Kinder und Smartphones: Wer hat wen im Griff?

Für eine repräsentative Studie hat eine Krankenkasse 1.005 Eltern befragt.

Screenshoot der Website zur Studie; Bild: KKH
Screenshoot der Website zur Studie; Bild: KKH

Eltern stellen sich diese Frage häufig: Wieviel Medienkonsum ist gut für mein Kind? Wann beginnt es, kritisch zu werden, wenn Smartphone, Tablet oder PC im täglichen Gebrauch sind? Diesen Fragen hat sich jetzt die KKH Kaufmännische Krankenkasse angenommen. Einerseits wurde eine repräsentative Gruppe von Eltern zu ihren Einstellungen hinsichtlich des Medienkonsums befragt, andererseits wurden Versichertendaten ausgewertet und mit den Befürchtungen von Eltern abgeglichen.

Das Ergebnis: Drei Viertel der befragten Eltern sind der Überzeugung, dass elektronische Medien aus dem Alltag von Kindern nicht mehr wegzudenken sind. Sie zu beherrschen wird mehr und mehr zu einer Schlüsselqualifikation wie Lesen, Rechnen und Schreiben. So sehen mehr als die Hälfte der befragten Eltern (55 Prozent) vor allem Chancen im Mediengebrauch. Selbst bei einer kritischen Haltung dem Computer gegenüber hoffen sie, dass ihre Kinder durch die häufige Nutzung technische Kenntnisse erlangen oder diese Geräte zumindest sicher anwenden können.

Eine ebenso große Gruppe der Eltern (56 Prozent) befürchtet, ihr Kind bewege sich zu wenig, wenn es so viele Stunden am Computer verbringt – es müsse mit gesundheitlichen Folgen gerechnet werden. Dies bestätigt die Studie der KKH. So haben im Zeitraum von 2006 bis 2016 motorische Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen um 76 Prozent zugenommen. Extremes Übergewicht findet sich um 12 Prozent häufiger als vor zehn Jahren, vermehrt auch schon bei Kindern im Grundschulalter. Sprach- und Sprechstörungen stiegen um 64 Prozent.

Keine dieser Erkrankungen lässt sich allerdings ausschließlich durch verstärkten Medienkonsum erklären. Aber ein exzessiver Mediengebrauch kann durchaus als ein Auslöser für diese Krankheiten angesehen werden. Wichtig ist es, das rechte Maß zu finden und sich als Eltern klarzumachen, dass neben ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung auch ein kompetenter Umgang mit den Medien ein Schlüssel zur Gesundheit ist – so die Krankenkasse in ihrem Fazit.

Die Studie zum Download (PDF, 800 KB):

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 06.07.2018]


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