Musik bei Spotify, YouTube & Co. – schon für Kinder geeignet?

Schon Kinder hören gern Musik. Mit YouTube, Spotify und Co. ist das leicht möglich. Was sollten Eltern dabei beachten?

Smartphone mit Musik-App und Kopfhörern; Bild: Internet-ABC
Smartphone mit Musik-App und Kopfhörern; Bild: Internet-ABC

"Ich will immer die neuesten Hits hören, egal wo!"

"Musik bei YouTube herunterladen – wir wissen gar nicht, ob das erlaubt ist ..."

"Sind Apps wie Spotify, Apple Music oder Amazon Music Unlimited etwas für Kinder?"

"Ich will nicht, dass mein Sohn diese harten Rap-Songs hört."

Spätestens mit dem Eintritt in die Schule wird das Musikhören für Kinder immer wichtiger. Anfangs übernehmen sie oft noch den Geschmack von Eltern oder älteren Geschwistern. Je älter sie werden, umso mehr wissen sie selber, was sie mögen und was nicht. Das Internet bietet hier unzählige Möglichkeiten, alte und neue Musik zu hören und sie auf dem Smartphone oder einem MP3-Player immer und überall dabei zu haben.


Die wichtigsten Fragen zum Thema "Musik und Downloads"

Welche Möglichkeiten gibt es, Musik zu hören?

Ein Hinweis vorweg: Radio über das Internet hören – über eine Internetseite oder über eine App –, hat oft den Nachteil, dass eine Internetverbindung bestehen muss. Ist das Kind mit einem Smartphone unterwegs und nutzt zum Musikhören die mobilen Daten, so wird das monatliche Datenvolumen relativ schnell aufgebraucht sein. Das sollten Eltern ihrem Kind mit auf den Weg geben.

1. Internetradios

Es gibt weltweit eine Vielzahl von Radiosendern, die ihr Programm auch oder nur über das Internet ausstrahlen. Viele Sender spielen nur Musik und dann oft nur Titel einer bestimmten Musikrichtung. Es gibt Internetseiten und Apps, die diese Sender auflisten und die man dann auswählen kann (zum Beispiel Radio.de oder Radiolisten.de). Hier kann nach Sendern mit den neuesten Hits oder einzelnen Genres (Rock, Pop, HipHop usw.) gesucht werden.

2. Streaming-Dienste (Spotify, Amazon Music, Deezer, Apple Music)

Bei diesen Diensten oder Apps ist es möglich, bestimmte Songs auszuwählen und zu hören: Bekannte und unbekannte Musikstücke, Songs nur von einer Band oder nur eines Genres (Pop, Rock, Klassik usw.). Auch Playlisten lassen sich meist erstellen. Teilweise gibt es eine kostenfreie Version (dafür mit Werbung) und ein zu bezahlendes monatliches Abonnement auf alle Inhalte. Bei den kostenpflichtigen Angeboten besteht meist auch die Möglichkeit, Musik herunterzuladen. Für das Anhören ist anschließend keine Internetverbindung vonnöten.

Sind Apps wie Spotify oder Amazon Music schon etwas für Kinder?

Geht man nach den Nutzungsbedingungen der einzelnen Apps oder Streaming-Dienste, so lautet die Antwort ganz klar: Nein. Die beliebteste Musik-App Spotify beispielsweise erlaubt die Nutzung frühestens ab 16 Jahren – und auch diese nur mit Zustimmung der Eltern. Bei anderen Apps liegt das Mindestalter bei 13 oder 14 Jahren. Lediglich Apple Music bietet sich auch Jüngeren an, allerdings nur im Rahmen einer Familienfreigabe.

Gerade bei Kindern im Grundschulalter sollten sich Eltern abseits der rechtlichen Grenzen auch der möglichen Gefahren bewusst sein. Es ist dann so, wie mit anderen Apps: Hat das Kind erst einmal ein Smartphone, kann es sich recht einfach eine App wie Spotify (in der kostenfreien Version) zulegen. Und als Eltern lässt sich die Nutzung dann nur schwer kontrollieren: Kommt der 10-Jährige vielleicht schon in Berührung mit Musiktexten, die alles andere als "jugendfrei" sind? Oder die ein Maß an Verständnis von Ironie und Sarkasmus benötigen, welches Kinder in diesem Alter noch nicht besitzen?

Gibt es legale Möglichkeiten, kostenlos an Musik zu kommen?

Ja, die gibt es. Auf Internetseiten wie Soundcloud, Jamendo Music oder Tonspion gibt es viele Musiktitel, die legal auf den Computer oder das Smartphone heruntergeladen werden können. Aber: Das ist meist nicht die Musik, die Ihr Kind hören möchte. Neueste Hits gibt es kaum kostenfrei.

Über die kostenlose Spotify-Variante ("Spotify Free") kann zuhause über WLAN auch angesagte Musik gehört, aber nicht heruntergeladen und offline genutzt werden. Das heißt: Hört man Spotify Free unterwegs mittels mobiler Daten, dürfte recht schnell das Datenvolumen aufgebraucht sein. (Siehe zudem die Anmerkungen oben zu Spotify.)

Tauschbörsen? Nein!

Musik herunterladen und diese Dateien gleichzeitig wieder anderen zum Download anbieten – das ist auf Tauschbörsen möglich. Allerdings ist hier die Gefahr sehr hoch, etwas Verbotenes zu machen. In den meisten Fällen ist es schlicht nicht erlaubt, aktuelle und bekannte Musiktitel kostenlos zu tauschen.

Musik aus YouTube-Videos? Besser nicht.

Eine beliebte Möglichkeit, ohne Kosten an Musik zu kommen, ist das Umwandeln von YouTube-Videos in MP3-Dateien. Das geht recht einfach über verschiedene Internetseiten. Aber es ist umstritten, ob das erlaubt ist. Seit Juli 2019 ist zudem vielen Internetseiten, die das Umwandeln (Konvertieren) von Videos in Musikdateien ermöglicht haben, der Zugriff auf YouTube unterbunden.

Musik aufnehmen?

Es gibt seit vielen Jahren die Möglichkeit, Musik aus Internetradios aufzunehmen: mit Programmen für den Computer oder mit Apps für Tablet und Smartphone. Das ist für den privaten Gebrauch auch erlaubt.

Ob solche Aufnahmen allerdings auch für Dienste wie Spotify und Napster legal sind, ist umstritten. Beide Dienste verbieten in ihren Nutzungsbedingungen das Mitschneiden.

... und Musik einfach kaufen?

Wenn Eltern ganz sicher gehen möchten, bleibt fast nur der Weg des Kaufens von Musik: Entweder auf CDs oder als Download der Musikdateien. Das ist nicht immer preiswert, denn ein aktueller Song kostet meist über einen Euro. Aber bei einer Zusammenstellung mit den "größten Hits" kostet ein Titel oft nur noch 30 oder 40 Cent – und die Auswahl solcher MP3-Sammlungen oder CDs ist recht groß.

Und insgesamt sollte nicht vergessen werden: Viele Musiker möchten von ihrer Musik leben. Daher ist das Bezahlen für Musik aus und im Internet eigentlich eine ganz normale Sache!


Musik gemeinsam erfahren!

Grafik einer Familie und Schriftzug "Gemeinsam"

Musik hören und darüber sprechen!

Kinder haben oft einen anderen Musikgeschmack als ihre Eltern. Später, als Jugendliche, gehören die "etwas anderen" Vorlieben oft auch zum ganz normalen Abnabelungsprozess.

Aber gerade bei Kindern ist es unerlässlich, aber auch lohnend, sich zusammen Musik anzuhören, Musikvideos anzuschauen und sich über die Musikerinnen und Musiker zu unterhalten. So bekommt man mit, was die Kinder mögen und was ihre Wünsche sind.

Lernmodul "Filme, Videos und Musik – was ist erlaubt?"

Spielen Sie gemeinsam das Internet-ABC-Lernmodul für Kinder, um Grundlagen zum Thema zu erarbeiten und sich mit Ihrem Kind darüber auszutauschen: Warum darf Musik nicht einfach kopiert und weitergegeben werden? Was muss man bei Musik-Apps beachten?

Selbst Musik machen

Eine schöne Alternative zum Musikhören ist es, selber Musik zu machen. Das geht entweder auf eigenen Instrumenten oder auch mit einer App. Es gibt eine Vielzahl von Apps, die ein eigenes Tonstudio mit einer Vielzahl an Instrumenten zur Verfügung stellen. Auf dieser Internetseite werden einige Apps, die gemeinsam mit Kindern genutzt werden können, vorgestellt:


Zahlen und Fakten zum Thema "Musik im und aus dem Internet"

30 Prozent der 6- bis 13-jährigen Kinder hören täglich Musik, weitere 42 Prozent ein- oder mehrmals in der Woche (KIM-Studie 2018, S. 25). Und wer als Kind bereits ein Smartphone besitzt, möchte dies oft auch über dieses Gerät und passende Kopfhörer machen.

Bei Jugendlichen hat das Musikhören über Streaming-Dienste wie Spotify die Nutzung von Radios mittlerweile überholt. Und es ist anzunehmen, dass die Nutzung solcher Dienste auch bei Kindern bis 12 Jahren zunimmt.



Hilfreiche Angebote im Internet

Informationen zu einzelnen Streaming-Diensten (Spotify, Deezer und andere)

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 07.11.2019]


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