Smartphone, Spiele und Kommunikation - Jugendliche und Mediennutzung

Cover der JIM-Studie; Bild: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
Cover der JIM-Studie; Bild: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest

Ergebnisse der aktuellen JIM-Studie

Die mediale Ausstattung von Kindern und Jugendlichen ist enorm hoch und vielfältig. Für Eltern ist es oft schwierig, die Mediennutzung der Kinder sicher einschätzen zu können: „Haben in der Grundschule wirklich schon alle Kinder ein Handy?“, „Sind Spielekonsolen in oder out?“ oder „Welche digitalen Kommunikationswege bevorzugen Kinder und Jugendliche?“

Ein Blick in die JIM Studie 2015 des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (www.mpfs.de) zeigt die medialen Trends auf und kann für die Einordnung der Mediennutzung hilfreich sein.

Laut aktuellen Ergebnissen steigt der Gerätebesitz von Kindern bereits während der Grundschulzeit deutlich an. Auch in den Familien sind Mobiltelefone (meist Smartphones), Computer, Notebooks oder Tablets sowie Fernseher und Internetzugang fast überall vorhanden.

Ab 12 Jahren verfügen die meisten Heranwachsenden über eine umfangreiche Ausstattung: 

  • 98% besitzen ein Handy, davon 92% ein Smartphone,
  • drei Viertel nutzen Internetflatrates,
  • 59% verfügen über einen Laptop oder Computer,
  • gefolgt von MP3-Player (59%),
  • Fernseher (57%)
  • Radio (54%)
  • Spielekonsole (50%)
  • Digitaler Kamera (47%) und 
  • Tablet-PC (29%).

Der Besitz der Geräte führt zu einem erleichtertem Zugang: Neun von zehn Befragten können im eigenen Zimmer auf einen Tablet-PC, Laptop oder Computer mit Internetzugang zugreifen.

Besonders im Trend liegen Smartphones und Tablets. Betrachtet man die unterschiedlichen Zugänge zu digitalen Spielmöglichkeiten zusammen (Handy-, Online-, Konsolen-, Offline-Computer- und Tabletspiele), so wird deutlich, dass digitale Spiele fest im Alltag der Jugendlichen verankert sind: Sieben von zehn Zwölf- bis 19-Jährigen spielen täglich oder mehrmals pro Woche. Nur ein kleiner Anteil spielt nie (9%).

Der einfache Zugang zu den eigenen Geräten im eigenen Zimmer ermöglicht das tägliche Spielen. Die Nutzung von kleinen Tablets und Smartphones lässt sich von Eltern nur schwer kontrollieren. Das erleichtert auch den Zugang ins Internet, der bei Jungen wie Mädchen gleichermaßen wichtig ist - und zwar unabhängig von der besuchten Schulform.

Insgesamt wird die Nutzung der Online-Angebote in den vier Bereichen erfragt. Besonders beliebt in der Nutzung sind:

  • Kommunikation (40%),
  • Unterhaltung (Musik, Video, Bilder) (26%),
  • Spiele (20%) und 
  • Informationssuche (14%). 

Der Messenger-Dienst WhatsApp (laut AGB ab 16 Jahren), Suchmaschinen und Videos sind besonders beliebt. Dabei wird die Videoplattform Youtube sowohl als Suchmaschine genutzt, als auch als Quelle für Unterhaltsangebote wie Musikclips, Spaß- und Let's-play-Videos.

Die häufige Nutzung der Geräte sorgt auch in den Familien für Ärger. Jungen haben wegen der Nutzungsdauer der digitalen Spiele Ärger in der Familie, bei Mädchen sorgt die häufige Handynutzung für Konflikte zuhause, aber auch die Fernsehinhalte. 

Die Studie ist Ende November erschienen, steht als PDF zur Verfügung und ist ein kostenloses Informationsangebot:

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 26.07.2017]


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