Ein Smartphone für das Kind? Die wichtigsten Tipps und Informationen für Eltern!

Kind mit Smartphone; Bild: Internet-ABC
Kind mit Smartphone; Bild: Internet-ABC

Worauf sollten Eltern achten, bevor sie dem Kind ein Smartphone überlassen? Das Kind möchte laufend neue Spiele-Apps – was kann man da tun? Wie können Eltern die Daten und die Privatsphäre ihres Kindes schützen?

Das Internet-ABC hat dazu eine ausführliche Liste mit Tipps, Informationen und Gedankenanstößen erstellt.

Vor dem Kauf / der Anschaffung eines Smartphones für das Kind

Fragen Sie sich: Wofür braucht mein Kind ein Handy oder Smartphone?

  • Geht es Ihnen darum, dass das Kind Sie jederzeit erreichen können soll, reicht eventuell auch ein einfaches Handy ohne Internetzugang.  

Informieren Sie sich über die Gefahren und Fallstricke eines eigenen Smartphones für das Kind!

  • Die Nutzung eines internetfähigen Handys kann nur schwer kontrolliert werden. Ohne eine spezielle Kindersicherungs-App sind zeitliche und inhaltliche Grenzen kaum zu setzen. Ältere Kinder können solche Apps zudem "aushebeln".
  • Alle Gefahren, die für das Internet gelten (zum Beispiel nicht-kindgerechte Inhalte, Kontakte zu Fremden, Mobbing über das Internet), bestehen auch bei einem Smartphone.
    Weitere Informationen: Internet-ABC: Welchen Gefahren sind Kinder im Internet ausgesetzt?

Überlegen Sie, ob Ihr Kind schon alt genug bzw. reif ist für ein Smartphone!

  • Kann das Kind einzelnen "Versuchungen" widerstehen? (Das kann die Zeit vor dem Smartphone betreffen, aber auch den Umgang mit persönlichen Daten.) Inwieweit ist es bereit und imstande, sich an Regeln zu halten?
  • Ziehen Sie am besten von Beginn an Ihr Kind mit in die einzelnen Überlegungen mit ein. Scheuen Sie sich nicht, dem Kind Ihre Bedenken und Ängste mitzuteilen, zum Beispiel bezüglich
    - einer nahezu pausenlosen Nutzung,
    - nicht kindgerechter Inhalte im Internet,
    - der Kontakte zu Fremden,
    - der Nutzung der Kamera für die Bloßstellung anderer.

Braucht das Kind ein neues Smartphone?

  • Zu Anfang tut es auch ein gebrauchtes Smartphone. Schauen Sie in der Folgezeit, wie sorgsam Ihr Kind mit dem Gerät umgeht.
  • Auch der Umwelt zuliebe sollte man über eine Weiterverwertung eines Smartphones nachdenken, sofern dieses noch funktioniert.

Machen Sie sich Gedanken darüber, wie die laufenden Kosten im Griff behalten werden können!

  • Prüfen Sie Tarife einzelner Anbieter hinsichtlich der Kosten und der Möglichkeit, dass diese Kosten nicht überschritten werden können.
Die Zeit am Handy

Bedenken Sie bei der Festlegung zeitlicher Grenzen, was moderne Smartphones alles können!

  • Man telefoniert, schreibt sich, surft, spielt, fotografiert und hört Musik damit. Das alles zusammen nimmt schon recht viel Zeit in Anspruch.

Wichtiger als starre zeitliche Grenzen: Schaffen Sie für sich und Ihre Kinder Freiräume, in denen das Handy nicht genutzt werden sollte.

  • Ratsam ist: Während des Essens oder bei Gesprächen bleibt das Smartphone in der Tasche. Nachts liegt das Gerät nicht im Kinderzimmer und schon gar nicht neben dem Bett!
  • An "handyfreien" Orten (Krankenhaus, Kirche, Kino, ...) wird das Smartphone ausgeschaltet. In der Schule hält sich das Kind an die Smartphone-Regeln der Schule.
Apps und Spiele

Die App-Stores: Ein verführerisch großes Angebot, das Kinder überfordern kann.

  • Bedenken Sie: Die App-Stores bieten eine Unmenge an Spielen, die Kinder spannend finden. Überlegen Sie, welche für Kinder erlaubt und welche überhaupt ratsam sind.
  • Kinder probieren gerne die unterschiedlichsten Spiele-Apps aus – und "überladen" oftmals ihre Smartphones.
  • Ein nahezu wahlloses Herunterladen immer neuer Spiele und Apps verhindert, dass sich das Kind auf einzelne Spiele konzentrieren oder einlassen kann. Kommt es nicht sofort voran, wird das nächste Spiel gewählt.

Achten Sie auf die Kostendie Inhalte und die Sicherheit von Apps!

  • Auf das USK-Logo bei den Apps in Google Play ist nicht immer Verlass. Nicht alle Apps mit diesem Logo wurden von der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) tatsächlich geprüft. Suchen Sie sich weitere Quellen: die Spieletipps des Internet-ABC, den Spieleratgeber NRW oder Spielbar.de.
  • Die Altersangaben geben zudem nur einen Hinweis darauf, ob eine App Ihrem Kind vom Inhalt her schaden kann. Sie sagen nichts aus über die tatsächliche Spiel- oder Nutzbarkeit für ein Kind in diesem Alter.
  • Kinder sollten nur zusammen mit Ihnen neue Apps herunterladen oder Käufe innerhalb von Apps tätigen dürfen! Diese Funktionen können Sie mit einem Passwort unterbinden.

Spielen Sie gerade bei jüngeren Kindern die ersten Stufen oder Level immer gemeinsam.

Eigene Daten schützen, die Daten anderer respektieren

Helfen Sie Ihrem Kind, dass es sorgsam mit seinen Daten umgeht!

  • Das Internet mitsamt seinen Apps und Webseiten bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Und Kinder sehen bei Eltern, Geschwistern und Bekannten, wie praktisch das ist und wie viel Spaß das auch machen kann. Aber: Es sollte dem Kind klar sein, dass es seine Handynummer und Kontaktdaten nicht an Fremde weitergibt.
  • Überlegen Sie gemeinsam, was passieren kann, wenn jemand Fotos oder Filme von anderen gemacht und weitergegeben hat, ohne dass die Abgebildeten davon wissen.
  • Richten Sie das Smartphone des Kindes ein: Schützen Sie das Gerät mit einem Code oder ähnlichem vor dem Zugriff anderer.
Gesundheit

Erklären Sie dem Kind,

  • dass zu laute Musik den Ohren nachhaltig schaden kann,
  • dass laute Musik im Bus und in der Straßenbahn andere stört,
  • dass es gefährlich ist, im Straßenverkehr Musik zu hören und unablässig auf das Smartphone zu schauen,
  • dass zu viel Lesen und Spielen auf einem kleinen Bildschirm nicht gut für die Augen ist.
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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 28.10.2019]


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Das Kind möchte ein eigenes Smartphone. Eltern stehen damit vor der Frage, ob und ab wann sie dies erlauben. Welche Gefahren drohen und wie lassen sich diese umgehen? Gibt es eigentlich ein "kindersicheres Smartphone"?
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