JIM-Studie 2016 zur Mediennutzung 12- bis 19-Jähriger veröffentlicht

Cover der Studie; Bild: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
Cover der Studie; Bild: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest hat für die neueste JIM-Studie „Jugend, Information, (Multi-) Media“ wieder 12- bis 19-Jährige in Deutschland zu ihrem Medienumgang befragt. Das Internet-ABC hat ein paar interessante Aspekte herausgegriffen.

Medienausstattung in Familien 

In fast allen Familien der befragten Jugendlichen sind Handys/Smartphones, Fernseher, Computer und Internetverbindungen vorhanden. Tablet-PCs haben im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent zugenommen und sind in zwei Dritteln aller Familien vorhanden. Dreiviertel der Familien besitzen eine stationäre, über die Hälfte eine tragbare Spielekonsole. Gut 50 Prozent schauen über das Internet auch Fernsehen. Eine Tageszeitung beziehen im Abonnement 54 Prozent. 

Fast alle Jugendlichen besitzen ein eigenes Mobiltelefon, die meisten ein internetfähiges Smartphone. Über 90 Prozent nutzen das Internet mit Tablet, Laptop oder PC in ihrem Zimmer, in dem zudem gut die Hälfte der Jugendlichen einen Fernseher stehen hat. Eine Digitalkamera besitzen 85 Prozent der Familien, ein eigenes Exemplar haben 42 Prozent der 12- bis 19-Jährigen.

Interessant ist, dass in den letzten Jahren gerade bei den Jüngeren die Zahl derer zurückgegangen ist, die einen eigenen Laptop oder Computer besitzen. Smartphones hingegen besitzen immer mehr 12- bis 13-Jährige, mittlerweile gut 90 Prozent.

Das Internet wird mittlerweile hauptsächlich über das Smartphone genutzt! 

Die Zeit vor dem Bildschirm 

Gut 90 Prozent der Jugendlichen nutzen ihr Handy jeden Tag, knapp 90 Prozent auch das Internet. Den Fernseher nutzen hingegen weniger als die Hälfte täglich. Computer-, Konsolen- oder Onlinespiele werden von nur 21 Prozent täglich, von weiteren 24 Prozent mehrmals in der Woche gespielt. Ein Tablet nutzen 30 Prozent mehrmals in der Woche.

Jungen spielen deutlich öfter Spiele am Bildschirm, Mädchen hören mehr Radio und lesen mehr Bücher.

An Schultagen sind die 12- bis 19-Jährigen ca. 3 Stunden täglich im Internet, die Jüngsten deutlich über 2 Stunden, die Ältesten fast 4 Stunden. Vornehmlich wird die Zeit für die Kommunikation untereinander genutzt, es folgen die Informationssuche, Unterhaltung (Musik, Videos oder Bilder im Internet) und Spiele.

Welche Medien sind glaubwürdig?

Wenn es um strittige Themen geht, würden 41 Prozent der Jugendlichen am ehesten der Tageszeitung vertrauen. Mit 24 Prozent folgt das Fernsehen, mit 18 Prozent das Radio und mit 15 Prozent das Internet.

Welche Apps nutzen Jugendliche hauptsächlich?

Die wichtigste App unter Jugendlichen ist WhatsApp. Mit deutlichem Abstand folgen Instagram, Snapchat, Facebook und YouTube.

Während WhatsApp von allen Jugendlichen sehr stark genutzt wird, ist Facebook bei den 12- bis 13-Jährigen nur noch eine Randerscheinung. 

Wo und wie informieren sich Jugendliche im Internet?

Die meisten Jugendlichen beginnen ihre Recherche nach bestimmten Themen bei Google: „87 Prozent bemühen mindestens mehrmals pro Woche eine Suchmaschine, 58 Prozent sogar täglich.“ (S. 40) Auch YouTube wird von vielen (über 50 Prozent) regelmäßig zur Informationssuche genutzt. Es folgen Soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter, Online-Lexika und Portale von Zeitungen und Zeitschriften.

Wie lange spielen Jugendliche am Bildschirm?

Täglich oder mehrfach in der Woche spielen 64 Prozent der Jugendlichen – am Smartphone,  am Computer (offline), an der Konsole, online und/oder am Tablet. Deutlich mehr spielen Jungen als Mädchen – v.a. am Computer und Konsolen. Tablets werden relativ wenig zum Spielen genutzt.

Smartphones in der Schule

Schülerinnen und Schüler der untersuchten Altersgruppe nutzen das Internet sehr stark für ihre Hausaufgaben: 43 Prozent der Zeit für diese Aufgaben werden computergestützt erledigt. 

Smartphones könnten in den Schulen gut genutzt werden, ihr Gebrauch ist jedoch meist eher Restriktionen ausgesetzt. Nur 11 Prozent der 12- bis 13-Jährigen dürfen das Handy im Unterricht für den Unterricht nutzen, bei den älteren Jugendlichen nimmt diese Zahl zu: Um die 20 Prozent bei den 14- bis 17-Jährigen, 45 Prozent bei den 18- bis 19-Jährigen.

Das WLAN-Netz einer Schule ist, sofern vorhanden, zum größten Teil nicht für die Schüler gedacht oder verwendbar.

Smartphone – angenehm oder eher stressig?

Wie nehmen Jugendliche ihren Umgang mit dem Smartphone und die Zeit, die sie damit verbringen, eigentlich selbst wahr? Tatsächlich denken zwei Drittel, dass das Smartphone für den Freundeskreis („Organisation und Planung“) unentbehrlich sei.  Ähnliches gilt für ca. 50 Prozent für den Schulalltag (Hausaufgaben, Schulplanänderungen, Vertretungen).

Allerdings meinen 70 Prozent auch, dass sie mit Apps und Communitys oft zu viel Zeit verschwenden – und deutlich über die Hälfte ist manchmal von der hohen Anzahl der Nachrichten, die sie auf das Handy bekommen, genervt.

Handyfreie Zeiten und auch ein „Handyfasten“ halten im Übrigen viele Jugendliche für zumindest denkbare Variante, dem Handystress zu entkommen. 

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 13.02.2017]


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