Aktuell
schülerVZ vor dem Aus - Facebook junior kommt
Schreiben Sie uns Ihre Meinung - am Seitenende!
(23.07.2012)

schülerVZ und studiVZ waren mal marktführend in Deutschland, doch Mark Zuckerberg hat die einst populärsten sozialen Netzwerke in Deutschland klein gekriegt. Dabei war es eine ziemlich gute Idee, soziale Netzwerke anzubieten, die konsequent bestimmte Zielgruppen ansprechen, hier: User in eine bestimmten Alter.
Aber eine gute Idee reicht manchmal nicht aus. In den letzten Jahren haben die zum Holtzbrinck-Konzern gehörenden Onlinedienste dramatisch an Mitglieder verloren - und vor allem an Aufmerksamkeit. An Bedeutung sowieso. Mittlerweile ist klar: Die Netzwerke machen dicht. Holtzbrinck hat den Stecker gezogen. Bei schülerVZ sollen zwar nicht völlig die Lichter ausgehen. Holtzbrinck plant ein Onlineportal, das sich Lernthemen widmen soll. Doch mit dem alten schülerVZ hat das rein gar nichts zu tun. schülerVZ und studiVZ sind damit Geschichte.
Facebook hat SchuelerVZ in die Knie gezwungen
Man kann es auch so formulieren: Facebook hat gewonnen. Die zunehmende Dominanz des amerikanischen Onlinedienstes scheint nicht aufzuhalten. In diesem Fall wäre es aber wirklich nicht nötig gewesen. Als Facerbook in Deutschland gestartet ist, waren schülerVZ und studiVZ hervorragend etabliert. Allerdings haben sich die VZ-Netzwerke als relativ träge erwiesen: Kaum Innovationen - und wenn, dann viel zu spät und inhaltlich zu zaghaft. Viele Trends wurden verschlafen. Der Trends, sich für Apps zu öffnen. Der Trend, auch mobile Inhalte anzubieten.
Kein Wunder, dass die Mitglieder reihenweise das Weite gesucht haben. Die meisten wechseln zu Facebook. Doch da gibt es ein Problem: Facebook ist offiziell erst für Jugendliche ab 13 Jahren zu haben. Jünger darf man nicht sein, das sehen die Nutzungsbedingungen eindeutig vor. Hintergrund: In den USA gelten für Jugendliche unter 13 strenge Vorschriften, was den Datenschutz betrifft. Deshalb geht Facebook den bequemen Weg und schließt eine Mitgliedschaft für User unter 13 Jahren kategorisch aus.
Flunkern beim Alter - gar kein Problem
Die Realität sieht allerdings anders aus: Facebook soll mindestens zehn Millionen Mitglieder haben, die unter 13 Jahre alt sind, die bei der Anmeldung einfach geflunkert haben. Das ist auch weiter kein Problem, da niemand die Anmeldedaten überprüft. Jeder kann sich jünger oder älter machen.
Ein zunehmendes Problem für Facebook, deswegen will sich das Unternehmen ganz offiziell für Jugendliche unter 13 Jahren öffnen. Die sollen sich künftig registrieren können, die Verwaltung des Kontos ist dann aber unter Kontrolle der Eltern, die ebenfalls ein eigenes Facebook-Konto brauchen. Die Eltern sollen sehen, welche Freundschaftsanfragen reinkommen, sie sollen entscheiden können, welche davon bestätigt werden und welche nicht - oder welche Apps benutzt werden dürfen.
Eltern sollen künftig die Konten der Kinder kontrollieren
Eine Kontrolle, die sich vielleicht die Jüngeren gefallen lassen - aber Elf- oder Zwölfjährige? Wie verhindert werden soll, dass sich Jugendliche auch künftig mit "geschönten" Altersangaben registrieren, verrät das Unternehmen nicht. Facebook bleibt auch eine Antwort schuldig, ob und wie spezielle Inhalte für den Junior geplant sind. Im Grunde genommen müsste das gesamte Angebot durchforstet werden, denn viele Inhalte sind für Kinder und Jugendliche ungeeignet.
Wenn man ernsthaft Jugendliche unter 13 in ein Netzwerk holen will, dann muss man auch Verantwortung übernehmen und die Inhalte entsprechend filtern und zusätzliche Inhalte bereitstellen. Alle Verantwortung auf die Eltern abzuwälzen und die auch noch zu zwingen, ein eigenes Facebook-Komto einzurichten (und regelmäßig zu nutzen), ist für das Unternehmen ein ungewöhnlich einfacher Weg.
Durch die Schließung von schülerVZ und studiVZ werden aber viele zu Facebook strömen, denn wer sich erst mal an die Vorzüge eines sozialen Netzwerks gewöhnt hat, wird nicht plötzlich völlig darauf verzichten wollen. Also werden viele wohl über übel zu Facebook wechseln, selbst jene, die eigentlich nicht Mitglied bei Facebook werden wollten. Aber wenn alle dort sind...
Schreiben Sie Ihre Meinung: Wie stehen Sie zu den Plänen von Facebook?
Wie stehen Sie zu den Plänen von Facebook?
Gerhard Hermann | | 31.07.2012 11:30
Meine Erfahrung in medienpädagogischen Workshops mit Jugendlichen zeigt, wie löcherig die bisherigen Bedingungen bereits sind. Bei Elternabenden sind die Eltern oft sehr erstaunt, was hinter der "harmlosen" Fassade von facebook steckt. Die meisten Eltern haben entweder keine Ahnung oder nutzen facebook genauso sorglos wie ihre Kinder. Ich sehe nicht, das in den meisten Fällen eine wirkliche Kontrolle durch die Eltern stattfindet. Grundsätzlich sollten Communities so gestaltet sein, dass Eltern nicht ständig "kontrollieren" müssen - wie sollen Jugendliche sonst auch selbständig werden!
HeGa | | 08.08.2012 16:47
Was soll das ständige Gerede über Datenschutz und (Eltern-)Kontrolle in irgendwelchen Communities? Jedes Kind, dass einmal verstanden hat, wie es sich u.a. unter Angabe gefälschter Daten bei einer Community anmelden kann, wird diese auch nutzen können oder wollen. Hat man als Eltern/Erziehungsberechtige ein Verlangen, seine Kinder vor Missbrauch und Ähnlichem schützen zu wollen, hilft NUR und einzig und alleine ein offenes Gespräch über das Thema. Dafür muss man natürlich selbt zuerst wissen, worüber man da eigentlich sprechen will. Gerade dieses Wissen scheint bei vielen Communiy-Nutzern aber gar nicht vorhanden zu sein! Wenn Facebook eine Community für Kinder anbieten will, dann sollte man davon ausgehen, dass Facebook auch dort nur an persönlichen Daten der User interessiert ist und sich sicherlich ein Loch in den Bauch freut, wenn es mitbekommt wie die überwachenden Eltern gegebenenfalls Freunde etc. löschen usw. Dann bekommt Facebook einen noch besseren Einblick in Familienstrukturen und Abläufe. Horrido!!!













Verdächtige Seiten
Die wichtigsten Fragen
Sitemap
Impressum




