterialien und -projekte aus Mainz.

Entstanden sind die "Medienzwerge" im Jahr 2012, gefördert von der Stiftung MKFS, noch als Pilotprojekt in acht Einrichtungen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Seit 2013 läuft die Weiterentwicklung des Projektes. Hier erleben und gestalten Kinder das Medium Fernsehen, indem sie beispielsweise selbst Trickfilme herstellen. Dadurch erhalten sie einerseits mehr Einblicke in die Funktionsweisen des Bewegtbild-Mediums, andererseits wird ein Bewusstsein für mediale Wirklichkeit geschult.

Neben dem "Medienzwerge-Aktionstag", in dessen Rahmen Medienstationen zum Mitmachen angeboten werden, ist eine begleitende Broschüre entstanden. Sie bietet mit konkreten Projektempfehlungen "tiefergehende Informationen zu Mediensozialisation, -nutzung und -wirkung im frühkindlichen Bereich" an, "um die Medienarbeit in den Kita-Alltag zu integrieren." Autor der Infoblätter ist Andreas Büsch, Professor für Medienpädagogik an der Katholischen Hochschule Mainz.

Die Ergebnisse aus dem Projekt "Ulla aus dem Eulenwald - Bilderbuchgeschichten zur Medienkompetenzförderung" hingegen präsentiert Dr. Eveline Hipeli von der Pädagogischen Hochschule Zürich.

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 13.04.2020]
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