Einstellungen für iOS

In Sachen Sicherheit spielt die sonst oftmals kritisierte "abgeschlossene" Apple-Welt seine Vorteile für besorgte Eltern gegenüber dem offenen Betriebssystem Android aus: Neue Apps lassen sich einzig über den Online-Shop von Apple (App Store) installieren, wo sie mit einer Alterskennzeichnung versehen sind. Diese kommt – ebenso wie die Alterskennzeichnung für Inhalte wie Filme und Sendungen im iTunes Store – auf dem Gerät unter den sogenannten "Einschränkungen" zum Einsatz.

Einschränkungen: Allgemein

Screenshot: Einschränkungen iOS allgemein

Unter [Einstellungen] > [Allgemein] finden sich auf dem iPhone (und auch iPad, jeweils mit iOS Version 6 oder 7) die "Einschränkungen" genannten Einstellungsmöglichkeiten zu den Altersfreigaben und zu den allgemeinen Zugriffsrechten. 

Die Einschränkungen lassen sich durch die Angabe einer beliebigen, vierstelligen PIN absichern, sodass die Kinder diese nicht einfach wieder aufheben können. Nach Eingabe dieser PIN lassen sich Funktionalitäten des Smartphones (wie Kamera, Ortungsdienst oder Bluetooth), sowie andere Zugriffsrechte (beispielsweise auf den iTunes Store, Apples "Safari" Bowser oder die Bildtelefonie "FaceTime") sperren. Die unterdrückten Funktionalitäten werden auf dem eingeschränkten Smartphone nicht mehr angezeigt und wecken bei den Kindern so nicht mehr den "Reiz des Verbotenen".

Einschränkungen: Alter

Screenshot: Einschränkungen iOS Alter

Darüber hinaus lassen sich Altersfreigaben für Inhalte wie Apps, Filme, Sendungen und Bücher angeben. Bei den Filmen und Sendungen beispielsweise orientiert sich Apple am deutschen FSK-Stufenmodell (Filme ab 0, 6,12, 16, 18 Jahre), bei Musiktiteln kann man als "anstößig" gekennzeichnete Lieder oder Alben unterdrücken. 

Wie bei den Funktionalitäten gilt auch für gesperrte Inhalte, dass sie im iTunes Store erst gar nicht angezeigt werden: Durchstöbert man mit einem eingeschränkten iPhone oder iPad den iTunes Store, so werden auch hier keine Begehrlichkeiten nach nicht erlaubten Inhalten geweckt und nur jene Ergebnisse angezeigt, die mit den angegebenen Altersfreigaben übereinstimmen. 

Die Alterseinstufung der Apps geschieht im iTunes-Store über Apple selber und ist leider nicht in allen Fällen immer nachvollziehbar, wie das Beispiel der Browser mit Jugendschutzfiltern zeigt (s.u.). Eine zusätzliche manuelle Bestimmung von Altersfreigaben bei den Inhalten ist ebenso wenig möglich wie das Hinzufügen von Ausnahmeregelungen. Die Einschränkungen gelten immer für alle Nutzer des Gerätes. Auf dem Familien iPad, das in Kinderhänden unterschiedlichen Alters liegt, greift dieses Konzept daher ebenso wenig wie bei den Inhalten, die Kinder untereinander zum Beispiel über das Internet, per E-Mail, Bluetooth oder Datenkabel austauschen. 

Mit einigen Kniffen lässt sich mit den Einschränkungen die Sicherheit des iPhones für junge Nutzer dennoch deutlich erhöhen. Will man beispielsweise unterbinden, dass das Kind sein Taschengeld im iTunes Store ausgibt, so kann man diesen einfach über die Einschränkungen deaktivieren. Alternativ lässt sich auch das Installieren von Apps verbieten. So kann der Nachwuchs sein Geld weiterhin in Musik, Filme oder Bücher mit der entsprechenden Altersfreigabe investieren, aber keine neuen Apps auf sein Smartphone laden. Wir empfehlen auf jeden Fall die "In-App-Käufe" zu verbieten, denn dahinter verbergen sich oftmals ungeahnte Kostenfallen.

Mobiles Internet

Screenshot: Einschränkungen iOS Websites

Sie können in den Einschränkungen für den bordeigenen Browser "Safari" angeben, welche Internetseiten angezeigt werden dürfen. Dies geschieht entweder über eine sogenannte "Blacklist", die alle Internetseiten außer den von Ihnen angegebenen durchlässt, oder über eine "Whitelist", die alle anderen Seiten außer den angegebenen blockiert. Für die Whitelist bietet Apple eine überschaubare Vorauswahl vorwiegend amerikanischer Kinder- und Jugendseiten an. Weitere erlaubte Seiten müssen einzeln eingegeben werden.

Die Auswahl und Pflege einer eigenen Whitelist kann je nach Anspruch des Kindes recht aufwändig sein. Alternativ (oder ergänzend) kann man daher eine Browser-App mit Filterfunktion von einem Drittanbieter installieren. Diese Apps stellen wir Ihnen weiter unten im Kapitel "Browser-Apps für Android und iOS" vor.

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 06.04.2018]


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