Suchen aus Kindersicht - sichere Startpunkte

Kind vor Tablet und Lupe; Bild: Internet-ABC
Kind vor Tablet und Lupe; Bild: Internet-ABC

Manchmal ist es für Eltern überraschend zu sehen, wie unerwartet anders Kinder an manche Aufgaben, Problemen oder Fragen herangehen als die Erwachsenen.

Dies gilt auch beim Thema "Suchen im Internet". Gesucht wird oft durch die Eingabe von Suchbegriffen in die Adresszeile des Browsers, weshalb manche Kinder den Browser "Firefox" für eine Suchmaschine halten. Und die Suchergebnisse werden teilweise als die gefundenen Inhalte, nicht als Links zu den Internetseiten wahrgenommen.

Also: Wie suchen Kinder eigentlich? Und welche Suchmaschinen sollten Kinder benutzen? Gibt es technische Mittel, die Suche bei Google, Bing oder Ixquick sicherer zu gestalten?

Wie suchen Kinder?

Kinder gehen an eine Suche anders heran als Erwachsene. Sie vertippen sich häufig, suchen in ganzen Sätzen, stellen Fragen an die Suchmaschine, als wäre sie ein Mensch aus Fleisch und Blut.

Probleme haben viele Kinder mit der Analyse der Ergebnislisten. Angeklickt werden meist nur die vordersten Treffer. Das Deutsche Jugendinstitut hat eine Studie zum Suchverhalten von Kindern durchgeführt. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie im Netz:

Unabhängig von jeder Wissenschaft - verschaffen Sie sich selbst ein Bild und gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ins Internet, beobachten und begleiten Sie das Suchverhalten. 

Welche Suchmaschinen eignen sich für Kinder?

Viele Kinder nutzen nur eine einzige Suchmaschine: Google. Dabei ist Google gerade für jüngere Kinder nicht die erste Wahl. Eltern sollten auf Kindersuchmaschinen aufmerksam machen und deren Vorzüge herausstellen. Hier kommen Kinder an passende, gute und für sie interessante Angebote.

Suchmaschinen für Kinder beschränken sich auf eine Auswahl von Webseiten, Redakteure prüfen die Ergebnisse. So bewahren diese speziellen Suchmaschinen junge Nutzer vor problematischen Angeboten. 

Kindersuchmaschinen:

  • Blinde Kuh
    ... der Klassiker: Die älteste Suchmaschine für Kinder.
  • fragFINN
    ... eine WhiteList mit Seiten, die für Kinder unbedenklich sind.
  • Helles Köpfchen
    ... Suchmaschine auch für ältere Kinder und Jugendliche; die Werbeeinblendungen lassen sich über einen Button abstellen.
Wie kann ich meinem Kind "richtiges Suchen" vermitteln?

Lassen Sie Ihr Kind sein Lieblingsthema wählen oder nehmen Sie sich das Thema einer Hausaufgabe vor. Recherchieren Sie gemeinsam über eine oder mehrere Kindersuchmaschinen. Dabei erfahren Sie, wie Kenntnisstand und Suchkompetenz Ihres Kindes einzuschätzen sind. Gleichzeitig können Sie erklären und gemeinsam üben, wie man sich passende Suchwörter überlegt oder wie Ergebnislisten aufgebaut sind. 

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem die Recherche in Kindersuchmaschinen für bestimmte Themen nicht mehr ausreicht. Idealerweise recherchieren Sie in den großen Suchmaschinen zunächst ebenfalls gemeinsam mit Ihrem Kind. Überlegen Sie zusammen Suchbegriffe und nehmen Sie die Trefferlisten unter die Lupe. Dazu gehört auch möglicherweise eingeblendete Werbung.

Auch wenn die Themen Datenschutz oder Privatsphäre Kindern oft nur schwer erklärbar erscheinen: Versuchen Sie aufzuzeigen, warum die Nutzung einer Suchmaschine wie Google problematisch ist: Kein Kind wird gern ausspioniert, ständig beobachtet oder kontrolliert. Aber genau das machen Suchmaschinen wie Google. (Siehe dazu die Frage "Warum sind Suchmaschinen wie Google aus Datenschutzsicht problematisch?") Warum also nicht gleich von Beginn an auf alternative Suchmaschinen verweisen?

Tipps für Kinder

Gibt es technische Möglichkeiten, um die Suche mit den großen Suchmaschinen sicherer zu machen?

Ja, die meisten Suchmaschinen bieten einen Filter, der nicht-jugendgerechte Inhalte aussieben soll. Hierbei sollten Sie als Eltern allerdings bedenken, dass 

  • diese Filter von technisch etwas versierteren Kindern und Jugendlichen leicht wieder ausgehebelt werden können,
  • diese Filter oft nur einen unzureichenden Schutz bieten. Sie arbeiten automatisiert: Manche harmlosen Suchergebnisse werden gesperrt, andere kommen durch. Zudem bestehen in unterschiedlichen Ländern auch unterschiedliche Auffassungen darüber, was gesetzlich erlaubt ist oder nicht. Die global vorgehenden Suchmaschinen berücksichtigen die einzelnen Gegebenheiten aber nicht. 
Was sollte ich über die voreingestellte Suche im Browser wissen?

In den meisten Browsern ist eine Suche vorinstalliert (Google in Firefox und Chrome; Bing im Internet Explorer). Diese Suche funktioniert bei neueren Browsern sowohl im Suchfeld als auch in der Adressleiste – sie wird daher "Omnibox" (Chrome) oder "Omnibar" (Firefox) genannt. Das heißt, man kann ein Suchwort auch direkt in die Adressleiste eingeben und die Eingabetaste ("Enter") drücken.

Die im Browser voreingestellte Suchmaschine lässt sich beliebig ändern, je nachdem welche Suchmaschine Sie bevorzugen oder für Ihr Kind auswählen möchten. So funktioniert das bei einzelnen Browsern: 

Welche Möglichkeiten habe ich, um sichere Startpunkte für Kinder einzurichten?

Eltern können eine Kindersuchmaschine wie die Blinde Kuh oder eine Kinderseite als Startseite im Browser einrichten. Wie das funktioniert, wird für einzelne Browser nachfolgend erklärt: 

Einen sicheren Surfraum bietet die kostenlose Software "KinderServer". Nach der Installation auf dem Computer haben die Kinder Zugang zu einem geschützten Surfraum, der aus tausenden kindgerechten Seiten besteht. Sie können dann über den Browser alle Seiten aufrufen, die auf dem KinderServer abgespeichert sind. Andere, ungeeignete Seiten, bleiben außen vor.

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 19.09.2017]


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