Videocommunitys: YouTube & Co.

Hier geht es hauptsächlich um YouTube: Was sollten Eltern über YouTube, die größte Videocommunity im Netz, wissen? Werden die Videos, die Nutzer zum Beispiel auf YouTube hochladen, überprüft? Soll ich meinem Kind erlauben, hier Videos zu veröffentlichen?

Was sind Videocommunitys?

In Videocommunitys tragen Nutzer aktiv zum Wachstum bei, in dem sie selber Videos auf die Plattform laden, bewerten und kommunizieren. Internetangebote wie YouTube, Dailymotion oder MyVideo sind Treffpunkte für Videofans, die hier eifrig Filme abrufen oder veröffentlichen, um sie einem Millionenpublikum zu zeigen. Das Angebot, kostenlos Videos anzusehen, begeistert gerade auch Kinder und Jugendliche. Jedoch sind Videocommunitys wie YouTube und Co. für Kinder problematisch. 

Was sollten Eltern über YouTube, die größte Videocommunity im Netz, wissen?

2005 in Amerika gegründet, ist YouTube die mit Abstand meistbesuchte Videocommunity im Internet mit etwa 70 Prozent Marktanteil weltweit. Ende 2006 entschied sich Google zum Kauf des Portals für rund 1,3 Milliarden Euro.

Die Videos können online als Stream angeschaut werden. Ein Download der Filme ist nicht vorgesehen, wohl aber die Einbettung der Videos in andere Seiten. Jedem YouTube-Video ist eine Code-Zeile zugeordnet, die per Copy & Paste (Kopieren und Einfügen) in Internetseiten integriert werden kann. So erscheint das Video samt Player beispielsweise im eigenen Blog. Auf YouTube-Videos trifft man daher überall im Netz. 

Wer Filme hochladen möchte, muss sich zunächst registrieren. Da YouTube zu Google gehört, können bereits bestehende Nutzerkonten von Google-Diensten übernommen werden (ob man das möchte, ist eine andere Frage). Jedes YouTube-Mitglied erhält einen eigenen Kanal. Hier werden alle von ihm veröffentlichten Videos gesammelt. Die Kopfzeile des Kanals kann individuell gestaltet und angepasst werden. 

Die Videos lassen sich kommentieren und bewerten. Bewertungen werden über einen Klick auf den "Daumen hoch" (= Mag ich) oder "Daumen runter" (= Mag ich nicht) vergeben. In Kommentaren unterhalb der Videos können angemeldete Nutzer ihre Meinung zum Gesehenen kundtun, sofern diese Funktion nicht von dem, der er hochgeladen hat, unterbunden wurde.

Werden die Videos, die Nutzer z.B. auf YouTube hochladen, überprüft?

Pro Minute werden auf YouTube 100 Stunden Videomaterial hochgeladen. Allein aufgrund dieser Datenmenge ist es den Seitenbetreibern kaum möglich, eine lückenlose Kontrolle der Inhalte zu gewährleisten.

Gern wird auf das Nutzernetzwerk verwiesen, welches unerlaubte Videos meldet bzw. melden kann. Doch selbst nach einer entsprechenden Meldung an die Verantwortlichen können die beanstandeten Videos noch lange online bleiben.

Ist ein Video erst einmal ins Internet gelangt, ist es zudem fast unmöglich, dieses wieder zu entfernen. Denn vor allem "spannende" Videos werden schnell kopiert und in den eigenen YouTube-Kanal oder in weitere Communitys eingespeist.

Schützt die Altersbeschränkung von Filmen über die YouTube-Anmeldefunktion Kinder vor ungeeigneten Videos?

Nein!

Neben Musik- oder Comedyclips finden sich auch Filme mit pornografischen, Gewalt verherrlichenden oder rassistischen Inhalten. Sind diese mit einer Altersbeschränkung versehen, ist eine Anmeldung erforderlich. Die Registrierung dient aber eher der rechtlichen Absicherung der Portale und weniger dem Jugendschutz. Eine Altersverifizierung findet nämlich nicht statt. Das heißt: Das Kind kann bei der Anmeldung einfach ein Fantasie-Datum eintragen und sich so als Erwachsener ausgeben.

Zudem haben etliche neue Inhalte (noch) keine Altersbeschränkung. Sie sind für alle Nutzer frei abrufbar. Daher sollte auf jeden Fall der "sichere Modus" für YouTube aktiviert werden, wenn Kinder sich auf dem Portal bewegen und stöbern. Er bietet keinen hundertprozentigen Schutz, trägt aber zumindest einen Teil zur Sicherheit bei.

Soll ich meinem Kind erlauben, Videos zu veröffentlichen?

Kinder sollten auf den großen Videoportalen niemals allein veröffentlichen. Machen Sie es zur Regel, dass alles, was im Internet publiziert wird, zunächst mit Ihnen gemeinsam begutachtet wird. Besprechen Sie zusammen, was eine Veröffentlichung bedeutet.

Nicht nur aus datenschutzrechtlichen Gründen ist es ratsam, sich zweimal zu überlegen, ob ein Video überhaupt ins öffentliche Netz geladen werden sollte. Leider werden Videocommunitys auch zum Mobbing missbraucht. Einen guten Platz zur Veröffentlichung eines Videos finden Kinder zum Beispiel bei Juki:

Welche Video-Portale eignen sich für Kinder? Welche Alternativen gib es zu YouTube?

Juki ist eine Videocommunity speziell für Kinder. In geschützter und moderierter Umgebung erhalten Kinder die Möglichkeit, sich Videos anzusehen, eigene Filme hochzuladen oder direkt online Trickfilme zu erstellen. Sie können ein eigenes Profil anlegen und lernen, worauf beim Erstellen eines eigenen Videos zu achten ist. Alle Beiträge werden von der Redaktion gesichtet. Mögliche Regelverstöße können der Redaktion gemeldet werden.

Übrigens hält die Kindersuchmaschine Blinde Kuh rund 6.000 Videos für Kinder in ihrem Suchraum bereit.

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2 Kommentare

[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 04.10.2017]


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Michael Schnell (Redaktion Internet-ABC) 29.03.2016 09:44
Antwort an G EM: Wir können auf diesem Portal leider keine verbindlichen Rechtsauskünfte zu detaillierten Fällen geben. Youtube selbst vermerkt dazu: " In den Richtlinien, die in der Audio-Bibliothek angezeigt werden, wird lediglich beschrieben, was mit deinem Video geschieht, wenn du es auf YouTube veröffentlichst. YouTube stellt keine Informationen über gesetzliche Haftung oder sonstige Probleme bereit, die sich außerhalb der Plattform ergeben. Wir empfehlen dir, dich bei Fragen zur Verwendung von Musik an einen Rechtsanwalt zu wenden." Also ist Vorsicht geboten! Viele Grüße, Michael Schnell
G EM 24.03.2016 13:12
Kann ich YT Videos unbedenklich auf Dailymotion zur Veröffentlichung hochladen? = Meine eigenen auf YT erstellten Videos, die lediglich mit Musik aus der YT Audio library versehen sind und die auch mit meinem YT "Namen" versehen sind. DANKE !!

Schwerpunkt: Kinder und Videos im Internet

Dieser Artikel ist Teil des Schwerpunkts "Kinder und Videos im Internet: YouTube, Videoportale und Online-Videotheken".

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