Welche Möglichkeiten gibt es, Musik über das Internet zu hören?

Ein Hinweis vorweg: Radio online hören – über eine Internetseite oder über eine App –, hat oft den Nachteil, dass eine Internetverbindung bestehen muss. Ist das Kind mit einem Smartphone unterwegs und nutzt zum Musikhören die mobilen Daten, so wird das monatliche Datenvolumen relativ schnell aufgebraucht sein. Das sollten Eltern ihrem Nachwuchs mit auf den Weg geben.

1. Internetradios

Es gibt weltweit eine Vielzahl von Radiosendern, die ihr Programm auch oder nur über das Netz ausstrahlen. Viele Sender spielen nur Musik und dann oft nur Titel einer bestimmten Musikrichtung. Es gibt Internetseiten und Apps, die diese Sender auflisten und die man dann auswählen kann (zum Beispiel Radio.de oder Radiolisten.de). Hier kann nach Sendern mit den neuesten Hits oder einzelnen Genres (Rock, Pop, HipHop usw.) gesucht werden.

2. Streaming-Dienste (Spotify, Amazon Music, Deezer, Apple Music)

Bei diesen Diensten ist es möglich, bestimmte Songs auszuwählen und zu hören: bekannte und unbekannte Musikstücke, Songs nur von einer Band oder nur eines Genres (Pop, Rock, Klassik usw.). Man kann sich Listen mit den Lieblingsstücken (Playlists) erstellen. Teilweise gibt es eine kostenfreie Version (dafür mit Werbung) und ein zu bezahlendes monatliches Abonnement auf alle Inhalte. Bei den kostenpflichtigen Angeboten besteht meist auch die Möglichkeit, einzelne Musikstücke oder ganze Alben oder Playlists herunterzuladen. Für das Anhören ist anschließend keine Internetverbindung vonnöten.


Ist Spotify geeignet für Kinder? Und was ist mit Amazon Music Unlimited, Apple Music und Deezer?

Geht man nach den Nutzungsbedingungen der einzelnen Streaming-Anbieter, so lautet die Antwort ganz klar: Nein. Ein Spotify-Account (Zugang) beispielsweise ist erst ab 16 Jahren erlaubt – und auch diese nur mit Zustimmung der Eltern. Bei anderen Apps liegt das Mindestalter bei 13 oder 14 Jahren. Lediglich Apple Music bietet sich auch Jüngeren an, allerdings nur im Rahmen einer Familienfreigabe.

Gerade bei Mädchen und Jungen im Grundschulalter sollten sich Eltern abseits der rechtlichen Grenzen auch der möglichen Gefahren bewusst sein. Es ist dann so, wie mit anderen Streaming-Diensten: Hat das Kind erst einmal ein Smartphone, kann es sich recht einfach eine App wie Spotify (in der kostenfreien Version) zulegen. Und als Eltern lässt sich die Nutzung dann nur schwer kontrollieren: Kommt der 10-Jährige vielleicht schon in Berührung mit Inhalten (zum Beispiel Musiktexten), die alles andere als "jugendfrei" sind? Oder die ein Maß an Verständnis von Ironie und Sarkasmus benötigen, welches er in diesem Alter noch nicht besitzt?

Teilweise kann hier dann eine Kindersicherung oder (beim iPhone oder iPad) eine Einstellung im Gerät weiterhelfen: Sie bewirken, dass "anstößige Musik" und andere nicht-kindgerechte Inhalte nicht abspielt werden (siehe Internet-ABC: Mein erstes Handy / Einstellungen für iOS). Erlauben Eltern dem Kind eine App wie Spotify, ist es meist nicht möglich, bestimmte Songs zu sperren und dies mit einem Passwort abzusichern.


Gibt es legale Möglichkeiten, kostenlos an Musik zu kommen?

Ja, die gibt es. Auf Internetseiten wie Soundcloud, Jamendo Music oder Tonspion gibt es viele Musiktitel, die legal auf den Computer oder das Smartphone heruntergeladen werden können. Aber: Das sind meist nicht die Songs, die die Tochter oder der Sohn hören möchte. Neueste Hits gibt es kaum kostenfrei.

Über die kostenlose Spotify- oder Deezer-Variante können zuhause über WLAN auch beliebte Hits gehört, aber nicht heruntergeladen und offline genutzt werden. Das heißt: Hört man unterwegs mittels mobiler Daten, dürfte recht schnell das Datenvolumen aufgebraucht sein. (Siehe zudem die Anmerkungen oben zu Spotify.)

Tauschbörsen? Nein!

Songs und Videos herunterladen und diese Dateien gleichzeitig wieder anderen zum Download anbieten – das ist auf Tauschbörsen möglich. Allerdings ist hier die Gefahr sehr hoch, etwas Verbotenes zu machen. In den meisten Fällen ist es schlicht nicht erlaubt, aktuelle und bekannte Titel kostenlos zu tauschen.

Musik aus YouTube-Videos? Besser nicht.

Eine beliebte Möglichkeit, ohne Kosten an Musik zu kommen, ist das Umwandeln von Videos in MP3-Dateien. Das geht recht einfach über verschiedene Internetseiten. Aber es ist umstritten, ob das erlaubt ist. Seit Juli 2019 ist zudem vielen Internetseiten, die das Umwandeln (Konvertieren) von Videos in Musikdateien ermöglicht haben, der Zugriff auf YouTube unterbunden.

Musikstücke aufnehmen?

Es gibt seit vielen Jahren die Möglichkeit, Internetradio aufzunehmen: mit Programmen für den Computer oder mit Apps für Tablet und Smartphone. Das ist für den privaten Gebrauch auch erlaubt.

Ob solche Aufnahmen allerdings auch für Dienste wie Spotify und Napster legal sind, ist umstritten. Beide Dienste verbieten in ihren Nutzungsbedingungen das Mitschneiden.


... und Musik einfach kaufen?

Wenn Eltern ganz sicher gehen möchten, bleibt fast nur der Weg des Kaufens: CDs oder Downloads der Musikdateien. Das ist nicht immer preiswert, denn ein aktueller Song kostet meist über einen Euro. Aber bei einer Zusammenstellung mit den "größten Hits" kostet ein Titel oft nur noch 30 oder 40 Cent – und die Auswahl solcher MP3-Sammlungen oder CDs ist recht groß.

Und insgesamt sollte nicht vergessen werden: Viele Musiker möchten von ihrer Musik leben. Daher ist das Bezahlen für Musik eigentlich eine ganz normale Sache!


Musik gemeinsam erfahren!

Hören und darüber sprechen!

Tochter und Sohn haben oft einen anderen Musikgeschmack als ihre Eltern. Als Jugendliche gehören die "etwas anderen" Vorlieben oft auch zum ganz normalen Prozess, unabhängig werden zu wollen.

Aber gerade bei den Jüngeren ist es unerlässlich, aber auch lohnend, sich zusammen Songs anzuhören, Musikvideos anzuschauen und sich über die Musikerinnen und Musiker zu unterhalten. So bekommt man mit, was der Nachwuchs mag und was seine Wünsche sind. Im Gespräch bleiben ist meist die beste Kindersicherung!

Lernmodul "Filme, Videos und Musik – was ist erlaubt?"

Spielen Sie gemeinsam das Internet-ABC-Lernmodul für Kinder, um Grundlagen zum Thema zu erarbeiten und sich mit Ihrem Kind darüber auszutauschen: Warum dürfen Musikdateien nicht einfach kopiert und weitergegeben werden? Was muss man bei Musik-Apps beachten?

Selbst Musik machen

Eine schöne Alternative zum Musikhören ist es, selber Musik zu machen. Das geht entweder auf eigenen Instrumenten oder auch mit einer App. Es gibt eine Vielzahl von Apps, die ein eigenes Tonstudio mit einer Vielzahl an Instrumenten zur Verfügung stellen. Auf dieser Internetseite werden einige Apps, die gemeinsam mit Kindern genutzt werden können, vorgestellt:


Zahlen und Fakten zum Thema

30 Prozent der 6- bis 13-Jährigen hören täglich Musik, weitere 42 Prozent ein- oder mehrmals in der Woche (KIM-Studie 2018, S. 25). Und wer bereits ein Smartphone besitzt, möchte dies oft auch über dieses Gerät und passende Kopfhörer machen.

Bei Jugendlichen hat das Musik-Streaming die Nutzung von Radios mittlerweile überholt. Und es ist anzunehmen, dass die Nutzung solcher Dienste auch bei den Jüngeren zunimmt.



Hilfreiche Angebote im Netz

Informationen zu einzelnen Streaming-Diensten (Spotify, Deezer und andere)

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 19.04.2020]
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