Die Ergebnisse der KIM-Studie 2016 zur Internetnutzung von 6- bis 13-Jährigen

"Alle in meiner Klasse haben ein Handy!" oder "Alle meine Freunde dürfen das, nur ich nicht!" – diese zwei Sätze gehören zum Stammrepertoire von Kindern und Jugendlichen. Es sind oft spontane Reaktionen auf ein Verbot oder auf Bedenken der Eltern, wenn es um den Besitz eines eigenen Smartphones geht. Manche Eltern kommen ins Grübeln: Bin ich zu streng? Haben andere Eltern meine Sorgen und Bedenken nicht?

Ein Blick auf die Zahlen von repräsentativen Studien kann hier weiterhelfen, kann etwas Sicherheit geben. Das Internet-ABC fasst im Folgenden die Ergebnisse der KIM-Studie zu einzelnen ausgewählten Themen zusammen. Die KIM-Studie (Kindheit, Internet, Medien 2016) wurde erstellt vom Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs).

Wenn von Kindern die Rede ist, so sind, sofern nicht anders vermerkt, 6- bis 13-Jährige gemeint. Unter den Begriff "Computer" fallen auch Notebvooks oder Laptops. Lediglich das Tablet oder der Tablet-PC werden extra genannt.

Wie verbreitet sind Computer, Tablets und Handys bzw. Smartphones in der Familie oder bei den Kindern selbst?

In nahezu jeder Familie gibt es ein Handy oder Smartphone, einen Internetzugang und einen Computer. Smartphones, also Handys u.a. mit Internetzugang, ist in 84 Prozent der Haushalte vorhanden. Tablets finden sich in gut jeder vierten Familie (28 Prozent). (Seite 8)

Einen eigenen Computer besitzen ca. 20 Prozent der Kinder, eine Spielkonsole (tragbare und stationäre) 44 Prozent und ein eigenes Smartphone knapp jedes dritte Kind (32 Prozent). Das Tablet ist (mit 5 Prozent) nur selten in eigener Hand der Kinder.

Wie oft nutzen Kinder Computer, Tablets, Handys bzw. Smartphones und das Internet allgemein in ihrer Freizeit?

Bei der Frage nach den Freizeitaktivitäten der Kinder äußerten sich 60 Prozent, dass sie regelmäßig (das heißt mindestens einmal pro Woche) am Computer, an einer Konsole oder im Internet spielen. Ebenso viele nutzen (nicht nur für Spiele) ein Handy oder ein Smartphone, wobei hier die Gruppe der täglichen oder fast täglichen Nutzer mit 42 Prozent deutlich höher ist als bei den Spielen (22 Prozent).

Mehr als die Hälfte der befragten Kinder nutzen regelmäßig (das heißt mindestens einmal pro Woche) das Internet (über Computer, Tablet, Smartphone, Konsole), gut ein Viertel sogar täglich oder fast täglich. (Seite 10) 

Online sind die 6- bis 7-Jährigen – nach Einschätzung der Haupterzieher – ca. 15 Minuten täglich, die 8- bis 9-Jährigen 25 Minuten, die 10- bis 11-Jährigen bereits 43 Minuten und die 12- bis 13-Jährigen 69 Minuten. (Seite 35)

Was machen Kinder im Internet?

In der Rangfolge der Tätigkeiten steht das Nutzen von Suchmaschinen an erster Stelle. 70 Prozent der Kinder tun dies mindestens einmal in der Woche. Auf Platz 2 folgt bereits das Versenden von WhatsApp-Nachrichten. 41 Prozent senden täglich oder nahezu täglich Nachrichten, weitere 16Prozent mindestens ein- oder mehrmals in der Woche. Darauf folgen das Anschauen von YouTube-Videos (regelmäßig 50 Prozent), die Nutzung von Kinderseiten (46 Prozent). Einfach drauf los surfen 40 Prozent und 30 Prozent nutzen Facebook. (Seite 35)

Wie oft und wie lange spielen Kinder täglich am „Bildschirm“ (Handy, Tablet, Konsole, Computer und/oder online)?

6- bis 7-Jährige spielen nur selten auf dem Smartphone oder dem Tablet: 3 Prozent täglich, 10 Prozent ein- oder mehrmals pro Woche, 3 Prozent selten und 84 Prozent nie.

Je älter die Kinder werden, desto öfter spielen sie auf diesen Geräten. Mindestens einmal pro Woche macht dies fast ein Viertel der 8- bis 9-Jährigen, 44 Prozent sind es schon bei den 10- bis 11-Jährigen und deutlich über die Hälfte bei den 12- bis 13-Jährigen. (Seite 54)

Spiele am Computer, an Konsolen und im Internet werden deutlich häufiger genutzt: Fast die Hälfte der Jüngsten machen dies mindestens einmal pro Woche (14 Prozent gar täglich), 57 Prozent sind dies bei den 8- bis 9-Jährigen, 63 Prozent bei den 10- bis 11-Jährigen und 73 Prozent bei den ältesten. 

Fragt man diese Kinder, wie lange sie an einem normalen Tag an am Bildschirm spielen, so hat bei den 6- bis 11 Jährigen ca. jeder Vierte mit „bis zu 30 Minuten“ geantwortet, ca. 45 Prozent mit "30-60 Minuten" und ca. 30 Prozent mit "mehr als 60 Minuten". Bei den 12- bis 13-Jährigen spielen fast die Hälfte mehr als eine Stunde. (Seite 56)

Wie und wie viele Kinder nutzen WhatsApp?

Kinder nutzen WhatsApp vornehmlich für die "Organisation des Alltags" und für die "Kommunikation mit Freunden". Jüngere Kinder (bis 9 Jahre) tun dies eher selten: 3 Prozent der 6- bis 7-Jährigen und 12 Prozent der 8- bis 9-Jährigen halten täglich oder fast täglich über WhatsApp Kontakt zu ihren Freunden. Ein großer Sprung zeigt sich bei den Kindern ab 10 oder 11 Jahren: Hier sind es bereits gut ein Drittel, bei den 12- bis 13-Jährigen sogar schon knapp zwei Drittel. 

Viele Kinder nutzen auch die Gruppenfunktionen von WhatsApp: 75 Prozent der WhatsApp-Nutzer sind mindestens in einer Gruppe Mitglied.

Wie und wie viele Kinder nutzen Facebook?

Facebook nutzen 23 Prozent der Kinder. Auch hier liegt der Großteil der Nutzer bei den Kindern ab 10 Jahren: 10- bis 11-Jährige sind zu einem Viertel bei Facebook, 12- bis 13-Jährige zu gut 50 Prozent. Die meisten Kinder nutzen Facebook zum Verschicken von Nachrichten (73 Prozent), für Mitteilungen, was man gerade so macht (59 Prozent), für Kommentare auf Pinnwänden von anderen (56 Prozent), um Videos anzuschauen (55 Prozent). 41 Prozent stellen selbst Fotos und Videos ein, 34 Prozent suchen nach neuen Kontakten und 34 Prozent spielen bei Facebook.

Wie und wie viele Kinder nutzen YouTube?

50 Prozent der Kinder sehen zumindest einmal in der Woche YouTube-Videos. Nur ein Drittel bewegen sich nie auf dieser Plattform – und das sind vor allem die Jüngsten, also die Kinder zwischen 6 und 7 Jahren.  Aber immerhin schauen von ihnen auch 28 Prozent mindestens wöchentlich YouTube-Videos.

Bei den beliebtesten Videos rangieren lustige Clips ganz oben, gefolgt von Musik-, Tier-, Sport- und Mode-/Beautyvideos.

Wie und wonach suchen Kinder?

Wie bereits oben erwähnt: In der Rangfolge der Tätigkeiten steht das Nutzen von Suchmaschinen an erster Stelle. Und tatsächlich suchen schon 50 Prozent die Jüngsten regelmäßig.

Gesucht wird von Kindern zunächst vor allem nach Informationen für die Schule. Es folgen die Suche nach Spieleseiten und nach Prominenten, nach Nachrichten und nach Sachen, die ein Kind gerne kaufen möchte.

Gesucht wird vornehmlich mit Google, wobei andere Suchmaschinen durchaus bekannt sind: auch Kindersuchmaschinen wie fragFINN, Blinde Kuh und Helles Köpfchen.

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 30.07.2018]
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