Spiel des Monats 04.2010

Fans des zweidimensionalen Picross aus dem Jahr 2007 werden von dieser neuen Version begeistert sein. Aber auch Neulinge, die Spaß am Knobeln, Tüfteln und Denken haben, zählen dieses Spiel gewiss schnell zu ihren Favoriten.

Wie beim Vorgängerspiel müssen auch hier Figuren, die sich in einem bestimmten Raster verstecken, freigelegt werden. Das sind Gegenstände, Buchstaben, Tiere oder Noten, die dann in der eigenen Galerie gesammelt werden. Das Raster besteht aus Blöcken, die aus verschieden vielen Würfeln zusammengesetzt sind. Der Spieler muss sich also quasi als virtueller Bildhauer beweisen und Würfel für Würfel wegschlagen. Dabei darf er allerdings seiner Fantasie keineswegs freien Lauf lassen. Er muss sich Stein für Stein klar an die Vorgaben halten.

Die besagen jeweils, wie viele Würfel weggebrochen werden müssen, und wie viele Würfel stehen bleiben, damit die Figur entstehen kann. Der kleine Haken dabei: Lediglich die Menge der Würfel, die stehen bleiben muss, ist bekannt, nicht aber ihr genauer Standort. Der muss durch kluges Kombinieren ermittelt werden.

*Beispiel 1*

Die Zahl 5 in der linken Reihe steht für die Anzahl der Würfel, die in dieser Reihe stehen bleiben müssen. Da die Reihe aus insgesamt 5 Würfeln besteht, bleiben also alle stehen. Die Zahl 0 in der letzten Reihe besagt hingegen, dass dort alle Würfel entfernt werden können.

*Beispiel 2*

Wenn am Ende einer Reihe von neun Blöcken die Zahl 4 steht, bedeutet das, dass fünf dieser Blöcke eliminiert werden müssen. Aber welche bloß? Die Spieler können die Antwort nach und nach aus den Zahlen der anderen Reihen ableiten, etwa, indem sie Würfel eleminieren oder aber korrekte Würfel anmalen und so vor einer versehentlichen Zerstörung sichern. Dabei lässt sich das Würfelgebilde mit dem Stift ganz bequem in alle Richtungen drehen und wenden.

Der Blick in die Spielbeschreibung vor dem Spielstart ist überflüssig, denn man wird in den Tutorials geschickt und behutsam an die Hand genommen und lernt das Spielprinzip in kleinen didaktischen Einheiten kennen. Auch gesellen sich immer neue Vorgaben hinzu, die ebenfalls erläutert werden. Zunächst bedeutet die Zahlenangabe auf den Würfeln lediglich, wie viele der Miniquadrate stehen bleiben müssen.

Bald aber gibt es außerdem Zahlen im Kreis und Zahlen im Quadrat. Steht zum Beispiel die Zahl Vier auf einer fünf Würfel langen Reihe, sind vier richtige Steine darunter - und zwar direkt hintereinander. Die Vier im Kreis hingegen bedeutet, dass sich diese vier Würfel in zwei Gruppen aufteilen. Steht die Zahl Vier schließlich in einem Quadrat und befindet sie sich in einer sechs Würfel langen Reihe, dann müssen diese vier Würfel sogar in drei Gruppen aufgeteilt werden.

Auch die Faktoren Zeit und Fehler spielen eine Rolle. So hat jedes der Rätsel eine vorgegebene, allerdings sehr großzügig bemessene Spielzeit und nur eine begrenzte Fehlertoleranz. "Game over" heißt es beispielsweise, wenn man fünf falsche Steine abgeschossen hat.

Auch das Überschreiten des Zeitlimits führt zu diesem Ergebnis. Wer schnell und fehlerfrei arbeitet, erhält die beste Wertung: drei Sterne. Aber auch mit weniger Sternen gelangt man ans Ziel. Für viele gesammelte Sterne jedoch gibt es eine Belohnung: Es werden nämlich Sonderrätsel freigeschaltet.

Was anfangs - nach den ersten erfolgreichen Bildhauerversuchen - recht flott von der Hand geht, wird mit jedem weiteren Level schwieriger, damit wachsen aber auch Spannung und Herausforderung. Schließlich sind Blöcke mit 3x3x1 Würfeln noch relativ schnell erfolgreich zu bearbeiten. Wenn man sich aber irgendwann einem Block mit 6x7x5 Würfeln gegenübersieht, kann man schon mal am eigenen Kombinationsvermögen zweifeln. Um so schöner, wenn man auch diese Herausforderungen meistert.

Unterstützt wird der Spieler dabei von einem praktischen Tool: Um einigermaßen den Überblick zu behalten, lassen sich die Blöcke nämlich in einzelne Schichten aufscheiden, so kann man auch das Innere des Blockes sehen und bearbeiten, ohne vorher die (richtigen) Außensteine entfernt zu haben.

Rund 350 Rätsel hält das Spiel bereit und ebenso wie sein Vorgänger erlaubt es den Spielern, eigene Rätsel zu kreieren und an Freunde zu schicken. Die Bedienung des Spiels ist einfach und funktioniert reibungslos. Sogar an Linkshänder hat man gedacht: Für sie gibt einen Extra-Modus.

Picross 3D ist ein gelungenes Knobel- und Denkspiel, das bereits Kinder fasziniert, aber auch Eltern (und Großeltern) herausfordert. Besonders viel Spaß macht das Knobeln auf dem neuen Nintendo DSi XL, dessen Bildschirme beinahe doppelt so groß wie der des Nintendo DS Lite ist. Da behalten auch zwei oder mehr Spieler beim gemeinsamen Knobeln den Überblick.

TitelPicross 3D
Erscheinungsjahr2010
Art des SpielsQuiz & Denkspiele
SpielgerätNintendo DS
Preis in Euro30,00
Verlag / BildrechteNintendo
Freigabe (USK)ohne Altersbeschränkung
Internet-ABC-Altersempfehlung8
Spielspaß
Bedienung
Technische Qualität
Gesamtbewertung
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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 14.03.2017]
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