Browser-Apps für Android und iOS

Meine Startseite

Screenshot: Meine Startseite für iOS

Die App "Meine Startseite" vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bzw. der AG KinderServer bietet neben einer durch die Kinder konfigurierbaren Startseite einen Browser, der die Inhalte über den ebenfalls vom Bundesministerium initiierten "KinderServer" filtert. 

Erreichen können die Kinder über diesen Browser ausschließlich Ergebnisseiten der Kindersuchmaschinen Blinde Kuh und FragFINN sowie alle unter Seitenstark.de gelisteten Kinderseiten und Seiten mit Anbieterkennzeichnung (age-de-Label) bis 12 Jahre. Den Kindern steht damit eine große Anzahl von unbedenklichen Internetseiten zur Verfügung, viele Angebote, die sich vornehmlich an Erwachsene richten (u.a. auch Facebook, Amazon, Google und YouTube), bleiben außen vor. Ein manuelles Hinzufügen von eigenen Seiten, wie beispielsweise der Schul- oder Sportvereins-Homepage ist in der ersten Version der App nicht möglich, eine solche individuelle Whitelist-Funktion wird aber mit dem nächsten Update (12/2013) zur Verfügung stehen.

In der iOS-Version werden für Eltern die ergänzenden Einschränkungen des iPhones noch einmal erläutert, die (insbesondere mit dem Sperren des Safari Browsers) das iPhone zu einem sichereren Surfgerät auch für jüngere Nutzer machen.

Die Android-Version (ab Android 3.0 oder höher) unterdrückt stattdessen sämtliche anderen Apps des Gerätes. Ist die App aktiv, können auch Funktionen wie das Telefonieren oder das Schreiben von SMS nur nach Eingabe eines zuvor angegebenen Passwortes genutzt werden. Daher eignet sich die App eher für den Einsatz auf dem elterlichen Smartphone oder Familientablet. So können Kinder innerhalb der App surfen und spielen, ohne versehentlich den Chef zurückzurufen oder E-Mails zu löschen - für den Einsatz auf dem eigenen Smartphone von Kindern oder gar Jugendlichen innerhalb eines Launchers ist die App eher nicht geeignet.

fragFINN

Mit der App von fragFINN können Kinder ausschließlich auf die Ergebnisse der gleichnamigen Kindersuchmaschine zugreifen. Dies funktioniert im fragFINN-Browser nur über den Suchschlitz oder die von der kleinen Raupe FINN vorgeschlagenen Surftipps und Themen - eine Browserzeile, in der Internetadressen direkt eingegeben oder angezeigt werden können, existiert nicht. Dies kann mitunter zu Schwierigkeiten in der Navigation führen, zumal in der Ergebnisliste nicht immer eindeutig nachzuvollziehen ist, zu welcher Seite das Suchergebnis tatsächlich führt.

Die der App zugrundeliegende sogenannte "Whitelist" mit allen Seiten, die die Kinder besuchen dürfen, enthält sowohl Kinderseiten ("für die bis 12-Jährigen") als auch für Kinder unbedenkliche Erwachsenenseiten. Allerdings ist die Liste der Seiten deutlich restriktiver als die der oben genannten App "Meine Startseite". Suchen Kinder beispielsweise nach der "Tagesschau", so können sie im Browser von "Meine Startseite" zumindest die Wetterseiten der ARD-Sendung aufrufen. Bei fragFINN sind die Seiten der ARD komplett gesperrt und es können von den Rundfunkanbietern beispielsweise ausschließlich explizite Kinderseiten (wie KI.KA, Toggo, oder Tivi) aufgerufen werden. Ebenso wie bei "Meine Startseite" ist auch bei FragFINN ein manuelles Hinzufügen von Adressen, die die Kinder zusätzlich aufrufen dürfen, nicht möglich.

Weitere Browser mit Kinder- und Jungendschutzfilterung

Möchten Sie Ihrem Kind darüber hinaus den Zugriff auf weitere, individuell festzulegende Online-Angebote (wie beispielsweise der Schulhomepage oder der Internetseite des Sportvereins) ermöglichen, so ist dies über andere Browser-Apps möglich. Im "Sandbox Web Browser" von "Float Mobile Learning" (nur für iOS, leider auch erst ab 17) oder im "Maxthon Kids Browser" (iOS und Android) können der vorgegebenen Liste weitere, individuell festzulegende Internetseiten hinzugefügt werden.

Für ältere Kinder und Jugendliche dürften die Listen des KinderServers und insbesondere von FragFINN ohnehin zu restriktiv erscheinen. Für diese Zielgruppe empfiehlt es sich, nicht nur ausgewählte Kinderseiten (von einer sogenannten "Whitelist") zuzulassen, sondern stattdessen einen Browser zu wählen, der ungeeignete Inhalte (die auf einer "Blacklist" stehen) blockiert und ansonsten alle anderen Inhalte zulässt. Hierzu gehören beispielsweise der "K9 Web Protection Browser" von "Blue Coat Systems" oder der leider im iTunes Store ebenfalls erst ab 17 deklarierte "Chico Browser" der Salfeld Computer GmbH. Beide sind für Android und iOS erhältlich.

Mit diesen Browsern ist der Nachwuchs zumindest weitgehend auf der sicheren Seite, dennoch besteht hier - im Gegensatz zu den o.g. Whitelist-Browsern - die Gefahr, auf ungeeignete Inhalte zu stoßen. 

Je nach Anbieter bieten diese Apps zusätzliche Features wie Zeitkontingente oder Sperren bestimmter Internetadressen. Dies kann verhindern, dass das Kind "zu viel" mit dem Smartphone im Netz unterwegs ist.

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J.R. 11.01.2017 13:07
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