Pokémon ist die Abkürzung des japanischen "Poketto Monsutā", im Englischen "Pocket Monsters" und zu Deutsch "Taschenmonster". Die Fantasiewesen haben bereits nach der Erstveröffentlichung im Jahr 1996 Kinder und Jugendliche begeistert und gelangten durch Serien, Sammelkarten, Videospielen und Kinofilmen zu großer Beliebtheit. Pokémon gehört bereits jetzt zu den erfolgreichsten Produkten der modernen Spieleindustrie. Die App "Pokémon Go" wird diesen Erfolg wohl fortführen.

Auch in der App können die kleinen Monster von Spielern gefangen, gesammelt und trainiert werden. Neu ist: Das Spiel bindet durch "Augmented Reality" virtuelle Elemente in die reale Welt ein. Eine neue Spielewelt entsteht. Neu ist diese Form des Gaming nicht, aber mit der Neuauflage des Spieleklassikers Pokémon scheint eine neue Phase der mobilen Spielewelt angebrochen zu sein.

Was Eltern wissen sollten:

Technische Ausstattung 

Pokémon Go ein kostenloses Spiel für die Betriebssysteme iOS und Android. Die USK-Alterseinstufung für Apps steht bei sechs Jahren, die notwendige Einrichtung eines PCT-Kontos (PCT bedeutet Pokémon Trainer Club) ist aber erst ab  13 Jahren erlaubt. Bei jüngeren Kindern muss sich daher ein Elternteil anmelden.

Die Aufmachung des Spiels und das Spielprinzip sind einfach gestaltet: Bereits Grundschulkinder können Monster fangen und die zu absolvierenden Kämpfe sind mit geschicktem Wischen über das Smartphone-Display leicht zu bewerkstelligen. Die Kamera des Geräts hilft dabei, die Monster in die echte Welt einzubauen.

Kosten

Sollte ihr Kind die App nutzen, so sollten Eltern den App-Store-Account so einstellen, dass Ausgaben ohne Erlaubnis der Eltern nicht möglich sind. Die App selbst bietet leider keine Möglichkeit, mögliche In-App-Käufe zu unterbinden oder Spielzeiten zu begrenzen. Das Spiel ist in der Basisversion ohne weitere Geldausgaben spielbar, kann aber besonders Kinder zu weiteren Käufen verführen. Laut Play-Store können sich die Kosten von 0,99 € bis 99,99 € pro Artikel bewegen.

Bewegung

Die App verlangt, dass sich die Spieler draußen bewegen. Will man im Spiel vorankommen, ist viel Laufen und Suchen angesagt. In der realen Umwelt wird die Begegnung mit den kleinen Monstern gesucht. Hilfreiche Extras zum Fangen der Monster sind die Pokébälle, die sich an den so genannten Poké-Stops (beispielsweise Denkmäler und Sehenswürdigkeiten) finden.

GPS

Der eingeschaltete GPS-Sensor am Gerät ist unbedingt notwendig. Spieler übermitteln damit allerdings pausenlos Daten über den Aufenthaltsort. Insbesondere bei Veröffentlichung von Screenshots wird angezeigt, wer sich gerade wo auf Monsterjagd befindet.

Leider ist die Genauigkeit der GPS-Verortung ist nicht immer genau und kann auch gefährlich sein. Poké-Stops können sich an abgelegenen und dunklen Orten befinden. Besonders jüngere Kinder sollten dort nicht spielen – auch weil die App die Akkuleistung sehr stark beansprucht und die Kinder schnell ohne Akku in einer fremden Region stehen könnten.

Aufmerksamkeit

Der Blick auf das Smartphone-Display ist notwendig für ein erfolgreiches Spiel. Die echte Umgebung ist jedoch nicht immer ungefährlich und eine achtsame Teilnahme am Verkehr kann durch das Spielen durchaus in Gefahr geraten.

Gemeinschaft

Bisaflor, Glurak, Turtok, Pikachu und viele andere Pokémon sind nicht nur bei jungen Kindern beliebt. Auch Personen, die in ihrer Kindheit selbst Pokémon gespielt haben, begeistern sich für die App.

Um diese Art der mobilen Spielewelt besser verstehen zu können, sollten Eltern einen Blick in das Spiel werfen. Videos und Trailer auf YouTube geben einen ersten Einblick in den Spielaufbau. Besser ist allerdings das eigene Ausprobieren gemeinsam mit dem Kind. Es führt  zu einem besseren Verständnis und vereinfacht das Festlegen von Regeln zu Handynutzung. Auf diese Weise können Sie gemeinsam ungefährliche Poké-Stops ansteuern oder festlegen.

Das Spiel mit und gegen andere Spieler ist möglich. In sogenannten Arenen kämpft das eigene Pokémon gegen die Monster der anderen. Der Austausch der Spieler läuft teilweise über andere Plattformen, da ein Chat in der App nicht angelegt ist. Freunde können durchaus gemeinsam auf die Jagd gehen, da es nicht möglich ist, sich die Pokémon gegenseitig wegzunehmen. Die Spieler sind immer in unabhängigen Spielewelten unterwegs.

Datenschutz und Nutzung durch jüngere Kinder

Eine Identifizierung der Nutzer ist für andere Spieler möglich, wenn man den echten Namen als Benutzernamen angibt. Ein Pseudonym als Trainernamen sollte daher ein Muss sein. Auch unter 13-Jährige können das Spiel nutzen, wenn ein Elternteil über den sogenannten "Pokémon Trainer Club" seine Einwilligung dafür gibt. Gesammelte Informationen können unter bestimmten Umständen an Dritte weitergegeben werden.

Ein Aspekt der Medienerziehung kann das gemeinsame Lesen der Datenschutzbestimmungen sein. Besonders Kinder benötigen bei der eigenständigen Nutzung von Smartphones immer wieder Unterstützung und Hilfe. Ein modernes Smartphone und dessen Nutzung bergen bekanntlich auch Risiken. Sprechen Sie mit ihrem Kind also am besten vorher über den Umgang und die verschiedenen Funktionen.