Was kann ich als Mutter, Vater oder Erziehender vorbeugend tun?

Handy wird ausgeschaltet; Bild: Internet-ABC
Handy wird ausgeschaltet; Bild: Internet-ABC

a) Akzeptieren und tolerieren

Das Internet bietet Kindern und Jugendlichen viele Vorteile und bereichernde Möglichkeiten im Alltag – sofern sie es „richtig“ nutzen. Eltern sollten akzeptieren, dass sich Kommunikationswege, Informationssuche oder auch Unterhaltungsmöglichkeiten im Laufe der Zeit verändert haben und diese nicht zwangsläufig zu verteufeln sind.

b) Medien verstehen lernen

Eine aktive Auseinandersetzung mit den Nutzungsmöglichkeiten und attraktiven Merkmalen der „neuen“ Medien ist wichtig – für Kinder ebenso wie für ihre Eltern. Aber auch eher „unangenehme“ Themen wie Internetsucht und mögliche Vorsorgemaßnahmen müssen angesprochen werden. 

Das bedeutet, dass sich Eltern und Erziehende mit den verschiedenen Medien befassen müssen: Was tun Kinder und Jugendliche im Internet? Mit welchen Inhalten werden sie konfrontiert und welche Funktion nimmt das Internet im Alltag ein? 

c) Kindern beibringen, ihr Internetverhalten zu hinterfragen und zu regulieren

Neben der Vermittlung technischen Wissens rund um das Internet sollte Kindern und Jugendlichen gezeigt werden, wie sie ihr eigenes Verhalten reflektieren und regulieren können. Praktisch gesprochen umfasst dies die Fähigkeiten

  • sich angemessen mit anderen im Internet auszutauschen, 
  • sich nicht von unbekannten Inhalten fehlleiten zu lassen, 
  • sich genau zu überlegen, welche Informationen sie über sich selber preisgeben sowie 
  • die eigene Internetnutzung kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls einzuschränken. 

Diese Herangehensweise macht deutlich, dass es vor allem soziale und kommunikative Kompetenzen sind, die Schutz gegen eine unkontrollierte Internetnutzung bieten: ein angemessenes Kommunikationsverhalten, die Fähigkeit, konstruktiv Konflikte zu lösen, und auch selbst das eigene Verhalten einschätzen zu können. 

Das gilt für den Alltag ebenso wie für die Internetnutzung: Die Regeln, die im ganz normalen Umgang außerhalb des Internets selbstverständlich angewendet werden, sind ebenso bei allen anderen Kommunikationswegen gültig.

Gleichzeitig sollte das Internet nicht dazu dienen, vor Problemen zu flüchten. Kinder und Jugendliche sollten alternative Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt bekommen, die dabei helfen, Schwierigkeiten, wie den Umgang mit anderen, zu bewältigen. 

d) Stichwort "Selbstregulation": Den eigenen Medienkonsum hinterfragen und regulieren 

Bei der Hinterfragung des Stellenwertes sowohl des Internets als auch des Smartphones sind nicht nur Kinder gefragt, auch Erwachsene sollten sich überlegen, welche Vorbildfunktion sie einnehmen und welche Bedeutung diese Medien eigentlich für sie selber haben.

Selbstregulation ist eine Fähigkeit, die schon im frühen Alter in verschiedenen Situationen vermittelt wird: sei es die Frage nach der Anzahl der Süßigkeiten, die gegessen werden dürfen oder das Teilen von Spielzeug mit anderen Kindern. Solche Situationen erziehen Kinder dazu, sich nicht einem maßlosen Konsum hinzugeben, sondern bestimmte Dinge und Verhaltensweisen einzuschränken. 

Dies ist der gleiche Ansatz, der auch beim Medienkonsum verfolgt werden sollte. Die Internetnutzung sollte nicht als Instrument der Belohnung oder Bestrafung im Erziehungskontext eingesetzt werden. Vielmehr sollten Erziehende ihren eigenen Medienkonsum reflektieren und entsprechend Vorbild sein. 

Ein Beispiel: Sitzt die Familie beim Abendessen zusammen, ist es wenig sinnvoll, dem Kind die Nutzung einer Smartphone-App zu verbieten, während gleichzeitig der Fernseher angeschaltet ist, weil der Erwachsene während des Essens die Sportschau sehen möchte. 

Stellen Sie sich doch einmal folgende Fragen: 

  • Sind Sie selbst in der Lage, beim Mittagessen auf Ihr Handy zu verzichten? 
  • Welchen Stellenwert hat das Internet für Sie? 
  • Können Sie Ihre Nutzung kontrollieren? 

Vielleicht konnten Sie die Fragen 1 und 3 auch nicht voll und ganz bejahen. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, sich die eigene Mediennutzung anzuschauen und zu reflektieren. Überlegen Sie dann, wie Sie gemeinsam mit dem Kind oder dem Jugendlichen Regeln aufstellen können, damit Internet, Computer und Smartphone den Familienalltag nicht beherrschen, sondern bereichern!

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3 Kommentare

[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 19.07.2018]


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Elfrieda 18.07.2018 17:50
Finde ich als Oma gut und hilf reich gerade jetzt in der Ferienzeit !
Prof. Dr. Matthias Nückles 03.10.2016 17:38
Nicht sehr informativ, die angegebenen Vorschläge sind längst überholt. Viele Kinder nutzen den Pc multimedial (z.B. für Schule etc.) gerade Jugendliche halten über das Internet Kontakt, welcher wichtig für deren Entwicklung ist.
Lea 05.05.2016 18:29
Spitze! Der Artikel ist sehr hilfreich!

Schwerpunkt "Internetsucht"

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