Spiel des Monats (September 2008)
Drakensang






Pen & Paper

Computerspiele sind vor allem deshalb beliebt, weil sie auch ohne Mitspieler funktionieren. Wer Lust auf ein Abenteuer hat, setzt sich einfach an den PC. Doch eines der wichtigsten Genres wäre ohne Mitspieler erst gar nicht entstanden: das Rollenspiel.
Seit den 60er Jahren dachten sich eine Gruppe eine Fantasystory aus, um sie immer weiter auszuspinnen. Als Zauberer oder starker Held kündeten sie ihre nächste Aktion mündlich an und würfelten den Erfolg aus. Der Spielleiter notierte mit Zettel und Stift (englisch: pen & paper), ob der mächtige Kampfzauber den Wolf ausschaltete oder nicht. Als eines der beliebtesten Pen&Paper-Rollenspiele galt schon immer "Das Schwarze Auge". Auf dessen Regeln und Grundgeschichte basiert das neue, faszinierende PC-Abenteuer "Drakensang".
Abenteuer in Aventurien

Bunt gemischt leben auf dem Fantasy-Kontinent Aventurien die Menschen Seite an Seite mit Zwergen, Elfen und Magiern. Dann wird der gute Freund Ardo ermordet. Fortan gilt es, den Mörder zu finden. Bald verdichten sich die Hinweise auf Drachenqueste. Sie finden nur alle 87 Jahre statt. Die Anzeichen mehren sich, dass eins der mächtigen und längst verschwundenen Geschöpfe wieder auftauchen und nichts Gutes im Sinn führen wird.
Spieler verbringen viele Spielstunden damit, die umfangreichen Wälder, die Handelsstadt Ferdok oder das Ambossgebirge zu erforschen, um Aventurien am Ende zu retten. Jede erfolgreich ausgeführte Mission steigert durch gewonnene Erfahrungspunkte die Fähigkeiten der Helden. So sind sie am Ende stark genug, das fiese Feuertier zu besiegen und den Mörder Ardos zu finden.
Ständig zu verbessernde Fähigkeiten

Ob Elf, Mensch oder Magier: für jede Figur gibt es ein weibliches Pendant. Recht schnell stoßen drei weitere Figuren zum Team, und so lenken die Spieler immer vier Recken gleichzeitig. Jeder besitzt eine besondere Fähigkeit. Waldläufer sammeln erfolgreich Pflanzen. Kämpfer dagegen besitzen große Körperkraft und eine hohe Ausdauer. Weitere Eigenschaften wie Mut, Regeneration oder das handwerkliche Talent zum Bau von Pfeilen stellen Spieler selbst ein, in dem sie Punkte vergeben.
Die Aufwertung der Charaktere stellt eine der großen Herausforderungen des Spieles dar. Dabei sind alle Talente wichtig.
Alle Hände voll zu tun

Aufgaben in Rollenspielen heißen "Quests". Davon gibt es eine ganze Menge. Die Abenteurer knüpfen zum Beispiel Kontakt zu einem der Handelshäuser an und erledigen Botengänge. Oder sie befreien den Brauereikeller von Ratten. Gekämpft wird auch. Die Spieler legen sich mit Wölfen, fiesen Rivalen oder Fantasieamöben an. Richtig hektisch geht es in "Drakensang" allerdings nie zu. Mit der Leertaste wird das Getümmel jederzeit auf Pause gestellt. So kann in Ruhe die nächste Handlung jeder Spielfigur ausgewählt und angewendet werden.
Geht es wieder weiter, trinkt die Elfe etwa einen Schluck Heiltee, um die Vergiftung zu kurieren. Oder der Magier wendet einen Zauber an, der die Kampfkraft der Amazone erhöht. Diese Art zu kämpfen, macht das Rollenspiel auch bei weiblichen Spielern sehr beliebt.
Tolle Grafik

Die Sprachausgabe ist limitiert. Der erste Satz wird gesprochen, der Rest nicht. Dafür macht die dreidimensionale Grafik richtig Spaß. Das Bild lässt sich in alle Richtungen wenden oder zoomen. Alles wirkt sehr lebendig. Arbeiter schleppen Kisten durch den Hafen, Händler gestikulieren, im Wald hüpfen Rehe und das Wasser rauscht den Fluss herunter. Obwohl "Drakensang" ein tolles Handbuch mitliefert, ist es nicht nötig, hineinzuschauen. Anfangs blenden sich noch viele Erklärungen ein, doch vieles erklärt sich den Spielern von selbst. Sie wachsen mit den Anforderungen und steuern immer komplexere Handlungsabläufe. Die faszinierende Geschichte hält die Spannung bis zuletzt.
Fazit: Ein fantastisches Spiel mit packenden Herausforderungen.










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