Hat der das wirklich so gesagt? War sie wirklich dort und hat das gemacht?

Wer ein Video von einer Person sieht, die etwas Unglaubliches von sich gegeben hat, ist meist verwundert. Kaum jemand denkt daran, dass dieses Video gefälscht sein könnte – vielleicht eher, dass es aus dem Zusammenhang gerissen oder etwas Bedeutendes herausgeschnitten worden sei.

Doch Videos zu fälschen und damit eine Situation anders darzustellen, als sie tatsächlich war, wird immer einfacher und die Technik dafür immer besser. Mithilfe von Computern und Künstlicher Intelligenz können sogenannte "Deepfakes" hergestellt werden: Das sind gefälschte Videos, die etwas zeigen, was in Wirklichkeit nie passiert ist.

Ein Beispiel: In einem Video ist eine Demonstration zu sehen. Ein Fälscher kann nun auf das Gesicht eines Beteiligten ein anderes Gesicht "setzen". Mit der genannten Technik sieht das täuschend echt aus: Das "neue" Gesicht erhält einen passenden Gesichtsausdruck, es bewegt die Lippen perfekt zum Gesprochenen. Die Person, deren Gesicht dort hineingepackt wurde, war vielleicht niemals auf solch einer Demonstration – nun denken dies aber alle, die das Video sehen!

So könnten einem Politiker Sätze "in den Mund gelegt" werden, die er niemals gesagt hat, oder es kann eine bekannte Person an einem Ort zu sehen sein, den sie selbst gar nicht kennt.

Deepfakes und Mobbing

Um täuschend echte Deepfakes herzustellen, bedarf es – noch – recht komplizierter Technik und anspruchsvoller Computer. Viele Videos, die oftmals rein aus Spaß per Smartphone und entsprechender App erstellt werden, sind mit "bloßem Auge" als Fälschungen zu erkennen. Doch wahrscheinlich wird es nicht lange dauern, bis eine Fälschung durch eine App nicht mehr von einem echten Video unterschieden werden kann.

Dann kann es durch Deepfakes auch im engeren privaten Bereich, in der Familie oder im Freundeskreis, zu erheblichen Spannungen oder gar zu Streiterein kommen: Wenn solche "gut" gefälschten Videos zum Beispiel ein Kind oder einen Jugendlichen in einer peinlichen, aber nicht tatsächlich vorgefallenen Situation zeigen. Jemanden zu ärgern, zu verunglimpfen, zu mobben wäre damit ein Kinderspiel.

Daher ist es wichtig, dass die Eltern über Deepfakes Bescheid wissen und Videos kritisch betrachten, in denen die Tochter oder der Sohn etwas scheinbar Unerhörtes macht.

Übrigens: Mittlerweile werden Techniken entwickelt, mit denen solche gefälschten Videos erkannt werden können.

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 02.04.2020]
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Mona25.03.202020:31
Hi wer bist du
Emma25.03.202020:30
Hi wer sind sie
Saskia18.03.202013:39
Elsa dieEiskönigin.
Lisa15.02.202010:55
Doof und blöd.
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