Ein eigenes Smartphone – ab wann?

In der Presse waren in den letzten Monaten zwei ganz unterschiedliche Meinungen zu lesen:

  • Kinder und Jugendliche sollten erst mit 14 Jahren ein Smartphone bekommen. Das sagte die Internetexpertin im Fachbeirat des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Julia Weiler, im Februar 2019. Die Diplom-Psychologin begründete dies mit den großen Risiken einer zu frühen Smartphone-Nutzung, vor allem aus dem Bereich der Pornografie. (dpa-Meldung im Tagesspiegel, abgerufen am 02.08.2018)
  • Achim Berg, Präsident des IT-Verbands Bitkom, befürwortete Ende Juli 2019 ein Smartphone für Kinder im Grundschulalter, ggf. sogar schon ab der ersten Klasse. Sie hätten ein Recht auf digitale Teilhabe – und die Realität zeige, dass sie eh schon ständig mit Smartphones in Berührung kommen. Begleitung statt Verbot, fordert Berg auf der Internetseite der Rheinischen Post. (rp-online.de, kostenloser Zugang mit Registrierung, abgerufen am 02.08.2018)

Was sagt das Internet-ABC dazu? Wann hat ein Kind das richtige Alter erreicht, um ein eigenes Smartphone zu bekommen?

Zwei Mädchen am Smartphone; Bild: FOX/Völkner
Zwei Mädchen am Smartphone; Bild: FOX/Völkner

Das Internet-ABC empfiehlt als Richtwert den Übergang von der Grund- in die höhere Schule. Frühestens mit 10 oder 11 Jahren sind Kinder für eine verantwortungsvolle Nutzung des Geräts bereit, wenn sie dabei von ihren Eltern gut begleitet werden.

Die elterliche Kontrolle ist bei einem Smartphone mit Internetzugang stark eingeschränkt, eine Begleitung oftmals nicht einfach. Dies sollte angesichts der problematischen Inhalte bedacht werden, mit denen das Kind im und über das Internet konfrontiert werden kann: Gewalthaltige und pornografische Darstellungen, aber auch verletzende Kommentare und Nachrichten über WhatsApp oder andere Messenger können junge Kinder überfordern oder auch ängstigen.

Die Altersangabe des Internet-ABC ist ein Richtwert. Prüfen Sie, ob Ihr Kind schon weiß, wie es mit den Gefahren des Internets umgehen kann. Was passiert, wenn Ihr Kind Kettenbriefe bekommt? Oder verstörende Inhalte? Hat es das Selbstbewusstsein, der Aufforderung anderer, etwas "Verbotenes" zu machen, zu widerstehen?

Gehen Sie die ersten Schritte mit einem neuen Medium immer gemeinsam. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die guten und die schlechten Seiten des Smartphones. Stellen Sie ein paar grundlegende Regeln auf, zum Beispiel mit einem Mediennutzungsvertrag (siehe den Linktipp rechts). Bleiben Sie im Gespräch mit Ihrem Kind und stehen Sie als Vertrauensperson bereit, wenn es etwas Merkwürdiges oder Beängstigendes über das Smartphone erlebt hat.

Frage an die Eltern: Wie sehen Sie das?

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[Veröffentlicht oder aktualisiert am: 18.08.2019]


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