WhatsApp für Kinder und Jugendliche?

Ist WhatsApp schon für Kinder im Grundschulalter geeignet? Worin liegt die Faszination von WhatsApp? Das Internet-ABC bietet auf dieser Seite Informationen und Tipps zum Umgang der Kinder mit WhatsApp.

Warum ist WhatsApp (bei Jugendlichen) so beliebt?

Die Nutzerzahlen (s.u. "WhatsApp in Zahlen") sprechen für sich: WhatsApp stürmt die Hitlisten der beliebtesten Apps. Besonders bei Jugendlichen ist kaum ein anderes Programm derart verbreitet. Laut einer Forsa-Umfrage ist es bei den jungen Nutzern zwischen 10 und 18 Jahren bereits beliebter als Facebook. In der JIM-Studie, die das Mediennutzungsverhalten Jugendlicher im Alter von 12 bis 19 Jahren untersucht, liegen Messenger wie WhatsApp auf dem 1. Platz. 

Gründe für die Beliebtheit der Messenger-App gibt es einige. Es ist eine günstige und komfortable Alternative zu SMS und MMS, bei der Nachrichten beliebig lang sein können und Unterhaltungen in Gruppenchats möglich sind. Es ist bequem, dass die Einrichtung der Kontakte automatisch geschieht (was sich gleichzeitig als problematisch für Datenschutz und Sicherheit darstellt!). In den Gruppenchats ist man - anders als bei Facebook - eher unter sich. Der Zugang durch ungebetene Erwachsene, durch Eltern oder Lehrer, ist eingeschränkt. 

Auch ein gewisser Gruppendruck trägt zu den hohen Nutzerzahlen bei: Wenn der gesamte Freundeskreis über das Programm kommuniziert, bleibt einem kaum eine andere Wahl, um "dabei" zu sein.

Linktipps:

Forsa-Umfrage (Nachricht bei Heise.de)

Ausschnitt aus der JIM-Studie 2013

Ab welchem Alter ist WhatsApp?

Laut AGB hat WhatsApp 2016 das Mindestalter von 16 auf 13 Jahre gesenkt. In der Realität war die App zuvor oft schon auf Smartphones jüngerer Nutzer zu finden. Kein Wunder, denn eine Alterskontrolle nimmt WhatsApp nicht vor, was aus Jugendschutz-Sicht problematisch ist. Gerade bei Schülern gewinnt WhatsApp stetig Anhänger. 

Eltern stehen vor der Frage, ob sie die Nutzung verbieten oder erlauben sollen. In jedem Fall sollte vor einer Entscheidung ein gemeinsames Gespräch über Risiken und mögliche Sicherheitsvorkehrungen geführt werden. So lässt sich ansatzweise einschätzen, ob dem eigenen Kind ein Messenger-Gebrauch zuzutrauen ist. Wichtig ist es, WhatsApp mit all seiner Dynamik und Problematik dauerhaft kritisch zu begleiten.

Probleme und Gefahren: Gruppendruck, Kettenbriefe, Mobbing

Gruppendruck und Medienstress

WhatsApp kann Gruppendruck und sozialen Zwang erzeugen. Gerade Jugendliche möchten nichts verpassen, beliebt und "in" sein. Da fällt es schwer sich auszuklinken, das Handy abzuschalten oder sich die Blöße zu geben, nicht immer sofort auf Nachrichten zu reagieren. Man ist ständig verfügbar und hat das Gefühl, auf jede Nachricht sofort reagieren zu müssen. 

Bestenfalls reguliert sich der Medienstress nach einer Phase intensiver Nutzung von selbst, wenn junge Nutzer merken, wie viel Zeit über das Smartphone verbraucht wird. Gemeinsam vereinbarte Regeln und Einschränkungen für die Handy-Nutzung unterstützen dabei. Auch kann ein gemeinsamer Elternabend zu dem Thema weiterhelfen, um die Problematik in ihrer Tragweite für Klassen und Gruppen zu erfassen und gemeinsam Lösungen zu finden. 

Linktipps:

Video von Handysektor: "WhatsApp Stress"

Artikel in der FAZ "Macht WhatsApp unsere Kinder doof?"
Die Tochter der Autorin nutzt seit einem halben Jahr WhatsApp, "in der Zeit hat sie exakt 33.442 Nachrichten gesendet und 51.012 Nachrichten erhalten. Das sind 184 Mitteilungen, die sie jeden Tag absetzt, und 280, die sie erhält. Jeden einzelnen Tag."

"Eltern müssen eingrenzen!" - eine Gegenposition zu dem zuvor genannten FAZ-Artikel

Kettenbriefe

Einschüchternde Kettenbriefe ("Wenn du die Nachricht nicht an mind. 20 Personen schickst, bist du morgen tot.") verbreiten sich über WhatsApp rasch, verunsichern und ängstigen. Wer Kettenbriefe erhält, sollte diese Dreier-Regel beherzigen: Nicht weiterschicken, löschen, jemandem davon erzählen. 

Mobbing

Insbesondere in den Gruppenchats kommt es zu Beleidigungen, Übergriffen und Mobbingattacken. Die Gruppenkommunikation belastet Opfer besonders, wenn Anfeindungen und Attacken in der Gruppe systematisch gegen eine Person gehen. Selbst "Hass-Gruppen" werden gegründet, deren Zweck darin besteht andere fertig zu machen. 

Gemobbte sollten gar nicht erst antworten, solche Gruppen verlassen, zur Blockierfunktion (s.u. "Kontakte blockieren") greifen und sich jemandem anvertrauen. Es hilft, wenn Eltern sich für die Freundeskreise und Gruppen interessieren, in denen ihre Kinder aktiv sind. Ein guter Kontakt zu den Eltern macht es jugendlichen Mobbing-Opfern leichter, ihnen von Anfeindungen zu erzählen. 

Um Mobbing zur Anzeige zu bringen, sollten Beweise gesichert werden, z.B. per Weiterleitung (s.u. "Inhalte weiterleiten") oder Screenshot.

Screenshot anfertigen

(Diese Funktion steht ab Android 4.0 zur Verfügung, wird aber nicht von allen Geräten unterstützt.)

  • Android ab Version 4.0
    Tastenkombination: "An/Aus"-Button und "Lautstärke leiser"-Taste gleichzeitig drücken
  • iPhone
    Home-Button drücken, dann gleichzeitig auch Standby-Taste drücken
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37 Kommentare

[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 07.12.2017]


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Lisa 20.11.2017 17:43
Also ich mit ungefähr mit 10 oder 11 angefangen WhatsApp herunterzuladen.
melli 15.11.2017 14:53
Ich darf noch kein Whats App. Meine Klassenkameraden haben schon fast alle Whats App. Das find ich scheiße :( Geht es jemandem auch so? Es ist dumm wenn alle von Klassengruppe reden.
Girl 21.10.2017 06:15
Also ich bin 11 und werde 12 und meine Eltern verbieten mir WhatsApp. Ich hab schon alles versucht, aber sie erlauben es mir nicht!
kim 24.07.2017 12:14
also ich finde das whats app ab 13 möglich ist
Pädagogin 02.07.2017 10:05
Normales Handy frühestens ab 5. Klasse. Mobiler Internet-Zugang/ Smartphone frühestens ab 14, WhatsApp ab 16. Threema ggfs ab 14. Eltern, ihr habt eine Fürsorgepflicht... Und solange Gesetze unsere Kinder es nicht ausreichend tun, müsst ihr umso nötiger schützen.
Ich 30.06.2017 15:56
Laut AGB ist Whatsapp ab 13, aber vorbehaltliche gsetzlicher Regelungen.
Chrissi 02.06.2017 21:07
Natürlich nur wenn das Kind lesen kann sonst bringt es nichts
carls 25.05.2017 18:56
Ich höre von vielen Mobbing-Storys an der Schule meiner Tochter. Ich selbst nutze es und wurde mal ohne Anfrage in eine Gruppe getan. Ich konnte von allen (mir Fremden) die Nummer und Familienbilder sehen. Sicher auch umgekehrt. Da kann ich meine Nummer gleich auf die Bilder Titelseite stellen. Ich denke es sollte ab 14 Jahre sein (Strafmündigkeit)!
Marleen 10.05.2017 14:34
Es ist toll
Findus 02.05.2017 19:40
Ich finde es richtig, dass WhatsApp erst ab 13 ist. Ja, es ist ab dreizehn, da WhatsApp jetzt Facebook gehört und Facebook ist ab 13. Alle die jünger sind als dreizehn sollten wissen mit Kettenbriefen und weiterem umgehen zu wissen und darüber informiert sein. Dann finde ich es ok. Aber bei etwas kleineren Kindern, finde ich selbst ein Smartphone zu viel. Bis zur fünften Klasse kann man sich ambesten andersweitig bescheftigen. Das sollte man danach auch. Eltern sollten dass aber selber für ihre Kinder entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist.

Schwerpunkt "WhatsApp"

Dieser Artikel ist Teil des Internet-ABC-Schwerpunkts "WhatsApp".

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