Formen der Werbung im Internet – und wie Kinder sie sehen!

Banner, Pop-ups und Layer

Banner sind verschieden große Flächen mit Bild, Text und/oder Animationen. Sie befinden meist am Rand oder direkt und teilweise auch unauffällig platziert im eigentlichen Inhalt der Internetseite. Manchmal haben Kinder Probleme, diese Werbung als solche zu erkennen. Ein Klick auf ein verlinktes Banner führt sie in der Regel weg auf eine andere Seite, die das präsentierte Produkt bewirbt – was für Kinder u. U. problematisch sein kann.

Pop-ups und Layer sind Werbeformen, die sich über eine Seite legen, so dass die Nutzung unterbrochen wird. Jüngere Internet-Anfänger verstehen oft nicht, was das ist und soll. Sie wissen nicht, wo der Inhalt hin ist, den sie sehen wollten. Darüber ärgern sie sich. Später klicken oder tippen sie Pop-ups und Layer routiniert weg – sofern der Inhalt sie nicht übermäßig interessiert.

Produktwerbung und Markenbindung

Von Kindern oft gar nicht als lästige Werbung eingeschätzt werden Webseiten, die reine Produktwerbung und Markenbindung zum Ziel haben. Alles, was den Kindern hier geboten wird, will eine Werbebotschaft vermitteln: Diese Produkte, diese Marken sind die besten, die normalsten, die coolsten. Auf solchen Seiten können Kinder zum Beispiel in einen Club eintreten, bestimmte Gratisspiele mit den Markenhelden spielen und andere "Vorteile" genießen.

Beim regelmäßigen Online-Besuch und wiederholten Spielen werden die Kinder mit den Produkten vertraut und verbinden sie mit etwas Positivem.

Werbung bei Suchmaschinen

Gibt Ihr Kind bei Google den Suchbegriff "Pokemon" oder "Eisprinzessin" ein, so sieht es bei den Suchergebnissen zunächst Linktipps, die als Werbung gekennzeichnet sind – was Kinder gern auch mal übersehen. In der Spalte rechts erscheinen unter den irreführenden Titeln "Pokemon ansehen" / "Eisprinzessin ansehen" Einkaufstipps bei verschiedenen Onlineshops. Eventuell wird ein Kind dann gleich auf einer Produktseite landen, statt die eigentlichen Suchergebnisse durchzusehen.

Bei anderen Suchmaschinen (zum Beispiel bei yahoo.de) erscheinen zunächst nicht gekennzeichnete Werbelinks, erst weiter unten die eigentlichen Suchergebnisse. Auch hierbei besteht die Gefahr, dass Kinder auf Verkaufsseiten landen.

YouTube

Wenn ihr Kind gerne Filme auf YouTube anschaut, kennen Sie sicher die "Vorfilme" in Form von Werbung (sogenannten Pre-Rolls). Die YouTube Werbung ist natürlich auf das Nutzerverhalten der Zuschauer abgestimmt, so dass Kinder oft genau auf ihre Interessen zugeschnittene Werbung zu sehen bekommen.

E-Mail-Werbung und Gewinnspiele

Kinder, die im Internet auf Internetseiten ihren Namen, ihre E-Mail-Adresse und ihr Geburtsdatum angegeben haben, erhalten eventuell personalisierte Mails. Unverlangt verschickte E-Mail-Werbung ist gesetzlich verboten, trotzdem füllen sich die Postfächer zunehmend mit Werbung für Medikamente, pornographische Angebote oder andere für Kinder ungeeignete und überteuerte Produkte. Solcher Spam enthält Links, die zu nicht kindgerechten Seiten oder unseriösen Onlineshops führen. Ähnlich ist es bei Gewinnspielen, die teilweise mit der Preisgabe von Daten verbunden sind.

Werbung bei YouTube-Stars und Influencern

Ältere Kinder werden schon bestimmten YouTube-Stars oder Bloggern folgen, die (zum Teil scheinbar) tiefe Einblicke in ihr Leben und ihren Lifestyle geben. Da sie sich hauptsächlich über Kooperationen mit Firmen finanzieren, präsentieren sie auch deren Produkte als unerlässlich und extrem cool. Manche  Kinder identifizieren sich stark mit diesen Stars. Und es fällt ihnen schwer, diese Produkte nicht auch sofort haben zu wollen – und mit ihnen den Lifestyle der verehrten Person gleich dazu.

Diese Stars und Influencer (deutsch: Beeinflusser) müssen, wenn sie bestimmte Produkte bewerben und dafür Geld erhalten, dieses als Werbung kennzeichnen. Sonst wäre es Schleichwerbung – und die ist verboten. Aber Kinder nehmen diese Hinweise oft gar nicht wahr.

Schon bei jüngeren Kindern beliebt ist das Unboxing, also das Auspacken und Vorstellen eines Produkts in einem Video. Bei Spielsachen sind es oft Kinder mit ihren Eltern, die begeistert und mit großem Staunen ein Paket öffnen und anschließend Empfehlungen für einzelne Artikel aussprechen. Aber Achtung: Wirklich unvoreingenommen und unabhängig sind nur wenige "Auspacker".

Werbung in Online-Games und Apps

Gerade in Internetspielen trifft Kinder oft eine geballte Ladung an Werbung – entweder als In-Game-Werbung, ähnlich wie bei YouTube, oder als komplettes Werbespiel: Ad-Games heißen solche Werbespiele, die eigens zur Produktvermarktung entwickelt werden, und in denen ein Produkt im Mittelpunkt steht.

Browsergames können mitunter in Bezahlangebote münden: Die Mitgliedschaft in einem Club oder einem Spielerkreis ist gratis. Wer aber zum Beispiel ab einem bestimmten Level weiterspielen möchte oder eine bessere Ausrüstung für seine Spielfigur wünscht, muss bezahlen und in einen Abo- oder Kaufvertrag einwilligen.

Ähnlich ist es bei In-App-Käufen. Es lockt am Anfang das kostenlose Spiel. Aber sobald es spannend wird, kommen die Kinder ohne wiederholtes Anschauen von Werbeclips und/oder Bezahlung nicht so recht weiter. Es sind oft kleine Beträge, die sich aber summieren können. Manche Spiele bieten allerdings auch einmalige Kosten um die 100 EUR oder ein Abonnement für 19,99 EUR pro Woche an. Wer sein Kind am Tablet oder Smartphone spielen lässt, sollte die Möglichkeit des Bezahlens im Google Play Store deaktivieren.   

Unverschämt ist auch die Vorgehensweise vieler Hersteller kostenloser Spiele-Apps: Sie sammeln Daten der Spieler, die für das Spiel gar nicht gebraucht werden – und senden diese gleich zum Spielstart an mehrere Werbenetzwerke. Weder Eltern noch Kinder bekommen hiervon etwas mit ...

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 01.08.2019]


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